Das Glücksquartett: Serotonin, Dopamin, Oxytocin und Endorphin

4 Oktober, 2020
Wir alle wissen, wie angenehm und aufbauend das Glücksgefühl ist. Doch weißt du, welche Chemikalien nötig sind, um dieses Gefühl zu ermöglichen? Erfahre heute Interessantes über das Glücksquartett: Vier Neurotransmitter, die Glück erzeugen!

Das Glücksquartett ermöglicht es uns, Glück zu empfinden. Wir sprechen von den Neurotransmittern Serotonin, Dopamin, Oxytacin und von Endorphinen, die dieses Gefühl erzeugen und uns wohlfühlen lassen. Jeder Mensch kann durch spezifische Verhaltensweisen sein eigenes Glück erzeugen, denn es handelt sich um ein subjektives Empfinden.

Jeder hat die Möglichkeit, das Glücksquartett zu nutzen: Es kostet nichts und ermöglicht es dir ganz einfach, Glücksmomente zu erzeugen. Wir erklären dir heute die wichtigsten Dinge, die du über dieses Thema wissen solltest.

Das Glücksquartett: Welche Rolle spielen die vier Neurotransmitter?

Jeder Neurotransmitter hat spezifische Funktionen, doch auch das Zusammenspiel dieser Glückschemikalien ist sehr wichtig. Serotonin, Dopamin, Oxytocin und Endorphine sind keine magische Formel, doch sie helfen uns, Erfüllung und Wohlbefinden zu erreichen. Erfahre anschließend, welche Funktion jeder einzelne dieser Neurotransmitter hat.

Serotonin

Dieser Neurotransmitter spielt in der Regulierung des Gemütszustands eine wichtige Rolle. Doch er ist auch grundlegend für den Schlaf, die Verdauung und verschiedene kognitive Prozesse. Wenn der Serotoninspiegel Normalwerte aufweist, fühlst du dich glücklich, zufrieden und siehst die positiven Seiten des Lebens.

Bei einem Serotoninmangel lässt du dich jedoch von Traurigkeit, Lustlosigkeit, Energiemangel, Pessimismus und Depressionen leiten. Deshalb ist es von größter Wichtigkeit, immer einen gesunden Serotoninspiegel aufzuweisen.

Das Glücksquartett: Neurotransmitter, die glücklich machen
Serotonin beeinflusst den Gemütszustand einer Person, deshalb ist es wichtig, einen Serotoninmangel zu verhindern.

Dopamin

Dieser Neurotransmitter ist in unserem Gehirn ebenfalls sehr wichtig, denn er sorgt für angenehme und behagliche Empfindungen. Er belohnt uns zum Beispiel mit Glücksmomenten, wenn wir ein Ziel erreichen, unsere Lieblingsspeise verzehren oder uns einen lang ersehnten Wunsch erfüllen.

Wie Serotonin ist auch Dopamin für die Motivation zuständig, allerdings auf direktere Weise. Menschen mit einem niedrigen Dopaminspiegel tun sich schwer dabei, Genuss zu empfinden und es fehlt ihnen an Interesse und Motivation.

Über Dopamin gibt es zahlreiche Studien an Patienten mit Depression. Denn der Dopaminmangel erschwert auch die Genesung. Deshalb haben Wissenschaftler Medikamente entwickelt, welche die Wiederaufnahme dieses Neurotransmitters an den spezifischen Rezeptoren hemmen (DopaminWiederaufnahmehemmer, kurz DRI oder DARI aus dem Englischen Dopamine Reuptake Inhibitors). Damit ist dann mehr Dopamin im Körper vorhanden.

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Oxytocin

Dieses Hormon entsteht durch soziale Kontakte. Die Mutter-Kind-Bindung oder Beziehungen zum Lebenspartner, zu Freunden und zur Familie stimulieren die Freisetzung von Oxytocin.

Deshalb ist diese Substanz auch als “Liebeshormon” bekannt. Es erzeugt Wohlbefinden bei sozialer Interaktion mit anderen Menschen. Wenn also keine gesellschaftlichen Beziehungen vorhanden sind, kann ein Mangel an Oxytocin entstehen.

Endorphine

Diese Neurotransmitter sind auch als “Glückshormon” bekannt. Es handelt sich um körpereigene Opioidpeptide, die schmerzstillende Eigenschaften haben. Endorphine entstehen in der Hypophyse und im Hypothalamus und fördern das allgemeine Wohlbefinden, was sehr wichtig ist, um Schmerzen kontrollieren zu können.

Die Wirkungen von Endorphinen können wir zum Beispiel nach intensivem Sport erfahren. Hast du das angenehme Gefühl nach dem Training auch schon gespürt?

Das Glücksquartett: Neurotransmitter, die glücklich machen
Bei sportlichen Aktivitäten setzt der Körper Endorphine frei, die ein Glücksgefühl produzieren.

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Kann man das Glücksquartett auf natürliche Weise stimulieren?

Die Antwort ist ein eindeutiges Ja! Jeder kann zum Schmied seines eigenen Glückes werden. Die Verantwortung für unser Wohlbefinden liegt in unserer Hand, ganz unabhängig davon, was um uns herum passiert. Folgende Maßnahmen sind sehr förderlich, um die erwähnten Neurotransmitter beziehungsweise das Glücksquartett zu stimulieren:

  • Gesunde Sonnenbäder (d. h. verantwortungsbewusste Sonnenexposition)
  • Spaziergänge an stimulierenden Orten
  • Gedanken über zukünftige Projekte und vergangene Glücksmomente
  • Sportliche Aktivitäten

Du solltest in deiner Ernährung Lebensmittel mit Tryptophan einbauen. Das ist eine Vorstufe von Serotonin, die im Gehirn in diesen Neurotransmitter umgewandelt wird und dein Wohlbefinden positiv beeinflusst.

Dopamin wird speziell dann freigesetzt, wenn wir unsere Ziele erreichen. Wir können ein großes Ziel in kleinere Zwischenziele aufteilen, die wir jedes Mal feiern können, wenn wir sie erreichen und den nächsten Schritt auf dem Weg beginnen.

Oxytocin kannst du ganz einfach stimulieren, indem du deine Freundschaften und Familienbeziehungen pflegst. Mit Umarmungen und Zärtlichkeiten tust du nicht nur anderen, sondern auch dir selbst viel Gutes! Nicht zu vergessen ist, dass auch sexuelle Beziehungen den Oxytocinspiegel auf natürliche Weise verbessern.

Endorphine entstehen wie bereits erwähnt beim Sport. Es muss kein Extremsport sein, doch du solltest regelmäßig trainieren und dich bewegen. Ganz wichtig ist, dabei Spaß zu haben. Außerdem können dir Entspannungstechniken und Meditation helfen, dein Glück zu vergrößern.

Das Glücksquartett: Die beste Musik im Alltag!

Wie du siehst, kannst du selbst sehr viel tun, um das Glücksquartett zu stimulieren. Verschiedene Aktivitäten sind ausgezeichnet, um dein physisches und emotionales Wohlbefinden zu fördern. Die Veränderungen erfolgen allerdings nicht von einem Tag auf den anderen. Wichtig ist, damit zu beginnen und regelmäßig auf gesunde Lebensgewohnheiten zu achten, die dein Glück ermöglichen. Und vergiss nicht: Das Glücksquartett liebt auch Musik!

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