5 Schlüssel für Liebe ohne Abhängigkeit

23 Juni, 2017
Zu lieben, ohne abhängig zu sein, bedeutet nicht weniger, sondern auf eine reifere Weise zu lieben. Bevor du deinen idealen Partner suchst, solltest du selbst werden, was du suchst.

Liebe ohne Abhängigkeit ist nicht schwächer. Man hat deshalb auch keine schlechtere Bindung zu der geliebten Person.

Wenn wir von Abhängigkeit oder Bindung sprechen, verwechseln wir oft die Bedeutung.

In diesem Beitrag geht es um Paarbeziehungen, nicht um die Beziehung zwischen Mutter und Kind, der eine starke und uneingeschränkte Bindung zugrunde liegt, die das Wachstum des Kindes und die korrekte Entwicklung fördert.

Wenn wir innerhalb einer Beziehung von „Bindung“ sprechen, spielt oft auch Abhängigkeit eine Rolle und diese kann zum Verlust der Würde und des Selbstwertgefühls führen.

Wenn die eigene Persönlichkeit verloren geht, weil man sich in Körper und Geist der geliebten Person widmet, ist die Beziehung nicht mehr gesund, vertretbar oder logisch.

Früher oder später kommt es zu Frust, Erpressung, Leere und schließlich auch zu Schmerz.

Anschließend laden wir dich ein, über 5 grundlegende Schlüssel nachzudenken, die helfen können, eine gesunde, anhaltende und glückliche Beziehung aufzubauen.

1. Süchtig nach Abhängigkeit: distanziere dich von Beziehungen, die schmerzen

Wolkenherz

Die Grundlage der Bindung in einer Paarbeziehung bilden verschiedene psychologische und affektive Prozesse, die sehr komplex sind.

  • Es gibt Menschen, deren Bedürfnis geliebt zu werden über allen anderen Dingen steht. Dadurch können sie Kontrolle mit Liebe oder Eifersucht mit Leidenschaft verwechseln.
  • Was dir auf jeden Fall klar sein sollte ist, dass wahre Liebe Zeit, Widmung und Anstrengung erfordert, um Glück zu schenken. 

Liebe schmerzt nicht. Liebe bedeutet Freude, Komplizenschaft, Harmonie und Wachstum.

  • Wer nach Zuneigung süchtig ist, erfährt Liebe auf die gleiche Weise wie jemand, der eine Droge benötigt. Die Nebenwirkungen spielen hier keine Rolle, Schmerz oder die langsame Selbstzerstörung sind unwichtig.
  • Du solltest nie bis zu diesem Extrem gehen und deine Identität verlieren, aufzuhören, du selbst zu sein, um eine Marionette eines anderen zu werden. 

2. Unabhängigkeit bedeutet nicht Lieblosigkeit, sondern reife Liebe

Elena ist 28 Jahre alt und seit 3 Jahren mit Rafael in einer Liebesbeziehung. Ihr Leben hat sich in dieser Zeit sehr stark verändert. So sehr, dass sie nicht mehr mit ihren Freundinnen ausgeht und auch ihre beruflichen Ziele unwichtig geworden sind.

  • Sie sagt sich selbst, dass ihre einzige Sorge und Notwendigkeit ist, Rafael glücklich zu machen. Auch wenn sie manchmal Lust hätte, mit ihren Freundinnen auszugehen, mit ihnen zu sprechen oder als Journalistin zu arbeiten, verzichtet sie darauf.
  • Nach einer gewissen Zeit stellt sich Elena die Frage, ob sie richtig handelt. Sie weiß ganz sicher, dass sie ihren Lebenspartner liebt, doch sie fühlt, dass sie sich in einem erdrückenden Kreis befindet, der ihr keine Luft zum Atmen lässt.
  • Elena sollte in diesem Fall Rafael nicht verlassen. Sie sollte ihre Abhängigkeit hinter sich lassen, um zu lernen, ihren Lebenspartner auf reife Weise zu lieben. 
  • Jemanden zu lieben bedeutet nicht, auf alles zu verzichten, was du bist oder was dich identifiziert. Alles für jemanden aufzugeben führt früher oder später zu Frust und Unglück.

Man muss lernen, sich selbst in den Vordergrund zu stellen, zu sagen „ich liebe mich“ und „ich liebe dich“.

3. Die Liebe hat eine Grenze, die sich Würde nennt

Mann und Frau mit Fernglas

Die Liebe hat ihre Grenzen, die auch respektiert werden sollten. Sie sollten von Anfang an klar sein, um unnötiges Leid zu verhindern.

  • Das eigene Selbstwertgefühl ist eine grundlegende Grenze. 
  • Wenn man kleiner oder lächerlich gemacht wird, wenn man sich schwach fühlt, dann ist das keine Liebe.
  • Damit werden die Werte verletzt und es fehlt an Respekt, deshalb kann die Beziehung nicht gesund sein.

Die persönliche Würde erlaubt keinen Rabatt. Es handelt sich um die Wurzel der persönlichen Entwicklung, die niemand verletzen oder ausreißen darf.

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4. Vorsicht mit kindlichen und egozentrischen Liebesbeziehungen

Es gibt Menschen, die eine Beziehung als Quelle zur Ernährung ihres eigenen Egoismus sehen, um ihre Leere zu füllen und ihre Einsamkeit zu lindern.

Sie lassen sich wie Kinder mit Zärtlichkeit füttern und bedienen, sind jedoch selbst unfähig, diese zurückzugeben.

In einer gesunden und glücklichen Paarbeziehung ist jedoch ein harmonischer Tanz sehr wichtig, bei dem man gibt und erhält, spricht und zuhört, lacht und zum Lachen bringt, Details pflegt und Bedürfnisse beachtet, sich um den Partner kümmert und auch selbst umsorgt wird.

Unreife Personen sind jene, die ihre eigenen Bedürfnisse jenen des Partners vorziehen, die nur ihr eigenes hungriges Universum sehen.

5. Werde zuerst so, wie du sein möchtest

Traurige Frau

Wenn jemand eine Beziehung auf Abhängigkeit aufbaut und denkt, dass er nicht fähig ist, sich um sich selbst zu sorgen, sich denkt, dass er ohne diese Person nichts wert ist, dann kommt es früher oder später zu Problemen.

Diese Situation kann dich vor einen Abgrund stellen und früher oder später dazu führen, dass du in einer Depression versinkst.

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Du solltest diese Art der affektiven Sucht vermeiden und den entgegengesetzten Weg einschlagen.

Anstatt den idealen Partner zu suchen, solltest du zuerst selbst so werden, wie du sein willst:

  • Jemand, der sich selbst liebt.
  • Jemand, der die Einsamkeit nicht fürchtet.

Entwickle dich zu einer Person, ohne Leere, die emotional stark und voller Glück, Freude, Motivation und Träume ist…

Diese Lebensfreude, kann auch eine andere Person nähren, damit beide eine zukünftige harmonische Beziehung aufbauen können.

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