Ich bin eine charakterstarke, freie, glückliche und für manche unerträgliche Frau

· 26 Februar, 2017
Obwohl auf dem Weg der Gleichberechtigung schon viel erreicht wurde, werden charakterstarke Frauen, die für ihre Träume kämpfen, noch immer häufig mit Misstrauen betrachtet.

Eine charakterstarke Frau ist noch immer für viele eine Herausforderung. Auf dem Weg zur Gleichberechtigung wurden zwar schon viele Fortschritte erzielt, doch auch Rückschritte sind immer wieder zu verzeichnen.

Noch immer werden charakterstarke Frauen, die ihre Überzeugungen und Meinungen verteidigen mit Misstrauen betrachtet.

Wenn eine charakterstarke Frau sich selbst und ihr emotionales Gleichgewicht pflegt, wird sie oft als Egoistin abgestempelt.

Eine Frau, die ihre Freiheit, Entscheidungsfähigkeit und Zielstrebigkeit über alles schätzt, wird oft falsch beurteilt. Noch immer denken viele, dass diese Frauen aufgrund ihres Charakters zum Alleinsein verurteilt sind, da eine glückliche Liebesbeziehung unter diesen Umständen nicht möglich ist.

Viele stark verwurzelte Sichtweisen, die auch viele Frauen teilen, nähren noch immer versteckte Ungleichheit.

Manche Frauen betrachten unabhängige und selbstbewusste sogar Frauen als Rivalinnen, die alle Schemen und Klischees sprengen.

Doch jeder ist frei, seinen eigenen Lebensweg zu wählen, ohne deshalb gleich be- oder verurteilt zu werden. Sowohl Männer, als auch Frauen haben das Recht haben, Charakter zu zeigen, stark zu sein und für die eigenen Träume zu kämpfen.

Respekt ist der Schlüssel für ein friedliches Zusammenleben, jenseits von Geschlecht, sozialem Status oder Ideologie. Wir laden dich ein, heute mit uns darüber nachzudenken.

Charakterstarke Frau: Eigenschaften

Der Charakter entwickelt sich allmählich. Deine Lebenserfahrungen und deine Wurzeln machen dich zu der Person, die du bist.

Mehr zum Thema: All das, was ich erlebt habe, macht mich zu der Frau, die ich heute bin

  • Die Anthropologin Helen Fisher erklärt in ihrem Buch „Das starke Geschlecht. Wie das weibliche Denken die Zukunft verändern wird“, dass die Frau nicht nur das Resultat eines sozialen und persönlichen Kontextes ist. Sie ist ein viel tiefgründigeres und sensibles Wesen.
  • Eine Frau ist keineswegs das andere Geschlecht, wie Simone de Beauvoir behauptete, oder gar die „Rippe“ Adams.
  • Biologisch gesehen ist die charakterstarke Frau das primäre Geschlecht, „weil dem Embryon eine chemische Substanz hinzugefügt werden muss, damit das männliche Geschlecht entsteht“.
  • Es existiert eine innere Stimme, die uns tagtäglich einlädt, die Augen etwas weiter zu öffnen. Der genetische Aspekt bildet uns und der soziale Aspekt prägt uns. Doch mit der Zeit führen verschiedene Erfahrungen und Erlebnisse zum inneren Erwachen, das jede Frau definiert.
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Es gibt Frauen, die sich so sehr unterwerfen lassen, dass sie ihre eigene Persönlichkeit und ihren Selbstausdruck nie erreichen können. Sie entkommen dem Joch des Patriarchats nicht, können nicht sie selbst sein und ihre Rechte nicht ausüben.

Eine charakterstarke Frau, die ihre Meinung ausdrückt, wird kritisiert

„Woher hat sie nur diesen Charakter? Wahrscheinlich ist sie verbittert.“

  • Diese Aussage ist mehr als respektlos. Oft kommt damit machistisches Gedankengut zum Ausdruck.
  • Ein charakterstarker und herausfordernder Mann ist mutig. Eine Frau, die ausdrückt, was sie denkt und die sich nicht unterordnet, ist verbittert.
  • Dahinter versteckt sich der veraltete Glaube, dass eine Frau gefällig und achtsam sein muss.
  • Oft wird diese Meinung ohne weiteres Nachdenken geäußert, man solltes sich jedoch darüber bewusst werden, was dies bedeutet.

Sowohl eine Frau, als auch ein Mann haben das Recht charakterstark zu sein, ihren Willen mit Respekt zu verteidigen, ihre Träume zu erreichen und sich alten Denkschemen zu widersetzen.

Lesetipp: Geringes Selbstwertgefühl in 5 Schritten entdecken und besiegen

Die wilde, charakterstarke Frau

Besonders interessant für die Entwicklung einer herausfordernden, charakterstarken Frau ist das Buch „Die Wolfsfrau. Die Kraft der weiblichen Urinstinkte“ von Clarissa Pinkola Estés.

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  • Darin geht es vor allem um die kulturellen Wurzeln, die von Generation zu Generation in den verschiedenen Kulturen vermittelt werden und dann die aktuelle Frau definieren.
  • Jede wilde Frau hat ihren eigenen inneren Entwicklungsprozess erlebt bis sie dann zu dem geworden ist, was sie jetzt ist. Widrigkeiten, Ängste sowie Leiden der Vergangenheit sind in der Gegenwart die besten Waffen.
  • Die Wurzeln sind Intuition sowie Kreativität, die helfen über die eigene Umgebung hinaus zu sehen.
  • Sie hören auf sich selbst und verbinden sich dann mit all dem, was sie umgibt.
  • Frauen sind mehr als ihre Vorfahren sowie mehr als die Archetypen, die bestimmte Gesellschaftsformen aus ihr gemacht haben.
  • Frauen sind nicht schwach, leicht zu handhaben, narzisstisch oder gar die andere Hälfte.
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Die heutige charakterstarke Frau gestaltet ihr eigenes Lebens. Sie ist mutig und hat die tiefe Stimme der Natur. Die Frau möchte Dinge verändern, sich ausdrücken und, dass man sie respektiert.

Sie möchte in Harmonie und voller Glück leben, so wie sie es selbst ausgewählt hat, sei es in einer Beziehung oder nicht.

  • Sauer, B. (2008). Emanzipation. In Handbuch der Politischen Philosophie und Sozialphilosophie.
  • Guvenen, F., & Rendall, M. (2015). Women’s emancipation through education: A macroeconomic analysis. Review of Economic Dynamics. https://doi.org/10.1016/j.red.2014.11.004