Mut ist „ja“ zu sagen ohne Angst und „nein“ ohne Schuldgefühl

· 12 Oktober, 2016
Wenn du dich selbst nicht pflegst, wird es niemand für dich tun. Deshalb solltest du deine Meinung ohne Angst ausdrücken und dich trauen, es zu sagen, wenn dich etwas stört.

Leben ohne Angst, beurteilt oder abgewiesen zu werden… das kann man nicht von einen Tag auf den anderen lernen.

Wir haben oft Angst, aufgrund unserer Gedanken abgestempelt zu werden, aufgrund unserer Wesensart oder der von uns gewählten Wege ausgeschlossen zu werden.

Dabei solltest du nie vergessen, dass es keine größere Angst gibt als jene, für die wir selbst in unserem Geist verantwortlich sind, durch unsere begrenzenden Verhaltensweisen, Unsicherheiten, Frust und Obsessionen.

Uns von all dem zu befreien ist so, als ob wir einen lästige, alte Schlangenhaut abziehen würden. Angst abzulegen und Mut zu zeigen ist zweifellos der beste Schritt in eine neue Existenz.

Irgendwann kommt immer der Augenblick, in dem wir endlich ohne Angst „ja“ und ohne Schuldgefühl „nein“ sagen.

Anschließend laden wir dich ein, mit uns darüber nachzudenken, und Mut zu praktizieren. Versuche, persönlich zu wachsen, indem du Übereinstimmung zwischen deinen Gefühlen und deinen Taten erreichst. 

Schlüssel, um ohne Angst zu leben

Wir hängen alle von diversen Glaubens- und Wertesystemen ab. Unser Heim und unsere Familie sind beispielsweise meist der erste Kreis, der den eigenen Willen und die persönlichen Bedürfnisse oft einschränkt:

  • Wir fürchten gewisse Dinge zu sagen oder zu tun, weil wir bestimmte Reaktionen befürchten.
  • Wir haben Angst, unsere Eltern zu enttäuschen, wenn wir einen bestimmten Weg wählen.
  • Wir sind beunruhigt, wenn wir denken, dass wir die Erwartungen der anderen nicht erfüllen können.

Es handelt sich um einfache Beispiele, die wir alle irgendwann gefühlt haben, mehr oder weniger verständliche Situationen, die nie bis an die Grenzen gehen sollten.

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Es sollte nie so weit kommen, nur für die anderen zu leben und uns selbst zu vernachlässigen.

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Wir schlagen dir vor, folgende einfache Schlüssel zu beachten, um zu beginnen, ohne Angst zu leben. Damit kannst du selbstbewusster, aufrechter sein und besser auf deine innere Stimme hören.

„Ja“ sagen, wenn ich „nein“ denke

Warum machen wir das? Jemand fragt dich, ob du am Wochenende helfen könntest, in der Arbeit ein Projekt durchführen oder mit Freunden einen Ausflug machen könntest und obwohl du keine Lust hast, sagst du wie selbstverständlich „ja“.

  • Manchmal geben wir positive Antworten, da wir eng mit der jeweiligen Person verbunden sind. Wir fürchten uns davor, geliebe Personen zu kränken, zu vernachlässigen oder durch eine Abweisung zu verletzen.
  • Positive Antworten werden auch dann oft gegeben, wenn man sich in eine Gruppe integriert fühlen möchte. Ein „Ja“ bei der Arbeit oder im Freundeskreis ermöglicht es, Bindungen aufzubauen, um sich nicht ausgeschlossen zu fühlen.
  • Doch wenn du dieses Verhalten jeden Tag praktizierst, wirst du eindeutig wehrlos. Du bist nicht mehr du selbst. Das tägliche „Ja“ bewirkt, dass andere dich als bereitwillig einstufen und sich nicht bewusst sind, dass du auch eigene Bedürfnisse hast.

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Ob du es glaubst oder nicht: Ab und zu „nein“ sagen erlaubt es dir, ein angemessenes Gleichgewicht zu halten. 

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„Nein“ sagen ohne Schuldgefühl

Beginne mit einer kleinen visuellen Übung, um den großen Vorteil des Neinsagens zu sehen. Du setzt die Zeitmaschine in Betrieb und reist zurück zu jenem Augenblick, in dem du gegen deine eigenen Wünsche gehandelt hast.

Anschließend geben wir dir verschiedene Beispiele, denen du folgen kannst, um zu verstehen, warum man ruhigen Gewissens „nein“ sagen kann:

  • Führe dir jenen Tag vor Augen, an dem du auf eine Bitte einer bestimmten Person mit „ja“ geantwortet hast ohne zu wollen.

Du stellst dir jetzt vor, wie du mit großer Sicherheit „nein“ sagst während du deinem Gesprächspartner das Warum deiner Entscheidung erklärst: Ich sage nein, weil dein Interesse egoistisch ist, weil du mich nicht gut behandelst, weil du nur deinen eigenen Nutzen im Sinne hast. 

  • Du visualisierst jetzt einen der vielen Augenblicke, in dem dich dein Partner fragt, ob du nicht etwas führ ihn machen könntest und du ihm positiv geantwortet hast.

Jetzt stellst du dir vor, wie du kongruent bist und antwortest, dass du nicht einsiehst, warum immer du dich um alle Verantwortungen und Aufgaben kümmern musst. Argumentiere, dass eine Partnerschaft ein Team ist und Respekt die Grundlage dafür bildet. 

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Die Notwendigkeit, ohne Angst „ja“ zu sagen

„Ja“ sagen, wenn du etwas willst oder brauchst bedeutet, dich selbst zu schätzen. Jede Zustimmug, die direkt vom Herzen und aus deinem Inneren kommt, hilft dir, dich anderen gegenüber zu definieren, damit diese die Chance haben, dich besser kennenzulernen.

  • Ich sage ohne Angst „ja“ zu meinen Träumen und Zielen.
  • Ich weiß, dass das „Ja“ nicht allen gefallen wird, doch wer mich so akzeptiert, wie ich bin, mit all meinen Gedanken und Wünschen, respektiert und liebt mich auf authentische, wahre Weise.

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Ab heute werde ich ohne Angst „ja“ und ohne schlechtes Gewissen „nein“ sagen, um in meinem Leben ein gesundes Gleichgewicht herzustellen.

Denn Zusammenleben bedeutet, sich gegenseitig so zu respektieren, wie jeder ist.