Viagra für Frauen: Wissenswertes über die neue Lustpille

· 2 Oktober, 2015
Im Gegensatz zu der blauen Pille, erhöht diese den lokalen Blutdruck nicht, sondern wirkt direkt auf das Gehirn, indem der Dopaminspiegel verändert wird.

Die blaue Pille ist bereits seit 1998 auf dem Weltmarkt. Sie bedeutete eine Revolution für all jene Männer, die an Erektionsstörungen leiden. Heute ist die Viagra für Frauen oder Flibanserin in aller Munde.

Nach vielen Jahren wurde dieses Medikament von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) endlich freigegeben. Wahrscheinlich ist es auch bald in unseren Apotheken zu finden.

Es gibt bei dieser rosa Pille jedoch verschiedene Faktoren, die beachtet werden müssen. Deshalb hat es auch so lange gedauert, bis sie auf dem Markt zugelassen wurde. Dieses Medikament könnte Sexualprobleme von tausenden von Frauen lösen. 

1. Wie funktioniert die rosa Pille?

Frauenviagra

Als erstes muss klargestellt werden, dass Viagra und Addy (so der Name dieses neuen Medikaments für Frauen) auf sehr unterschiedliche Weise wirken.

Die blaue Pille erhöht den Blutdruck und entspannt gleichzeitig die Blutgefäße des Penis.

Auf diese Weise wird der Blutfluß in dieses Organ gefördert, was eine Erregung verursacht.

Bei der rosa Pille ist der Prozess völlig anders. Flibanserin wirkt direkt auf das Gehirn der Frau und verändert die Dopaminwerte.

Um dies besser zu verstehen, möchten wir mit einigen einfachen und aufschlussreichen Daten dieses Thema vertiefen.

Lesetipp: Die besten natürlichen Aphrodisiaka

Wirkungsweise von Addy

Die weibliche Viagra kommt wahrscheinlich, wenn sich nichts ändert, im Oktober in die Apotheken der Vereinigten Staaten.

Der Wirkstoff dieses Medikamentes ist Flibanserin, ein chemischer Stoff, der bestimmte Neurotransmitter im Gehirn aktiviert:

  • Er wirkt, indem er sich mit bestimmten Rezeptoren, wie z. B. dem Serotonin, verbindet.
  • Dieser Wirkstoff wirkt ähnlich wie Antidepressiva, deshalb wurde er auch gegen Depressionen erprobt.
  • Flibanserin wirkt auf den Neurotransmitter Dopamin, indem er seine Wirkung reduziert, um das verringerte Lustgefühl der Frau zu korrigieren.

2. Für wen ist die weibliche Viagra gedacht?

Addy ist vor allem für Frauen, die an vermindertem sexuellem Verlangen leiden, gedacht. Ziel ist es, die Libido zu erhöhen.

  • Im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV, ein Klassifikationssystem für psychische Störungen) wird dieses Problem als Verringerung des sexuellen Verlangens beschrieben, in der sexuelle Phantasien oder Attraktion ausbleiben.
  • Hier ist nicht über Monotonie die Rede, oder das Fehlen von einer Motivation in der Partnerschaft, die durch den Lauf der Zeit verloren gegangen ist. Dieses Problem hat mit physischen Problemen ebenfalls nichts zu tun.
  • Hierbei handelt es sich um ein klinisches Problem, das vor allem bei Frauen vor den Wechseljahren vorkommt. Deshalb ist diese Pille nicht bei jedem einfachen Mangel an Sexualverlangen angebracht.

Die FDA empfiehlt diese Pille nur Frauen, die an vermindertem sexuellen Verlangen leiden und außerdem noch nicht in die Wechseljahre gekommen sind. Warum nur in dieser Etappe? stellt sich die Frage. Weil sie ab diesem Moment nur als Placebo wirken würde.

Lies auch: Menopause: 8 Dinge, die oft ignoriert werden

3. Wie wirksam ist die Viagra für Frauen?

Frauenviagra2

Hier sind die Daten nicht eindeutig. Die Firma Sprout Pharmaceuticals hat die klinische Erprobung diese Medikamentes durchgeführt und ist auch für deren Vermarktung zuständig. Parallel hat die FDA ebenfalls Untersuchungen durchgeführt.

Bei den Resultaten gibt es grundlegende Unterschiede: 

Innerhalb von 5 Jahren wurden 11000 Frauen in der Prämenopause, die an vermindertem sexuellem Verlangen litten, in 3 Untersuchungen 24 Wochen lang getestet. Die Hälfte der Probandinnen erhielt ein Placebo, während die andere Hälfte eine Dosis von 100 mg Addy einnahm.

  • Die Resultate bei Sprout Pharmaceuticals erwiesen, dass 46-60% der Probandinnen eine Besserung bemerkten.
  • Die Resultate der FDA erwiesen, dass nur 10% der Probandinnen eine positive Wirkung in ihrem Sexualleben bemerkten.

4. Nebenwirkungen

Die rosa Pille hat lange gebraucht, um auf den Markt zu kommen, insbesondere aufgrund der Nebenwirkungen und weil die FDA dieses Medikament nicht befürworten wollte.

Inzwischen sind diese Probleme etwas geringer, doch folgende Daten sollten auf jeden Fall beachtet werden:

  • Addy hat dieselben Nebenwirkungen wie Antidepressiva.
  • Addy kann Hypothonie, Schwindel, Schwäche, Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit usw. auslösen.

Lies auch: Libido bei Frauen natürlich verbessern

Dieses Arzneimittel kann nur vom Arzt verschrieben werden, deshalb solltest du immer seinem Rat und seinen Anweisungen folgen.

Auch wenn die Untersuchungsergebnisse sehr widersprüchlich sind, wird die rosa Pille bald auf den Markt kommen. Grund dafür sind natürlich große wirtschaftliche Interessen.