Cannabiskonsum und die Auswirkungen

Auch wenn die meisten Menschen immer noch glauben, dass die Auswirkungen dieser Droge nicht so gravierend sind, wie behauptet wird, kommt es aufgrund von Cannabiskonsum zu verschiedensten Störungen. Hier erfährst du alles Wissenswerte darüber!
Cannabiskonsum und die Auswirkungen

Letzte Aktualisierung: 27. November 2021

Störungen, die auf Cannabiskonsum zurückzuführen sind, kommen in unserer Gesellschaft viel häufiger vor als gemeinhin angenommen. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung kann der Konsum dieser Droge zu einem Problem werden, das mitunter zu einer schweren klinischen Abhängigkeit führt.

Cannabiskonsum kann zu einer Suchterkrankung führen, die dazu führt, dass der oder die Betroffene den Konsum dieser Droge nicht mehr kontrollieren kann. Die Abhängigkeit von dieser Droge kann als leicht, mittelschwer oder schwer diagnostiziert werden, je nachdem, wie viele Symptome vorhanden sind.

Weißt du eigentlich, was Cannabis ist?

Cannabis, dessen wissenschaftlicher Name Cannabis sativa lautet, ist eine beliebte Pflanze. Aus ihrem Harz, ihren Blättern und Blüten werden die bekanntesten psychoaktiven Substanzen wie Haschisch und Marihuana hergestellt, und sie ist die am meisten konsumierte aller illegalen Drogen.

Cannabiskonsum: Konsumentin

Der Cannabiskonsum begleitet die Menschheit schon seit Urzeiten. Diese Pflanze wurde zu religiösen, medizinischen und Freizeitzwecken verwendet. Als psychoaktive Droge verändert sie die Gehirnfunktion und kann die Stimmung, die Wahrnehmung und das Bewusstsein verändern.

Ihre psychoaktive Wirkung ist auf einen ihrer Hauptwirkstoffe zurückzuführen, das Tetrahydrocannabinol oder THC. Die Konzentration dieses Wirkstoffs variiert je nach der Form, in der das Cannabis vorkommt. Haschisch hat eine höhere THC-Konzentration als Marihuana, daher ist die Toxizität höher.

Wenn es durch Rauchen konsumiert wird, wird es leicht über die Lunge aufgenommen und gelangt schnell in das Gehirn. Schon nach wenigen Minuten setzt die Wirkung ein, die zwischen 2 und 3 Stunden anhalten kann. Zu den häufigsten Effekten gehören:

  • Entspannung
  • Enthemmung
  • Das Gefühl, dass die Zeit langsamer vergeht
  • Schläfrigkeit
  • Störungen der Sinneswahrnehmung
  • Schwierigkeiten, sich auszudrücken, sich zu konzentrieren oder sich etwas zu merken

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Cannabiskonsum: Verschiedene Auswirkungen

Übermäßiger Cannabiskonsum kann, wie bei anderen Drogen auch, zu einer akuten Vergiftung führen. Diese verläuft mit unterschiedlichen Symptomen, die unter anderem von der Dosis, der THC-Konzentration und der bisherigen Erfahrung des Konsumenten abhängen.

Darüber hinaus steht der Konsum in Zusammenhang mit der Entwicklung von schweren psychischen, psychotischen, depressiven oder Angstzuständen. Daher wird dies als ernste Situation betrachtet. Es gibt mehrere häufig auftretende Störungen durch den Cannabiskonsum, wie zum Beispiel:

  • Angstzustände
  • Schizophrenie und induzierte Psychosen
  • Stimmungsstörungen

Zu diesen durch Cannabiskonsum ausgelösten Störungen gehören:

  • Delir aufgrund einer Intoxikation. Typische Symptome sind Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Misstrauen oder Störungen der Sinneswahrnehmungen. Es ist meist vorübergehend, tritt aber immer wieder auf. Diese Symptome können bei Personen auftreten, die zum ersten Mal Drogen konsumieren.
  • Amotivationales Syndrom. Der chronische Konsum wird mit Apathie und Motivationsverlust in Verbindung gebracht. Diese Symptomatik verschwindet in der Regel nach längerer Abstinenz von Cannabis.

Angststörungen

Es wird geschätzt, dass 22 % der Cannabiskonsumenten und -abhängigen unter Symptomen von Angststörungen leiden. Vorübergehende Angstsymptome, die einer generalisierten Angststörung, einer Panikstörung oder einer Phobie ähneln, treten meist während des Rausches und des Entzugs auf.

  • Obwohl die Symptome in der Regel nach ein paar Tagen verschwinden, kann es durchaus vorkommen, dass sie über Monate hinweg anhalten.
Cannabiskonsum: Angststörungen sind eine der möglichen Auswirkungen

Des Weiteren ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Patienten, die bereits Panikattacken hatten und Cannabis konsumieren, Angstsymptome entwickeln und diese Attacken erneut erleiden. Eine weitere interessante Tatsache ist, dass von allen heute bekannten Angststörungen nur die soziale Angst als Risikofaktor für die Entwicklung einer Cannabisabhängigkeit gilt.

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Schizophrenie und induzierte Psychosen

Die psychotischen Episoden, die Cannabiskonsum verursachen kann, sind meist von kurzer Dauer. Allerdings können sie auch nach Beendigung des Konsums fortbestehen. Die typischen psychotischen Symptome, die bei Cannabiskonsumenten auftreten können, sind:

  • Derealisation
  • Das Gefühl des Kontrollverlusts
  • Paranoia
  • Depersonalisierung

Darüber hinaus gilt der Cannabiskonsum als Risikofaktor für Menschen, die eine Veranlagung für Schizophrenie haben und er kann zudem eine bereits diagnostizierte Schizophrenie beeinflussen. Der Konsum dieser Droge kann das Risiko für das Auftreten einer Psychose im Laufe des Lebens um das Zwei- bis Dreifache erhöhen.

  • Dieses Risiko erhöht sich, wenn der Konsum im Jugendalter beginnt und in größerer Menge und Häufigkeit erfolgt.

Stimmungsstörungen

Manchmal werden Anhedonie (Unfähigkeit, Freude zu empfinden), Suizidgedanken und Selbstmordversuche bei Cannabiskonsumenten beschrieben. Ein Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und übermäßigem Konsum der Droge wurde jedoch nicht beobachtet.

Wenn man jedoch schon in jungen Jahren regelmäßig Cannabis konsumiert, ist ein Zusammenhang mit dem Auftreten von Depressionen erwiesen. Bei Menschen, die bereits an Stimmungsstörungen leiden und Cannabis konsumieren, kann es zu Komplikationen bei der depressiven Erkrankung kommen.

Cannabiskonsum: Körperliche und psychische Folgen

Störungen durch den Konsum dieser Droge können weniger schwerwiegend sein und sie entwickeln sich langsamer als bei anderen Drogen. Allerdings kann der Cannabiskonsum auch schwerwiegende soziale und psychologische Auswirkungen auf den Süchtigen haben.

Jetzt kennst du die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Cannabiskonsum verbunden sind. Daher ist es wichtig, sich über die Gefahren im Klaren zu sein, bevor es zu spät ist. So kannst du die Folgen auf körperlicher, psychologischer und sozialer Ebene vermeiden.

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