Soziale Angst oder Phobie: 5 hilfreiche Tipps

15 Juli, 2020
Menschen mit sozialer Angst fürchten sich vor den Reaktionen anderer und vermeiden Situationen, in denen sie beobachtet werden könnten oder in denen viele Menschen anwesend sind.

Wir sind ab unserer Geburt bis zu unserem Tod soziale Wesen. Damit wir alle unsere Fähigkeiten entwickeln können, benötigen wir den Austausch mit unserer Umgebung und unseren Mitmenschen. Die soziale Angst oder Phobie hält Betroffene vom Leben und von Beziehungen zu anderen fern.

Diese Angststörung, die sehr häufig auftritt, beeinträchtigt das Sozialverhalten, denn Betroffene fürchten sich zum Beispiel, von anderen als peinlich, lächerlich oder anders empfunden zu werden. Dies beeinflusst ihren Alltag sehr negativ und führt zu großem Leid. 

Was ist soziale Angst oder Phobie?

Was ist soziale Angst oder Phobie?
Menschen mit dieser Störung geraten bei Menschenansammlungen in Panik.

Viele Personen sind in alltäglichen Situationen nervös oder schüchtern, zum Beispiel in den ersten Schultagen, wenn sie Passanten um den Weg fragen müssen, sich mit anderen verabreden oder einen Verkäufer etwas fragen möchten. Doch Personen mit sozialer Angst geraten in diesen Situationen in Panik. 

Deshalb beginnen sie, diese Situationen und Orte, an denen sie sich unwohl fühlen, zu vermeiden. Doch mit der Zeit schirmen sie sich immer mehr von ihrer Umwelt ab. Dies beeinflusst ihre akademische Leistung, ihren Beruf und natürlich auch ihre Beziehungen zu anderen Menschen. 

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Soziale Angst und ihre Symptome

Es ist sehr schwierig, eine soziale Phobie zu diagnostizieren, denn die leidende Person versucht normalerweise, ihre Gefühle zu verheimlichen. Kinder mit sozialen Ängsten können manchmal aggressiv oder auch gleichgültig werden. Sie fühlen jedoch in sich verschiedene Symptome.

Das National Institute of Mental Health der Vereinigten Staaten, nennt folgende Symptome:

  • Angst davor, in der Öffentlichkeit erniedrigt zu werden,
  • die Furcht, von anderen beurteilt zu werden
  • und Panik beim Sprechen in der Öffentlichkeit.
  • Angst, dass die anderen herausfinden könnten, was los ist.
  • Übermäßiges Schwitzen, zittrige Stimme, Stottern, Rötung des Gesichts, Übelkeit und Brechreiz
  • Herzrasen und Tachypnoe
  • Schwindelgefühl und Muskelanspannung
  • Sie vermeiden alle Aktivitäten oder Situationen, in denen sie mit anderen interagieren müssen oder in der Öffentlichkeit stehen.
  • Negative Gefühle und Pessimismus

In schwerwiegenden Fällen können alle der genannten Symptome auftreten. Betroffene vermeiden deshalb alle sozialen Ereignisse: Jugendliche gehen zum Beispiel nicht auf Feste, verzichten auf Verabredungen und sprechen oder essen nicht mit Mitschülern.

Wenn Erwachsene einen Artikel im Geschäft umtauschen müssen, im Restaurant essen, eine öffentliche Toilette benötigen oder Blickkontakt aufrecht erhalten sollten, ist dies für sie eine Qual.

Doch es gibt Möglichkeiten, soziale Angst zu lindern und ein ruhiges und erfülltes Leben zu führen. Lies weiter, wir haben einige Tipps für dich.

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5 Empfehlungen gegen soziale Angst 

Empfehlungen gegen soziale Angst 
Falls ein Kind an sozialer Phobie leidet, ist es wichtig, ihm von einem Experten helfen zu lassen, um Komplikationen im Erwachsenenalter zu vermeiden.

Berücksichtige folgende Empfehlungen, um soziale Angst zu überwinden und dich in der Öffentlichkeit besser zu fühlen:

  1. Nimm sofort professionelle Hilfe in Anspruch: Bei Symptomen, die auf eine soziale Phobie hinweisen, solltest du dir unbedingt Unterstützung bei einem Experten suchen. Falls du soziale Phobie bei deinem Kind beobachtest, musst du dich auf jeden Fall von einem Psychologen beraten lassen.
  2. Prioritäten setzen: Wenn du an sozialer Angst leidest, verzichtest du auf viele Aktivitäten, da du diese durch deine Phobie nicht genießen kannst. Es ist wichtig, deine Zeit gut zu organisieren und Energie für deine Hobbys, Sport usw. aufzubringen.
  3. Tagebuch schreiben: Notiere dir jeden Tag die Ereignisse, denn damit kannst du dem Psychologen helfen, die Ursachen für deine Ängste zu analysieren und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.
  4. Vermeide schädliche Substanzen: In manchen Fällen greifen Menschen mit sozialen Ängsten auf Drogen oder Alkohol zurück, um sich zu befreien und den Umgang mit ihren Mitmenschen zu erleichtern. Dies führt zu Abhängigkeit, die dieses Problem zusätzlich verstärkt.
  5. Psychopharmaka und Therapie: Falls nötig, wird dir dein Arzt spezifische Arzneimittel und/oder eine kognitive Verhaltenstherapie verschreiben.

Du kannst deine Ängste überwinden!

Du kannst lernen, deine Ängste zu kontrollieren und dadurch dein Leben viel mehr genießen. Sprich mit einer Vertrauensperson über dein Problem und lass dir von einem Arzt oder Psychologen helfen, um deine Ängste erfolgreich zu überwinden!

Je früher du diese Empfehlungen in die Tat umsetzt, desto besser werden die Ergebnisse sein. Du darfst dich auf keinen Fall isolieren und auch nicht denken, dass deine Ängste unwichtig sind: Jedes Problem, das das normale Leben verhindert, muss diagnostiziert und behandelt werden.

  • National Institute of Mental Heathl. Trastorno de la ansiedad social. Extraído de: https://www.nimh.nih.gov/health/publications/espanol/trastorno-de-ansiedad-social-mas-alla-de-la-simple-timidez/sqf-16-4678_154698.pdf
  • Lic. Lorena Frangella. Lic. Cecilia Lukaszewicz. Fundación foro. MANUAL PSICOEDUCATIVO PARA PERSONAS CON ANSIEDAD SOCIAL. Extraído de: https://www.fundacionforo.com/uploads/pdfs/archivo45.pdf