Was tun bei Panikattacken? 4 hilfreiche Tipps

9 Juli, 2020
Panikattacken paralysieren den Patienten und beeinträchtigen seine physische und mentale Gesundheit. Erfahre heute, was du in diesem Fall tun kannst. 

Zu Panikattacken kommt es leider sehr häufig, wobei verschiedene psychosoziale Faktoren, jedoch auch andere Ursachen eine wichtige Rolle spielen. In unserem heutigen Artikel sprechen wir über mögliche Wege, dabei auftretende innere Anspannungen zu verhindern.

Panikattacken: Innere Anspannungen und andere Symptome

Experten der Mayo Clinic erklären, dass es sich bei Panikattacken um plötzliche, sehr intensive Angst handelt, die von folgenden Symptomen begleitet sein kann:

  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Mundtrockenheit
  • Atembeschwerden und Erstickungsgefühl
  • Brustschmerzen
  • Übelkeit und Bauchschmerzen
  • Gefühl der Irrealität
  • Parästhesie (unangenehme Körperempfindung)

Diese Symptome variieren bei jedem Patienten. Doch wie kommt es dazu? Nicht immer können die genauen Ursachen festgestellt werden, deshalb ist auch diese Störung unvorhersagbar. Manche Menschen können jedoch lernen, bestimmte Situationen zu erkennen, die eine Panikattacke auslösen können. Dies hilft ihnen, sie zu vermeiden.

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Panikattacken: Was tun?

Panikattacken: Was tun?
Wenn du an Panikattacken leidest, solltest du dich unbedingt untersuchen und von deinem Arzt beraten lassen.

Diese am Zentrum für Universitätsmedizin Göttingen durchgeführte Studie zeigt die Schwierigkeiten in der Behandlung einer Panikattacke, die auf verschiedene Gründe zurückzuführen sind:

  • Betroffene nehmen keine professionelle Hilfe in Anspruch.
  • Die Richtlinien zur Behandlung der Krise mit psychologischer Unterstützung und Medikation sind nicht klar oder werden nicht befolgt, was von der ambulatorischen Behandlung abhängt.

Die betroffene Person sollte unbedingt psychologisch diagnostiziert werden, wobei die möglichen Behandlungen von den Ursachen abhängen. Nach einer persönlichen Analyse sind verschiedene Möglichkeiten, die oft auch kombiniert werden, die Psychotherapie, Arzneimittel und andere Wege.

Bei der Behandlung spielen unter anderem auch folgende Faktoren eine wichtige Rolle: Alter, ob der Patient bereits aufgrund von Angststörungen behandelt wurde, Suizidgefahr und Ausmaß der Angstattacken. Es ist also eine sehr umfassende Untersuchung erforderlich, um alle Aspekte zu berücksichtigen und die bestmögliche Behandlung zu garantieren.

Die Arzneimittel, die in diesem Fall zum Einsatz kommen, können in verschiedenen Ländern variieren. Außerdem können diesbezüglich keine allgemeinen Empfehlungen gegeben werden. Wichtig ist auf jeden Fall die richtige Dosierung und die Information über mögliche Nebenwirkungen. 

Panikattacken: Allgemeine Empfehlungen

1. Kann Lavendelöl helfen?

Verschiedene Naturheilmittel können vorbeugend wirken oder während einer Krise die Symptome lindern. Allerdings fehlen bei vielen entsprechende wissenschaftliche Studien, die ihre Wirkung bestätigen könnten.

Lavendelöl hat sich als sehr effizient gezeigt, um Patienten während einer Angstattacke zu beruhigen, wie aus einer an der Western University of Health Sciences in Kalifornien (USA) durchgeführten Studie hervorgeht.

Es muss jedoch immer verdünnt und in der richtigen Dosierung zum Einsatz kommen. Lasse dich von deinem Arzt beraten!

2. Physische Übungen gegen Panikattacken

Physische Übungen gegen Panikattacken
Sport oder Entspannungsübungen helfen in der Kontrolle einer Krise und fördern das Wohlbefinden.

Sport ist natürlich nicht die endgültige Lösung, um Panikattacken zu verhindern. Doch aus einer Forschung, die an der Universidad Católica San Antonio de Murcia (Spanien) durchgeführt wurde, geht hervor, dass er Angstzustände lindern kann.

Gleichzeitige empfehlen sich Methoden zur MuskelentspannungEs eignen sich zum Beispiel Yoga oder Pilates. Doch es gibt auch andere sehr hilfreiche Techniken.

3. Atemtechniken

Eine Studie, die von Dr. Chóliz an der Universität von Valencia durchgeführt wurde, weist darauf hin, dass Atemtechniken eine sehr wichtige Rolle spielen, um Patienten zu entspannen. Wie bereits erwähnt, zählen Atembeschwerden zu den Symptomen einer Krise. So ist zum Beispiel die Hyperventilation typisch, die bereits vor der Panikattacke beginnen kann. Deshalb ist es grundlegend, die Atmung vor und während der Krise kontrollieren zu können.

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4. Psychotherapie bei Panikattacken

Pshychotherapie bei Panikattacken
Die Psychotherapie ist zur langfristigen Behandlung von Panikattacken und Stresszuständen sehr effizient.

Sehr wichtig zur langfristigen Behandlung ist die Psychotherapie, die definitiv gegen Angststörungen hilft. Der Patient hat dabei auch die Möglichkeit in Selbsthilfegruppen Unterstützung zu finden, wenn er dies wünscht.

Der Psychologe hilft dem Patienten, seine emotionalen Probleme zu erkunden, die zu Panikattacken führen. Sowohl die Ursachen als auch die Auslöser und Situationen, in denen es in der Regel dazu kommt, werden erforscht. So kann der Patient unter anderem spezifische Anzeichen, die auf eine bevorstehende Krise hinweisen, kennenlernen.

Keine Angst, Hilfe in Anspruch zu nehmen

Viele Betroffene schämen sich, an Panikattacken zu leiden. Sie weigern sich deshalb auch, eine Therapie zu beginnen, da sie befürchten als “schwach” oder “verrückt” abgestempelt zu werden. Du solltest jedoch über folgende Frage nachdenken: Ist die Meinung der anderen tatsächlich wichtiger als die eigene Gesundheit?

Du solltest dein eigenes Wohlbefinden und deine Gesundheit priorisieren und schädliche Kommentare gar nicht beachten. Eine Therapie in Anspruch zu nehmen ist eine reife und mutige Entscheidung, die Engagement erfordert. Du solltest diesen Schritt unbedingt tun, denn mit dieser Unterstützung kannst du die Kontrolle deines Lebens wieder selbst übernehmen!

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