Wissenswertes über Wächterlymphknoten

12 August, 2020
Der Wächterlymphknoten ist in der Diagnose und Behandlung eines Tumors sehr wichtig, ganz besonders bei Brustkrebs. Die richtige Identifizierung kann oft einen chirurgischen Eingriff ersparen. Erfahre heute mehr zu diesem Thema. 

Krebserkrankungen führen in vielen Fällen zu einer Übertherapierung der Patienten. Doch der Wächterlymphknoten kann der betroffenen Person oft verschiedene Schritte oder sogar einen chirurgischen Eingriff ersparen.

Als Wächterlymphknoten bezeichnet man den ersten Lymphknoten im Abflussgebiet des bösartigen Geschwürs. Es handelt sich nicht um eine Metastase, doch der Mechanismus ist ähnlich. Denn die Krebszellen verbreiten sich auf andere Bereiche und gelangen in die umliegenden Lymphknoten. Im Falle von Brustkrebs ist der Wächterlymphknoten grundlegend um das Stadium zu bestimmen und die Ausbreitung der bösartigen Zellen zu analysieren. Anhand der Biopsie dieses Lymphknotens kann die Entwicklung der Krankheit prognostiziert werden.

Außerdem helfen die Daten des Wächterlymphknotens nach der Biopsie bei der Planung der Therapie. Je nach dem Grad der Ausbreitung des Krebses kann der Arzt entscheiden, ob nur eine Chirurgie, oder eine Chemo- und Strahlentherapie oder eine andere Kombination nötig ist.

Der Wächterlymphknoten ermöglicht die Prognose der Entwicklung

Die Biopsie des Wächterlymphknotens bedeutet für die Onkologie einen sehr wichtigen Fortschritt. Als es dieses Verfahren noch nicht gab, waren bei Brustkrebs meist große chirurgische Eingriffe nötig, um den Tumor zu entfernen. Doch dabei wurden auch die Lymphketten in den Achselhöhlen in der Nähe des primären Tumors beseitigt.

In der Folge kam es häufig zu einem Lymphstau und Lymphödem, wobei die eingelagerte Flüssigkeit Schwellungen verursachte. Die komplette Entfernung der Lymphkette erfüllte jedoch zwei Ziele: das Ausmaß der Metastasen zu diagnostizieren und diese zu behandeln. Das Problem dieser Technik war allerdings, dass die Operation nicht nötig ist, wenn die Biopsie danach negativ ausfällt. Dann ist es jedoch bereits zu spät und die betroffene Frau leidet an den Nebeneffekten.

Durch kleinere Operationen kann die Lebensqualität der Patientinnen verbessert werden. Auch wenn ein chirurgischer Eingriff nötig ist, ist der Einschitt auf jeden Fall kleiner und die Lymphknoten werden nur dann entfernt, wenn bösartige Zellen diagnostiziert werden.

Der Wächterlymphknoten ermöglicht die Prognose der Entwicklung
Der Wächterlymphknoten ist der erste Lymphknoten im Abflussgebiet des bösartigen Tumors.

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Biopsie des Wächterlymphknotens

Die Biopsie des Wächterlymphknotens ist Teil des Protokolls bei bestimmten Arten von Brustkrebs. Sie wurde auch bei Melanomen ausprobiert, doch Experten sind sich über die Nützlichkeit noch nicht einig.

Wie bereits erwähnt, geht es um die Biopsie des ersten Lymphknotens im Abflussgebiet des bösartigen Tumors. Wenn das Ergebnis negativ ist, ist die Entfernung weiterer Lymphknoten nicht nötigt. Dann reicht ein kleinerer chirurgischer Eingriff, der jedoch ebenfalls Nebenwirkungen haben kann. Die häufigsten davon sind Blutungen der Wunde oder die Infektion der Punktionsstelle. Allerdings ist das Risiko sehr gering.

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Wie stellt man fest, welcher Lymphknoten der erste im Abflussgebiet ist?

Untersuchung Wächterlymphknoten
Der Arzt entscheidet, welche Methode im Einzelfall am besten ist, um den Wächterlymphknoten festzustellen.

Vor der Biopsie muss der Pathologe zuerst den Wächterlymphknoten identifizieren. Dem Ärzteteam stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Eine Möglichkeit ist, diesen Lymphknoten mit einem radioaktiven Verfahren zu markieren. Durch das Spritzen einer radioaktiv markierten Substanz kann der Arzt in einer Lyumphabfluss-Szintigraphie den Wächterlymphknoten bestimmen.

Eine andere Technik ist die Blaufärbung. Anstatt der radioaktiven Substanz spritzt der Pathologe einen blauen Farbstoff, um den Wächterlymphknoten sichtbar zu machen. 

Das Ärzteteam entscheidet, welche Methode zur Anwendung kommt. Beide sind effizient und die Nebenwirkungen sind minimal. Die radioaktive Substanz ist sehr schwach und die Strahlung verursacht keine internen Probleme. Der blaue Farbstoff kann den Harn eine Zeit lang blau färben.

Was verrät die Biopsie der Wächterlymphknoten?

Nach der Biopsie des Wächterlymphknotens gibt es zwei Möglichkeiten: Sollte das Ergebnis negativ sein, heißt dies, dass keine bösartigen Zellen in diesem Lymphknoten vorhanden sind. In diesem Fall ist kein neuer chirurgischer Eingriff nötig. Das Krankheitsstadium der Patientin wird bestimmt und die Therapie eingeleitet.

Wenn allerdings das Resultat positiv ist, ist ein chirurgischer Eingriff nötig. Der Krebs hat sich auf die nahen Lymphknoten ausgebreitet, die entfernt werden müssen.

Die frühzeitige Erkennung von Brustkrebs ist grundlegend, um die Ausbreitung zu verhindern. Je früher die Diagnose erfolgt, desto erfolgreicher die Behandlung und die Prognose.

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