Veränderung des Urins: was es zu beachten gilt

Eine Veränderung des Urins sollte immer aufmerksam beobachtet werden. Warum diese auftreten kann und wann du einen Arzt aufsuchen solltest, erfährst du in diesem Artikel.
Veränderung des Urins: was es zu beachten gilt

Letzte Aktualisierung: 19 November, 2020

Eine Veränderung des Urins sollte immer aufmerksam beobachtet werden. Warum diese auftreten kann und wann du einen Arzt aufsuchen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Urin ist eine Flüssigkeit, die in den Nieren gebildet wird, nachdem organische Rückstände und überschüssiges Wasser aus dem Körper gefiltert wurden. Von dort gelangt diese Flüssigkeit in die Harnleiter, einem pro Niere, bis in die Blase, wo sie angesammelt wird.

Normalerweise besteht Urin zu 96 % aus Wasser und aus gelösten Substanzen wie dem Harnstoff, der Harnsäure, Kreatinin und Chloriden. All diese Bestandteile gilt es zu untersuchen, falls wir eine Veränderung des Urins feststellen.

Urin wird von der Blase ausgehend über die Harnröhre ausgeschieden. Die Blase selbst ist ein Organ, das bei normaler Funktion 170 bis 180 cc Urin in drei bis fünf Stunden speichern kann.

Veränderung des Urins: verschiedene Ursachen

Probleme beim Wasserlassen

Harnprobe

Das Ausscheiden des Urins kann aufgrund unterschiedlicher Faktoren oder Krankheiten verändert sein. Beispielsweise kann es durch Harnsteine, aber auch durch Tumore erschwert werden, wodurch sich die Blase nicht richtig entleeren kann.

Weiterhin kann eine Nierenerkrankung für die Komplikation verantwortlich sein insbesondere dann, wenn der Patient an einer Niereninsuffizienz leidet.

Auch obstruktive Probleme erklären oftmals das beeinträchtigte Wasserlassen: Infektionen des Harnsystems oder Schwierigkeiten bei der Blasenfunktion wie eine überaktive Blase, Inkontinenz oder eine Prostatavergrößerung bei Männern sind denkbare Ursachen.

Veränderte Zusammensetzung des Urins

Wie bereits erwähnt wurde, setzt sich Urin hauptsächlich aus Wasser, aber auch aus anderen Elementen zusammen. Diese Bestandteile können in erhöhtem oder verringertem Maße auftreten und darauf hinweisen, dass etwas im Organismus nicht richtig funktioniert.

Daher gibt eine Urinprobe Aufschluss über die Menge dieser Komponenten im Urin, um eine entsprechende Diagnose möglicher Krankheiten stellen zu können. Zu den primären Veränderungen des Urins bzw. seiner Bestandteile gehören:

  • Pyurie: In diesem Fall ist Eiter im Urin vorhanden.
  • Hämaturie: Sie kann bei Harnwegsinfekten, Harnstein oder Krebserkrankungen des Harnsystems auftreten. Das Urin enthält ebenfalls Spuren von Blut.
  • Bakteriurie: Sie kann aufgrund der Bakterien im Urin Anzeichen für eine Infektion des Harnsystems oder der Harnwege sein.

Veränderte Menge des ausgeschiedenen Urins

Auch die Menge des ausgeschiedenen Harns kann variieren. Wird kein Urin produziert, spricht man von Anurie. Im umgekehrten Fall handelt es sich um eine Polyurie, einer übermäßigen Ausscheidung der Harmenge.

Eine weitere mögliche Veränderung des Urins lässt sich auf Oligurie zurückführen. Bei dieser kann festgestellt werden, dass die Urinmenge alle 24 Stunden wesentlich abnimmt. Nicht unerwähnt bleiben sollte ebenfalls die Harnverhaltung, bei der das Entleeren der Blase nicht möglich ist.

Zuletzt ist Urininkontinenz ein bekanntes Problem, bei der sich nicht kontrollieren lässt, wie viel Urin ausgeschieden wird.

Farbliche Veränderung des Urins

Veränderungen des Urins

Im Normalfall ist Urin gelb bis hellgelb. Zu den häufigsten farblichen Veränderungen des Harns zählen die folgenden:

  • dunkles Gelb als Zeichen für Dehydrierung
  • orange aufgrund des übermäßigen Verzehrs von Nahrungsmitteln, die reich an Betacarotinen sind, und auch aufgrund mancher Medikamente
  • rot oder rosa durch Blut im Harn oder, wie zuvor erwähnt, durch Hämaturie
  • lila gewöhnlich bei Patienten mit einem Blasenkatheter aufgrund der Umwandlung einiger Pigmente durch Bakterien, die sich im Sondenschlauch befinden

Solltest du Veränderungen deines Urins in einem Zeitraum von länger als drei Tagen feststellen, solltest du besser einen Arzt aufsuchen. Anhand einer Urinprobe läss sich die Ursache bestimmen und entsprechende Behandlungsmöglichkeiten umsetzen.

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