Urogenitale Atrophie bei postmenopausalen Frauen

24 März, 2021
Die Symptome einer urogenitalen Atrophie belasten Patientinnen oft emotional und beeinträchtigen ihre Lebensqualität.

Urogenitale Atrophie ist eine mögliche Folge der Menopause. Obwohl sie nicht so bekannt ist wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen, hat die urogenitale Atrophie viele Folgen, die sich direkt auf die Lebensqualität von Frauen auswirken können.

Die Lebenserwartung ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und damit auch die Jahre, die Frauen mit der Menopause leben müssen. Der Östrogenabfall, der in diesem Lebensabschnitt auftritt, kann zu verschiedenen Krankheiten und Beschwerden führen. Man schätzt, dass nach fünf Jahren Menopause bis zu einem Drittel der Frauen einen gewissen Grad an urogenitaler Atrophie erleiden.

Bevor wir uns diesen Zustand und seine Symptome genauer ansehen, ist es wichtig, die Rolle von Östrogen zu verstehen.

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Urogenitale Atrophie

Östrogene sind weibliche Steroidsexualhormone, die in den Eierstöcken und den Nebennieren produziert werden. Sie sind für die Entwicklung der sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale verantwortlich. Zu ihnen gehören:

  • Die Ausweitung der Hüften
  • Wachstum und Entwicklung der Brüste
  • Die Regulierung der Menstruation zusammen mit anderen Hormonen

Die Zeit der Pubertät und Geschlechtsreife bei Frauen beginnt dann, wenn die Produktion von Östrogenen ansteigt. Dadurch regt der Körper das Wachstum von Gebärmutter, Scheide, Gebärmutterschleimhaut und Eileitern an. Der Spiegel dieser Hormone bleibt mehr oder weniger stabil bis zum Eintreten der Menopause. Danach kommt es zu einem drastischen Rückgang dieser Hormone.

Neben der Entwicklung der sekundären weiblichen Merkmale haben Östrogene auch andere Funktionen, wie z. B.:

  • Sie verbessern das Aussehen der Haut. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Produktion von Kollagen und den Regenerationsprozessen der Haut.
  • Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems. Sie sind am Fettstoffwechsel beteiligt und aktivieren die Produktion von HDL.
  • Stärkung des Knochensystems. Östrogene verhindern den Verlust von Kalzium und sorgen für seine richtige Mineralisierung, wodurch die Knochen nicht brüchig werden.
  • Sie tragen zur richtigen Funktion des Harnsystems bei. Sie unterstützen die regelmäßige Harnausscheidung einer Frau.
  • Darüber hinaus wirken sie sich positiv auf das Gehirn aus. Sie fördern den Blutfluss zum Gehirn und die Glukoseproduktion.
  • Sie stimulieren das sexuelle Verlangen.

Urogenitale Atrophie: Symptome

Die Symptome einer urogenitalen Atrophie beeinflussen die Patientinnen oft auch emotional und können, wie bereits erwähnt, ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Im Gegensatz zu anderen Symptomen der Menopause bleibt die urogenitale Atrophie langfristig bestehen und kann sich verschlimmern, wenn sie nicht richtig behandelt wird.

Der Östrogenabfall in den Wechseljahren hat einen großen Einfluss auf die vaginale Gesundheit. Es treten Veränderungen im pH-Wert auf, wodurch sowohl Vaginal- als auch Harnwegsinfektionen begünstigt werden.

Das Netzwerk der Gefäße, die die Vaginalschleimhaut versorgen, nimmt ab. Infolgedessen nimmt auch die Lubrikation ab. Dieser Mangel an Feuchtigkeit kann zu häufigen Reizungen, Trockenheit und Dyspareunie führen. Dyspareunie bezeichnet Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Zudem wird die Vaginalschleimhaut dünn und brüchig, und es besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko bei normalerweise sicheren Vorgängen wie dem Einführen eines Spekulums während einer vaginalen Untersuchung oder auch beim Geschlechtsverkehr.

Urogenitale Atrophie

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Urogenitale Atrophie: Behandlung

Mehrere sehr wirksame Behandlungen können dazu beitragen, die Symptome einer urogenitalen Atrophie zu verlangsamen, zu verringern oder sogar zu verbessern.

Eine Möglichkeit sind vaginale Feuchtigkeitscremes und Gleitmittel. Diese sind, unterstützt durch Gleitmittel beim Geschlechtsverkehr, die erste Behandlungsmöglichkeit für Patientinnen mit leichten oder mittleren Symptomen. Mit diesen Produkten lassen sich die Trockenheitserscheinungen reduzieren und der pH-Wert wiederherstellen, sie können aber die Veränderungen der Schleimhäute nicht rückgängig machen.

Auf der anderen Seite gibt es hormonelle Behandlungen. Diese Behandlungsform gilt als beste Wahl für Frauen, die unter mäßigen bis starken Symptomen leiden.

Eine Hormonbehandlung kann die durch das Hormondefizit in den Wechseljahren verursachten Veränderungen rückgängig machen. Die Einnahme kann systemisch, oral oder vaginal erfolgen. Niedrige Dosen von Östrogen, die lokal verabreicht werden, sind die erste Wahl bei der hormonellen medikamentösen Behandlung.

Letztendlich gelten eine Änderung des Lebensstils und eine nicht-hormonelle Behandlung als die besten Optionen zur Behandlung der Symptome einer urogenitalen Atrophie. Das gilt vor allem für Frauen mit minimalen Veränderungen oder leichten Symptomen und für solche, die entweder kein Östrogen verwenden wollen oder können.

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