Neuraltherapie: Was ist das?

26 Mai, 2020
Die Neuraltherapie nach Huneke ist ein relativ neues Verfahren, bei dem es darum geht, das vegetative Nervensystem durch die Anwendung eines Lokalanästhetikums zu beeinflussen, um zum Beispiel neuropathische Schmerzen zu lindern. 

Die Neuraltherapie kommt immer häufiger zum Einsatz. Damit werden Funktionsstörungen im Organismus behandelt, indem durch die Aktivierung oder Dämpfung des Nervensystems die Selbstheilungskräfte des Körpers stimuliert werden.

Die Neuraltherapie unterteilt sich in zwei verschiedene Methoden: die Segmenttherapie und die Störfeldtherapie. Demnach können Störfelder im ganzen Körper chronische Entzündungsherde auslösen, die behandelt werden. Die Entzündungen können zum Beispiel die Organe, Ganglien, die Haut oder andere Körperbereiche betreffen. Diese Störungen wurden von der Medizin lange nicht beachtet oder unterschätzt.

Die Neuraltherapie soll helfen, durch das „Ausschalten“ des Störfeldes mittels Anästhetikum, die Beschwerden unmittelbar zu lindern und die Funktionen des Nervensystems wiederherzustellen. Auf diese Weise soll die Genesung verschiedener Pathologien beschleunigt werden, die mit konservativen Behandlungen keine Verbesserungen erzielen.

Allerdings sind auf diesem Gebiet noch umfassende Studien nötig, um wissenschaftlich bestätigen zu können, dass diese Regulationstherapie bei Funktionsstörungen des Organismus tatsächlich effizient ist. 

In unserem heutigen Artikel erklären wir dir Interessantes über die Neuraltherapie und wann sie zum Einsatz kommt.

Neuraltherapie: Was ist das?

Das Nervensystem besteht aus spezialisierten Zellen, welche elektrische Signale weiterleiten. Es ist dafür verantwortlich, einen Großteil der Körperfunktionen zu leiten und zu überwachen. Außerdem ermöglicht es den inneren Ausgleich des Körpers mit der Umwelt.

Das Nervensystem ist wie auch jeder andere Körperteil verletzlich und kann an Störungen oder Infektionen leiden. So kann es zum Beispiel durch ein Trauma oder bei einer Operation geschädigt werden. Meist handelt es sich um kleine Verletzungen, die wieder geheilt werden können.

Doch wenn die Verletzung ernst ist oder lange dauert, kann das Nervensystem irreversibel geschädigt werden. Wenn dies der Fall ist, entstehen Schmerzen, die nicht durch konventionelle Therapien gelindert werden können.

Genau hier kommt die Neuraltherapie häufig zur Anwendung: Sie versucht, die normale Funktion des Nervensystems wieder herzustellen. Das bedeutet, dass sie einen Beitrag leistet, um die Verletzungen der Nervenleitbahnen zu heilen. Damit könnten die Schmerzen gestoppt werden.

Mann macht Neuraltherapie
Neuropathische Schmerzen können mit der Neuraltherapie behandelt werden.

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Wie kommt die Neuraltherapie zur Anwendung?

Bei der Neuraltherapie erhält der Patient ein Lokalanästhetikum an der schmerzenden Stelle, an der sich die neuralen Verletzungen befinden. Meist verwendet der Therapeut dafür Procain oder Lidocain. Das Betäubungsmittel wird mit physiologischer Kochsalzlösung verdünnt und in kleinen Mengen gespritzt.

In vielen Fällen verbessern sich damit die Schmerzen schnell. Doch manche Patienten reagieren zum Beispiel mit sehr viel Energie oder auch mit großer Müdigkeit in den darauffolgenden Tagen.

Nach der Behandlung sollte der Patient eine Nachuntersuchung erhalten, die meist ungefähr einen Monat nach der Injektion stattfindet. In manchen Fällen reicht eine einmalige Sitzung, in anderen sind mehrere Behandlungen notwendig, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 

Neuraltherapie
Bei der Neuraltherapie spritzt der Arzt ein Betäubungsmittel in die schmerzende Stelle.

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Wann kommt die Neuraltherapie zur Anwendung?

Die Neuraltherapie kann als Behandlung zahlreicher Pathologien vorteilhaft sein, ganz besonders wenn chronische Schmerzen oder Entzündungen vorhanden sind. So kommt sie zum Beispiel bei Lumbalgie, Zervikalgie und Tendinitis zum Einsatz.

Andererseits hilft diese Therapie ebenfalls bei komplexeren Krankheiten wie Fibromyalgie. Auch bei Morbus Crohn und verschiedenen Gemütsstörungen, die somatische Beschwerden verursachen, kann die Neuraltherapie vorteilhaft sein.

Diese Mehtode kann außerdem bei Kindern verwendet werden, wenn die Eltern ihre Zustimmung geben. Man kann damit sich wiederholende Infektionen, wie Bronchitis, eine Blasenentzündung oder Gastroenteritis behandeln.

Abschließende Bemerkung

Bevor man mit dieser Therapie beginnt, müssen zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden. Außerdem muss die Neuraltherapie immer von einem erfahrenen Experten durchgeführt werden. Es ist deshalb wichtig, sich gut zu informieren und jeden Einzelfall zu analysieren. Der Arzt kann dann entscheiden, ob diese Behandlung sinnvoll ist.

  • Olarte, Diana Marcela Villamizar, and Daicy Rojas de Rangel. „Eficacia de la terapia neural en pacientes con dolor cervical o lumbar, del servicio de medicina física y rehabilitación de un centro hospitalario, 2016.“ Revista Colombiana de Medicina Física y Rehabilitación 27.1 (2017): 25-37.
  • De La Torre, Faneth Toscano, and Laura Bibiana Pinilla Bonilla. „Los principios de la terapia neural desde los fundamentos del nervismo hasta la neurociencia actual.“ Revista Salud UIS 44.2 (2012).
  • Vinyes, David. „Terapia Neural.“ Rev Cubana Ortop Traumatol 9.3 (2005).