Korrigierendes Make-up in der Dermatologie

13 Juni, 2020
Korrigierendes Make-up kann in verschiedener Hinsicht nützlich sein. Zum einen haben manche Krankheiten unschöne Folgen für die Haut. Mit einem solchen Make-up kann man diese zum Beispiel lindern. Doch diese Produkte haben nicht nur einen ästhetischen Nutzen. Sie können auch therapeutische Zwecke haben.

Korrigierendes Make-up wurde in der Dermatologie speziell entwickelt und es ist vor allem dafür gedacht, gewisse unschöne Stellen der Haut zu kaschieren. Denn auf diese Weise kann man das gute Aussehen derjenigen Hautpartien wiederherstellen, die von bestimmten Hautkrankheiten oder anderen Verletzungen betroffen sind. Diese Art von Make-up ist nützlich für:

  • eine Abmilderung der Folgen von Verbrennungen für die Haut
  • die Verbesserung von Behandlungen im Bereich der ästhetischen Dermatologie oder plastischen Chirurgie
  • eine Minimierung der Nebenwirkungen bei Krebsbehandlungen

Darüber hinaus hat korrigierendes Make-up auch einen großen psychologischen Nutzen. Denn es lässt die Haut gut aussehen. Und dadurch wird das eigene Aussehen als vorteilhafter wahrgenommen. Dies trägt wiederum zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls und auch der Lebensqualität der Betroffenen bei.

Welche Merkmale hat korrigierendes Make-up?

Diese Art von Make-up wurde, wie bereits erwähnt, speziell entwickelt. Es dient vor allem dazu, Unvollkommenheiten der Haut zu korrigieren oder zu kaschieren. Korrigierendes Make-up weist also eine Reihe von besonderen Merkmalen auf. Dazu zählen folgende:

  • Hohe Deckkraft
  • Natürlich wirkendes Ergebnis: schnelle und einfache Anwendung
  • Dermatologisch sicher: es werden entsprechende klinische Tests durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Produkte hypoallergen und nicht-komedogen sind
  • Zuverlässiger Halt auf der Haut
  • Wasser- und schweißbeständig
  • Parfümfrei
  • Anpassbar an die Anwendung im Gesicht sowie auf andere Körperteile
  • Leicht zu entfernen

Korrigierendes Make-up: Weißt du Bescheid über die Grundlagen?

Man greift hier auf das im chromatischen Farbkreis dargestellte Prinzip der Komplementärfarben zurück. In diesem Farbkreis gibt es zu jeder Farbe eine ihr entgegengesetzte Farbe. Fügt man einer Farbe die ihr entgegengesetzte Komplementärfarbe zu, schwächt man sie ab. So schwächt beispielsweise Grün die Farbe Rot ab und Gelb hat denselben Effekt auf Violett.

Dieses Prinzip ermöglicht es also, bei rötlichen oder violetten Unregelmäßigkeiten der Haut diese durch Farbkorrektoren der entgegengesetzten Farben zu kaschieren. Dadurch muss man  bei dieser Art von Make-up in der Regel nur eine geringe Menge an Grundierung verwenden.

Ständer mit Kosmetika

Korrigierendes Make-up arbeitet mit dem Prinzip der Farbtheorie. Man verwendet bestimmte Farbtöne, um andere zu kaschieren.

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Therapeutische Anwendung von Make-up in der Dermatologie

Korrigierendes Make-up bietet zahlreiche und vielfältige Möglichkeiten der Verwendung. Einige der häufigsten sind diese:

  1. Abdecken von kleineren Unvollkommenheiten: Augenringe, Flecken oder Tätowierungen
  2. Hautkrankheiten: Akne, Rosazea oder Lupus
  3. Hyper- oder Hypopigmentierungen: Lentigines, Melasmen oder Vitiligo
  4. Vaskuläre Veränderungen: Flush, Couperose oder Angiome
  5. Nach Eingriffen im Bereich der ästhetischen Dermatologie oder plastischen Chirurgie: chemisches Peeling, Dermabrasion, Laserbehandlung oder Verwendung injizierbarer Füllsubstanzen im Bereich der Gesichtsästhetik.
  6. Kaschierung von Verbrennungen und Narben.

Bei Patienten, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen müssen, wird zusätzlich zum normalen Make-up ein korrigierendes Make-up verwendet. In diesen Fällen ist es manchmal notwendig, die Augenbrauen ein wenig mit dem Make-up zu verstärken, oder Lücken mithilfe der Schminke nachzubilden.

Dazu muss man beim Auftragen der Linie der natürlichen Augenbraue mit kleinen Strichen folgen. Sollte jedoch eine teilweise oder vollständige Alopezie vorliegen, kann man 3 Referenzpunkte nehmen, um die Augenbrauen komplett neu auf das Gesicht aufzutragen.

Auch die Wimpern sind bei einer Krebstherapie oft in Mitleidenschaft gezogen. Dann haben die Patienten entweder nur noch wenige oder manchmal auch gar keine Wimpern mehr. In diesem Fall kann man ebenfalls korrigierendes Make-up zu Hilfe nehmen. Dann trägt man mit einem Augenbrauenstift etwas Farbe auf den Ansatz der oberen Wimpern auf. Dadurch wird erreicht, dass die verbliebenen Wimpern dichter aussehen, oder man kann den Eindruck der fehlenden Wimpern abmildern.

Korrigierendes Make-up als Hilfe bei Vitiligo

Bei Krankheiten wie Vitiligo kann korrigierendes Make-up helfen

Korrigierendes Make-up bei Krebspatienten

Korrigierendes Make-up nimmt im Bereich der Dermatologie eine besondere Bedeutung bei Patienten ein, die sich in onkologischer Behandlung befinden. Denn bei Chemotherapien und anderen krebsspezifischen Behandlungen sind unerwünschte Wirkungen auf die Gesichtshaut eine sehr häufige Folge.

Es ist wichtig, dass sich die Betroffenen mit ihrem Aussehen wohlfühlen. Denn das steigert ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Daher hilft ihnen das Make-up, den bei ihrer Krankheit notwendigen Behandlungen mit einer positiveren Einstellung zu begegnen. Und nicht nur das: Zudem erlaubt es ihnen, ihre persönlichen und auch gesellschaftlichen Beziehungen zu verbessern.

Darüber hinaus trägt korrigierendes Make-up dazu bei, die häufigsten Probleme mit der Gesichtshaut im Zusammenhang mit Krebsbehandlungen abzumildern. Dazu zählen starke Trockenheit der Haut und Ermüdungserscheinungen. Auch Flecken und Hyperpigmentierung oder Rötungen sind eine häufige Folge. Ebenso akne-ähnliche Hautausschläge und auch der teilweise oder komplette Haarausfall bei Augenbrauen und Wimpern.

Vor dem Auftragen von Make-up sollte eine sanfte Reinigung erfolgen. Und diese sollte man nur mit Produkten von nachweislicher Wirksamkeit und Verträglichkeit durchführen. Hierfür eignen sich besonders Reinigungsmilch oder Reinigungsöle.

Die angemessene Versorgung mit Feuchtigkeit ist für das Gesicht und gerade für die Haut um die Augenpartie grundlegend. Denn trockene Haut gehört zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Dabei ist es wichtig, hypoallergenen Produkten mit einem hohen Gehalt an Emollientien den Vorzug zu geben.

Außerdem ist es ratsam, ein- bis zweimal pro Woche eine feuchtigkeitsspendende Maske aufzutragen. Und natürlich sollte es den Betroffenen nie an einem angemessenen Sonnenschutz mangeln. Denn onkologische Behandlungen erhöhen die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenstrahlung. Sie sollten sich der Sonne so wenig wie möglich aussetzen.

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Fazit

Korrigierendes Make-up kann ein gutes Hilfsmittel darstellen. Vor allem im Fall von Personen, die an bestimmten Hauterkrankungen leiden, oder sich einer Krebsbehandlung unterziehen müssen. Ein solches Make-up kann dazu beitragen, dass sich die Betroffenen sowohl körperlich als auch emotional wohler fühlen. Man muss verstehen, dass diese Produkte neben ihrer ästhetischen Verwendung auch eine medizinische Anwendung haben.

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