Behandlung von Psoriasis

· 23 November, 2017
Die Behandlung von Psoriasis bekämpft die Symptome durch die Kombination verschiedener Therapien.

Die Behandlung der Psoriasis (Schuppenflechte) konzentriert sich auf die Symptome und hängt von der klinischen Situation im Einzelfall ab.

Es gibt keine Standard-Behandlung, jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Krankheit unter Kontrolle zu halten und auf ein Minimum zu reduzieren.

Häufige Symptome sind:

  • Entzündung
  • Hautrötung
  • Hautabschuppung
  • Juckreiz

Die verschiedenen Behandlungsarten der Psoriasis sind:

  • lokale Therapie,
  • Fototherapie und Fotochemotherapie,
  • oral einzunehmende Arzneimittel oder
  • biologische Therapien.

Lokale Therapien

Diese Anfangsbehandlungen werden bei einem Großteil der Patienten eingesetzt. Sie bestehen im Auftragen von Salben und Cremes auf die äußerlichen Hautverletzungen.

Zu den am häufigsten genutzten lokalen Arzneimitteln zur Bekämpfung der Schuppenflechte gehören:

  • Vitamin-D-Analoga
  • typische Cortisone
  • Keratolytika
  • lokale Retinoide
  • Teere

Vitamin-D-Analoga: Calcitriol, Calcipotriol oder Tacalcitol

Das effizienteste hiervon ist Calcipotriol. Die klinische Wirkung dieser Analoga tritt langsamer ein als die hochwirksamer Kortisone, verfügt aber über eine höhere Sicherheit. Daher werden sie zur Langzeitbehandlung benutzt. 

Es wird empfohlen, sie mit lokalem Kortison zu kombinieren, da diese Kombination effizienter ist als jedes der beiden Medikamente alleine.

Trotz ihrer hohen Sicherheit besitzen die Vitamin-D-Analoga allerdings trotzdem eine deutliche Nebenwirkung: Es besteht die Möglichkeit des Auftretens von Hautirritationen in den betroffenen Regionen. Deshalb sollte nach dem Auftragen der Medikamente die Einwirkung von direktem Sonnenlicht vermieden werden.

Typische Kortisone

Diese Gruppe von Medikamenten bewirkt hauptsächlich eine Aufhellung der Hautschuppen und reduziert die Entzündung. Sie werden niedrig dosiert in sensiblen Gegenden (Gesicht, Leisten) angewandt, hochdosiert auf der Kopfhaut, Gegenden mit dickeren Verkrustungen, sowie auf Händen und Füßen.

Auftragen der Salbe bei Psoriasis

Experten empfehlen, die hochdosierten Kortisone am Anfang der Behandlung zu verwenden, und danach mit den niedriger dosierten fortzufahren. Es ist auch ratsam, sie mit anderen Therapien zu kombinieren, wie zum Beispiel mit Vitamin-D-Analoga.

Mit Kortisonen sollte man vorsichtig umgehen, da Nebenwirkungen sowohl lokal auftreten können, als auch in einigen Fällen das Nervensystem betreffen.

In der Gruppe der lokalen Nebenwirkungen treten folgende auf:

  • Verminderung der Hautdicke
  • Aufhellung der Haut durch die Hemmung der Pigmentzellen
  • Mundrose
  • kleine Einblutungen in die Haut

Störungen des Nervensystems sind selten, aber schwerwiegend. Unter anderem können Hemmungen der Hypothalamus-Hypophyse-Achse oder das Cushing-Syndrom auftreten.

Um sie zu vermeiden empfiehlt man, Kortisone höchstens zweimal täglich anzuwenden. Man muss auch im Hinterkopf behalten, dass das Risiko eines Rückfalls besteht, wenn die Behandlung plötzlich abgesetzt wird.

Acetylsalicylsäure (Aspirin)

Der Nutzen der Acetylsalicylsäure beschränkt sich darauf, die Schuppen zu entfernen; sie begünstigt auch die Erneuerung des Gewebes. Darüber hinaus verstärkt sie die Wirksamkeit der Medikamente, da diese leichter aufgenommen werden. Daher ist das Medikament als begleitende Behandlung anzusehen.

Lokale Retinoide

Dies sind Analoga zu Vitamin ATazaroten ist das einzige auf dem Markt verfügbare Medikament zur Behandlung der Schuppenflechte. Man benutzt es in Kombination mit Kortisonen.

Es kann Hautirritationen hervorrufen, weshalb man es nicht auf Krusten im Gesicht oder Leisten verwenden sollte. Wie alle Analoga zu Vitamin A ist es lichtsensibel und fruchtbarkeitsschädigend. Schwangere Frauen sollten auf die Einnahme also verzichten. 

Teere

Dies ist die älteste Behandlungsform der Psoriasis. Man bereitet sie aus Steinkohle-Teer zu. Auch wenn der Geruch manchmal abstoßend ist und die Kleidung leicht Flecken bekommt, werden sie zeitweise auf Verkrustungen benutzt.

Auch sie sind lichtempfindlich. Man sollte direkte Sonneneinstrahlung nach der Benutzung also vermeiden.

Fototherapie und Fotochemotherapie

Man greift auf diese Behandlungsweise zurück, wenn die örtliche Therapie nicht die erwünschte Wirkung zeigt oder die Verkrustungen sehr dick sind.

  • Zur Fototherapie gehören die UVB-Strahlen (Breitband-Strahlen sind wirksamer und verursachen weniger Verbrennungen). Man benutzt sie in Verbindung mit Tazaroten, Vitamin-D-Analoga oder Behandlungen des Nervensystems.
  • Fotochemotherapie: Sie ist auch unter dem Begriff PUVA bekannt. Zunächst werden örtliche oder orale Medikamente zur Bekämpfung der Schuppenflechte eingesetzt, die lichtsensibel wirken. Dies kombiniert man danach mit der Bestrahlung durch UVA-Strahlen. Es ist eine alternative Behandlung für diejenigen Patienten, bei denen UVB-Strahlen keine Wirkung zeigen. PUVA ist effizienter und die Wirkung hält länger an. Allerdings wird sie in Verbindung gebracht mit Krebserkrankungen der Haut und Melanomen.
Fototherapie zur Behandlung von Psoriasis

Orale Medikamente für das Nervensystem

Die Behandlung des Nervensystems erfolgt, wenn keine andere Therapie Erfolg hatte. Die Behandlung erfolgt durch:

  • Unterdrückung des Immunsystems
  • Retinoide

Unterdrückung des Immunsystems

In dieser Gruppe wird das Medikament Methotrexat am häufigsten verwendet. Man benutzt es vor allem zur Langzeitbehandlung. Aufgrund der Nebenwirkungen muss man den Patienten allerdings überwachen. Auch sollte eine Schwangerschaft bis drei Monate nach der Behandlung vermieden werden.

Ein weiteres Medikament zur Unterdrückung des Immunsystems ist orales Ciclosporin. Dieses wirkt ähnlich gut oder sogar ein bisschen besser als Methotrexat. Es ist aber giftig für die Nieren und kann Bluthochdruck auslösen. Eine Beobachtung des Patienten ist daher erforderlich. Man empfiehlt es deshalb zur zeitweisen Behandlung von geringer Dauer. 

Retinoide

Das Medikament Acitretin (Analoga zu Vitamin A) kann als Alternative für Patienten mit pustelartiger Schuppenflechte benutzt werden. Es ist auch angezeigt für Menschen mit gestörtem Immunsystem, die keine Immunsuppressiva benutzen können.

Man kann es auch mit UVB oder UVA Bestrahlung kombinieren. Die Wirkung ist allerdings geringer als bei Ciclosporin. Die nierenschädigende Nebenwirkung kann ferner bis zu zwei Jahre nach der Behandlung andauern.

Biologische Therapien zur Behandlung der Psoriasis

Diese Medikamente sind ausschließlich Patienten vorenthalten, welche UVA-Bestrahlung oder orale Behandlungen des Nervensystems nicht vertragen. Ustekinomab ist ein biologisches Medikament, dessen einziger Anwendungszweck die Psoriasis ist. Es erfordert daher die Beobachtung des Patienten zur Kontrolle der Nebenwirkungen, da die langfristige Sicherheit nicht erforscht ist.