Das trockene Auge-Syndrom: 5 hilfreiche Tipps

Ein trockenes Auge kann viele Ursachen haben. Daher ist es ratsam, dass du dich an einen Fachmann wendest, um eine gesicherte Diagnose zu erhalten. In milden Fällen können einige natürliche Heilmittel helfen.
Das trockene Auge-Syndrom: 5 hilfreiche Tipps
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Valeria Sabater.

Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2022

Das Syndrom des trockenen Auges tritt auf, wenn die Tränensekretion, die zur Befeuchtung der Augen notwendig ist, nicht in ausreichendem Maße erfolgt. Grundsätzlich kann jeder Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt von einem trockenen Auge betroffen sein. Außerdem besteht ein Zusammenhang mit Krankheiten wie Diabetes oder dem sogenannten “Passivrauchen”.

Deine Augen sind im Allgemeinen sehr empfindliche Organe. Daher reagieren sie auch auf äußere Faktoren wie beispielsweise Luftverschmutzung. Und wenn wir von der Tatsache ausgehen, dass der Körper als Ganzes arbeitet, wird offensichtlich, dass auch dein allgemeiner Gesundheitszustand einen Einfluss auf deine Augen hat. Daher kann ein geschwächtes Immunsystem ebenfalls zu diesem Syndrom führen.

Angesichts der vielen damit verbundenen Faktoren ist es wichtig, dass du einen Augenarzt aufsuchst, um eine angemessene Untersuchung und nach der Diagnose eine entsprechende Behandlung zu erhalten. Wenn dein trockenes Auge nur leichte Beschwerden verursacht, können einige grundlegende Pflegemittel und natürliche Heilmittel helfen, es wieder zu beruhigen. In unserem heutigen Artikel wollen wir dir 5 Tipps geben, mit denen du dir Erleichterung verschaffen kannst.

Das trockene Auge-Syndrom: Symptome und Ursachen

In den meisten Fällen tritt das Syndrom des trockenen Auges bei Menschen auf, die ansonsten bei guter Gesundheit sind. I m Laufe der Jahre tritt dieser Zustand immer häufiger auf, insbesondere in höherem Alter. Dies kann zu einem großen Teil auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen sein, die im Laufe der Zeit auftreten.

Risikofaktoren

  • Das Arbeiten oder längerer Aufenthalt in einer trockenen Umgebung (entweder aufgrund von starkem Wind oder Klimaanlage)
  • Ständige Sonneneinstrahlung
  • Rauchen oder Passivrauchen
  • Die Einnahmen von Erkältungs- oder Allergiemedikamenten
  • Das Tragen von Kontaktlinsen
  • Verätzungen am Auge
  • Nach einer Augenoperation
  • Die Verwendung von Augentropfen gegen andere Augenkrankheiten
  • Störungen des Immunsystems. Dies kann die Tränendrüsen beeinträchtigen.

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Das trockene Auge-Syndrom: Symptome

Bevor wir darüber sprechen, welche Symptome normalerweise auftreten, ist es wichtig, zunächst andere Ursachen und Probleme auszuschließen. Beispielsweise eine allergische Reaktion oder eine Augeninfektion.

Laut Angaben der American Academy of Ophthalmology sind einige der Symptome dieses Syndroms:

  • Verschwommene Sicht
  • Juckende und brennende Augen
  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • Lichtempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Verklebte Augen
  • Schmerzen beim Tragen von Kontaktlinsen

Darüber hinaus gibt die oben genannte Quelle an, dass der Augenarzt die Verwendung künstlicher Tränenflüssigkeit und verschreibungspflichtiger Medikamente in Form von Augentropfen verschreiben kann. Die gewählte Behandlungsmethode hängt weitgehend von der Ursache des trockenen Auges ab. Obwohl einige Hausmittel helfen können, solltest du dennoch zuerst einmal einen Arzt aufsuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten.

grüne Augen
Zusätzlich zur Trockenheit verursacht dieses Syndrom Augenreizungen, verschwommenes Sehen und Kopfschmerzen.

Heilmittel zur Behandlung des trockenen Auge-Syndroms

Die Mittel zur Behandlung des trockene Auge-Syndroms sind Lösungen natürlichen Ursprungs, die Beschwerden wie Reizungen und Juckreiz beruhigen. Allerdings möchten wir dich darauf hinweisen , dass viele dieser Heilmittel überlieferte Hausmittel sind und es nicht genügend wissenschaftliche Beweise gibt, um ihre Sicherheit und Wirksamkeit eindeutig zu belegen.

Dennoch bestätigen diejenigen, die diese Hausmittel bereits ausprobiert haben, dass sie sicher zu verwenden sind und eine positive Wirkung haben. Daher wollen wir uns nun einige Hausmittel ansehen, die du sicherlich zuhause hast und die du als Zusatzbehandlung ausprobieren kannst.

1. Schwarze Teebeutel

Es gibt keine Studien, die belegen, dass schwarzer Tee trockene Augen bekämpfen kann. Dennoch kann eine externe Anwendung von Vorteil sein. Nach Informationen, die im Journal of Advanced Pharmaceutical Technology and Research veröffentlicht wurden, enthält schwarzer Tee Polyphenole und hat eine entzündungshemmende Wirkung.

  • Du musst dir einfach einen schwarzen Tee zubereiten.
  • Sobald er abgekühlt ist, legst du den Teebeutel für etwa 20 Minuten lang über deine geschlossenen Augen.

2. Kamille

Nach Angaben einer Veröffentlichung in Molecular Medicine Reports  ist Kamille eine Pflanze mit wichtigen medizinischen Anwendungsmöglichkeiten. Laut diesen Daten wirkt sie aufgrund ihres Flavonoid-Gehalts leicht entzündungshemmend und trägt zur Verbesserung der Augengesundheit bei Reizungen und Trockenheit bei.

In diesem Fall ist das Verfahren das gleiche wie beim schwarzen Tee:

  • Koche zwei Esslöffel Kamille (20 g) mit einem Glas Wasser (200 ml) auf.
  • Sobald der Tee fertig ist, lässt du ihn etwas abkühlen. Wenn das Wasser lauwarm ist, tränkst du einige Wattepads mit der Flüssigkeit.
  • Schließe deine Augenlider und lege die Wattepads auf deine geschlossenen Augen.
  • 10 bis 20 Minuten einwirken lassen.
Kamille gegen trockenes Auge-Syndrom
Anekdotische Hinweise legen nahe, dass Kamille eine beruhigende Wirkung bei Augenreizungen hat.

3. Vitaminpräparate

Zusätzlich zu den oben diskutierten natürlichen Heilmitteln ist es notwendig, eine Ernährung zu befolgen, die die richtigen Nährstoffe enthält. Wie wir bereits eingangs erwähnt haben, könnte eine der Ursachen für das trockene Auge-Syndrom ein geschwächtes Immunsystem sein.

Der Verzehr von Lebensmitteln, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, trägt laut einer randomisierten kontrollierten Studie, die im International Journal of Ophthalmology Press veröffentlicht wurde, zur Linderung dieses Zustands bei.  

Wir erklären warum:

  • Leinsamenöl und Fischöl enthalten Omega-3-Fettsäuren. Diese helfen bei der Behandlung von Funktionsstörungen in den Meibom-Drüsen und fördern die schnelle Verdunstung von Tränen.
  • Darüber hinaus helfen dir diese Fettsäuren, das Risiko von Makuladegeneration und Katarakten zu verringern.

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Frau mit trockenem Auge-Syndrom
Regelmäßige Erholung der Augen trägt entscheidend dazu bei, die Symptome des trockenen Auge-Syndroms zu lindern.

5. Gurke zum Befeuchten und Erfrischen der Augen

Abschließend eines der beliebtesten Hausmittel: Lege eine Gurkenscheibe über jedes Auge. Die beruhigende Wirkung der Gurke beruht auf ihrem Gehalt an Wasser, Antioxidantien und entzündungshemmenden Verbindungen.

Dennoch wollen wir darauf hinweisen, dass es keine wissenschaftlichen Belege gibt, die die positiven Auswirkungen auf das trockene Auge-Syndrom belegen. Die vermeintlichen Vorteile ergeben sich aus anekdotischen Daten.

  • Zuerst schneidest du dir einige Gurkenscheiben ab. Anschließend legst du diese auf deine Augen.
  • Wiederhole diese Behandlung bis zu zweimal täglich.

Das trockene Auge-Syndrom: Ärztlicher Rat ist wichtig

Obwohl die Hausmittel, die wir dir heute vorgestellt haben, dabei helfen können, die Symptome des trockenen Auge-Syndroms vorübergehend zu lindern, solltest du dennoch einen Fachmann konsultieren, um Komplikationen zu vermeiden. Außerdem wird er dir erforderlichenfalls noch eine weitere Behandlung verordnen.

Wenn du einen Augenarzt aufsuchst, wird dieser zunächst einige Tests durchführen. Anschließend wird er dir sagen, was du zur Linderung deiner Beschwerden tun kannst. Daher solltest du dir stets ärztlichen Rat einholen!

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Die Inhalte dieser Publikation dienen nur zu Informationszwecken. Sie können keinesfalls dazu dienen, die Diagnosen, Behandlungen oder Empfehlungen eines Fachmanns zu unterstützen oder zu ersetzen. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an einen Spezialisten Ihres Vertrauens und holen Sie dessen Zustimmung ein, bevor Sie mit irgendeinem Verfahren beginnen.