5 Arten sexueller Orientierung

Das Wissen um die verschiedenen Arten sexueller Orientierung kann uns helfen, unsere Sexualität besser zu akzeptieren und zu genießen und andere dabei nicht zu verurteilen. Erfahre alles darüber, was du wissen solltest.
5 Arten sexueller Orientierung

Letzte Aktualisierung: 21. April 2021

Es ist wichtig, die verschiedenen Arten sexueller Orientierung zu kennen, die es gibt. Denn nur dann sind wir alle in der Lage, unsere eigene Position zu verstehen und die der anderen zu respektieren. Sexualität und Affektivität sind zwei grundlegende Bereiche in der Entwicklung des Menschen. Bindungen auf verschiedenen Ebenen sind notwendig, um eine gute physische und psychische Gesundheit zu erhalten.

Ein gesundes Verhältnis zu unserer Sexualität ist also unerlässlich. Und dazu gehört nicht nur, dass wir uns bewusst sind, was uns gefällt, was uns bewegt und unsere Sehnsucht weckt, sondern auch, dass wir es annehmen und auf natürliche Weise ausdrücken können.

Die Mythen und Tabus, die Sex seit Jahrhunderten umgeben, können uns bei dieser wichtigen Aufgabe immer noch im Weg stehen. Deshalb ist es zwingend erforderlich, klare und genaue Informationen darüber zu haben.

Was ist die Bedeutung sexueller Orientierung?

Zunächst einmal müssen wir uns darüber im Klaren sein, was sexuelle Orientierung überhaupt ist, da wir sie oft mit anderen verwandten Konzepten verwechseln. Wir können sexuelle Orientierung als körperliche, psychologische oder emotionale Anziehung definieren, die wir gegenüber einer bestimmten Person in der Bevölkerung empfinden. Es handelt sich also um eine stabile und dauerhafte Vorliebe für diejenigen, mit denen wir auf romantischer, sexueller und auf Gefühlsebene verbunden sein wollen.

Man muss diesen Begriff von anderen wie beispielsweise dem der Geschlechtsidentität unterscheiden. Denn diese beschreibt das subjektive und tiefgreifende Erleben eines jeden Menschen in Bezug auf sein Geschlecht. Das heißt, das Geschlecht, mit dem sich jede Person selbst identifiziert. Dies muss nicht unbedingt mit ihrem biologischen Geschlecht in Verbindung stehen.

Auch sollten wir die sexuelle Orientierung nicht mit dem Geschlechtsausdruck verwechseln. Dieser bezieht sich nämlich auf die Art und Weise, wie wir uns mit unserem Verhalten und unserem Aussehen nach außen hin geben. Dieser Ausdruck entspricht nicht immer dem, was die Gesellschaft erwartet (beispielsweise Männer, die als verweichlicht abgestempelt werden).

sexueller Orientierung
Geschlecht bedeutet nicht dasselbe wie Identität oder Orientierung. Jedes Konzept hat seine eigene Definition.

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Arten sexueller Orientierung

Die verschiedenen Vorlieben, die eine Person in Bezug auf ihre Sexualität äußern kann, sind die verschiedenen Arten der sexuellen Orientierung. Einige von ihnen sind bekannt und akzeptiert, während andere noch nicht die notwendige Anerkennung genießen. Schauen wir uns die wichtigsten darunter an.

1. Heterosexualität

Dies ist die häufigste Art der sexuellen Orientierung und auch die gesellschaftlich am meisten akzeptierte. Heterosexuelle Menschen sind diejenigen, die sich zu Personen des anderen Geschlechts hingezogen fühlen, sowohl körperlich als auch gefühlsmäßig. So bevorzugen heterosexuelle Männer eine romantische und sexuelle Bindung zu Frauen und umgekehrt.

2. Homosexualität

Von Homosexualität spricht man, wenn sich eine Person zu Menschen des gleichen Geschlechts oder der gleichen Art hingezogen fühlt. Sie ist nach der Heterosexualität die bekannteste Form der sexuellen Orientierung. Im Allgemeinen werden der Anglizismus “gay” und der Begriff “lesbisch zur Bezeichnung homosexueller Männer bzw. Frauen verwendet.

3. Bisexualität

Bisexualität tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf, die sich körperlich und emotional zu Personen beider Geschlechter hingezogen fühlen. Insbesondere bisexuelle Menschen leiden unter bestimmten Vorurteilen, wenn sie sich outen, da sie manchmal für verwirrt gehalten werden oder Leute glauben, dass es nur eine Phase sei.

Allerdings hat Bisexualität die gleiche Bedeutung und Gültigkeit wie jede andere sexuelle Orientierung. Einige Studien legen sogar nahe, dass die Mehrheit der Bevölkerung bis zu einem gewissen Grad bisexuell ist.

4. Pansexualität

Pansexualität definiert die sexuelle oder romantische Anziehung zu jedem menschlichen Wesen, unabhängig von Geschlecht, Gender oder Aussehen. So richtet die pansexuelle Person ihre Aufmerksamkeit auf die Qualitäten und die Persönlichkeit eines jeden Individuums, unabhängig davon, ob sie männlich oder weiblich ist oder sich mit keinem binären Geschlecht identifiziert.

5. Asexualität

Asexuelle Menschen sind diejenigen, die kein sexuelles Verlangen oder keine Anziehung zu irgendeinem Geschlecht empfinden. Man könnte sagen, dass ihr Interesse an Sex und sexueller Aktivität gleich null ist.

Sie können sich jedoch emotional, intellektuell oder romantisch zu anderen Menschen hingezogen fühlen. Obwohl also kein körperliches Verlangen besteht, haben sie eine Vorliebe dafür, sich emotional und auf andere Weise mit Menschen des gleichen Geschlechts, des anderen Geschlechts oder beider Geschlechter zu verbinden.

Es ist wichtig, Asexualität nicht mit dem Zölibat oder mit Abstinenz zu verwechseln. Im ersten Fall besteht kein sexuelles Verlangen oder Interesse, während es im zweiten Fall aufgrund von Glaubenssätzen oder Überzeugungen kontrolliert oder vermieden wird.

Das Wissen über sexuelle Orientierungen ermöglicht Fortschritte in Bezug auf die Unterschiede.

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Andere Arten sexueller Orientierung

Zusätzlich zu den oben genannten gibt es viele andere Arten der sexuellen Orientierung. Zum Beispiel fühlen sich demisexuelle Menschen nur zu Personen hingezogen, mit denen sie eine starke emotionale Bindung teilen. Sapiosexuelle Menschen wiederum fühlen sich aufgrund ihrer Intelligenz zu Menschen hingezogen.

Kurzum, sexuelle Vorlieben und Geschmäcker zeigen ein sehr breites und vielfältiges Spektrum, das sich nicht auf wenige starre und nicht veränderbare Optionen beschränken lässt. Flexibilität und Akzeptanz sind zwei wesentliche Elemente, um Sexualität entdecken, erleben und genießen zu können, ohne uns selbst oder andere zu verurteilen.

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