Wissenschaftler entdecken wie sich Leukämiezellen selbst zerstören können

· 31 Dezember, 2015
Erstaunlich bei dieser Entdeckung ist, dass damit nur Leukämiezellen angegriffen werden können. Andere Krebsarten können damit deshalb nicht behandelt werden.

Leukämie ist die Bezeichnung für bösartige Erkrankungen, die das blutbildende System betreffen. Meist spricht man von Blutkrebs, bei dem es zur unkontrollierten Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) kommt. Es handelt sich dabei um eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks.

Blutkrebs verbreitet sich durch die Blutbahnen und das Lymphsystem und kann das Gehirn, das Knochenmark und andere Körperteile angreifen.

Auch wenn wissenschaftliche Fortschritte verschiedene Therapien ermöglichen, ist Leukämie leider weiterhin sehr schwer zu behandeln. Oft sind die bösartigen Zellen resistent und führen zu konstanten Rückfällen.

Eine jüngste Studie, die in der National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, erweckt jedoch Hoffnung, denn darin wurde herausgefunden, wie sich die bösartigen Zellen selbst zerstören können. 

Die Studie

Studie über Leukämie

Wissenschaftler des Scripps Research Institutes (TSRI) in La Jolla (California, USA) haben eine neue Technik entwickelt, mit der sich Leukämiezellen in resistente Zellen umwandeln lassen, die bösartige Krebszellen zerstören.

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In Labortests ist es den Forschern gelungen, die Krebszellen in weiße Blutkörperchen umzuwandeln, die dann die bösartigen Krebszellen zerstören. Dabei werden die Krebszellen mit speziellen Antikörpern umgepolt, mit dem Ziel dadurch die bösartigen Zellen zu bekämpfen.

Leukämie

Die Forschergruppe versuchte, Therapien zu entwickeln, bei denen sich Antikörper an unreife Knochenmarkszellen haften, um diese in reife Zellen zu verwandeln.

Nach jahrelangen Untersuchungen, entdeckten die Wissenschaftler überraschenderweise und ganz zufällig Antikörper, die nur auf Leukämiezellen wirken. Die bösartigen Zellen können dadurch in dentritische Zellen umgewandelt werden, die das Immunsystem unterstützen.

Nachdem die bösartigen Zellen den Antikörpern über eine längere Zeit ausgesetzt wurden, entwickelten sie sich zu einem Zelltyp, der bedrohende Organismen (wie Viren, Bakterien und Krebszellen) zerstört. 

Innerhalb eines einzigen Tages konnten rund 15% der bösartigen Zellen zerstört werden. Erstaunlich ist, dass diese Zellen nur Leukämizellen angreifen, sie können deshalb bei anderen Krebsarten nicht helfen.

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Erfolgversprechende Therapie

Hoffnung im Kampf gegen Leukämie

Die positiven Resultate dieser Studie klingen erfolgversprechend. Die Wissenschaftler hoffen, dass mit dieser Therapie, die als „Fracticidal therapy“ bekannt ist, Patienten vollständig von Leukämie geheilt werden können.

Richard A Lerner, einer der Hauptfiguren dieser Studie, erklärt dazu:

Diese Sichtweise der Krebsbehandlung ist vollkommen neu und wir arbeiten daran, diese so bald wie möglich an Menschen testen zu können.

Wir haben bereits Verhandlungen mit Pharmakonzernen eingeleitet, um die Therapie an Menschen erproben zu können, sobald die vorklinischen Giftstoffstudien abgeschlossen sind.

Es handelt sich um eine vielversprechende Therapie, die vielen Patienten helfen könnte. Wahrscheinlich könnten damit auch unangenehme Nebenwirkungen reduziert werden, die bei einer Chemotherapie nicht zu verhindern sind.