Omega 5: Quellen und Anwendungsmöglichkeiten

Omega 5 ist eine wenig bekannte Verbindung, die jedoch wichtige gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Wo kann man es finden? Wie wird es verwendet? Hier erfährst du alles, was du wissen solltest!
Omega 5: Quellen und Anwendungsmöglichkeiten

Letzte Aktualisierung: 29. März 2022

Es ist viel über die nützlichen Fettsäuren bekannt, die wir über unsere Ernährung zu uns nehmen sollten. Allerdings ist über Omega 5, auch bekannt als “Punicinsäure”, jedoch wenig bekannt. Die Hauptquelle sind die Kerne des Granatapfels (Punica granatum), der Frucht, von der sich der Name dieser Fettsäure ableitet.

Man schätzt, dass 70 % aller Fettsäuren in Granatapfelsamen Punicinsäure sind. Diese gilt als eine der wichtigsten bioaktiven Verbindungen. Tatsächlich werden ihr antioxidative, entzündungshemmende und andere positive Wirkungen bei der Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten zugeschrieben.

Lies einfach weiter und erfahre alles, was du über Omega 5 wissen solltest!

Was ist Omega 5?

Omega 5 ist auch als Punicinsäure oder “Trichosansäure” bekannt. Es handelt sich um eine mehrfach ungesättigte Fettsäure mit 18 Kohlenstoffatomen. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass die erste ihrer 3 Doppelbindungen von rechts nach links gezählt an Kohlenstoff 5 ihrer Kohlenstoffkette liegt.

Bei Punicinsäure handelt es sich um eine konjugierte Linolensäure (CLA) und sie wird aus essentiellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren hergestellt. Wissenschaftler/innen haben sie nach ihrer Hauptgsquelle, dem Granatapfel (Punica granatum L.), benannt. Daher die Bezeichnung “Punicinsäure”.

Die Zeitschrift Lipids in Health and Disease berichtet, dass 70 % der Punicinsäure und ihrer Isomere in Granatapfelsamenöl enthalten sind. Außerdem sind sie in Schlangenkürbiskernen enthalten, die zwischen 32 % und 40 % dieser Verbindung aufweisen.

Omega 5 - Granatapfel

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Wozu ist Omega 5 gut?

Wie einige Forscher in einer Übersichtsarbeit, die im Journal of Food Science and Technology veröffentlicht wurde, erklärt haben, zieht Omega 5 die Aufmerksamkeit auf sich, weil es zu einer Familie von konjugierten Fettsäuren gehört. Zudem wird es sogar als “konjugierte Superfettsäure” bezeichnet, deren Wirkung stärker ist als die von CLA.

Schauen wir uns ihre Eigenschaften genauer an.

Antioxidative Wirkung

Granatapfelsamenfett enthält nachweislich 2 bis 3 Mal mehr Omega 5 als Rotwein oder grüner Tee.

Punicinsäure blockiert freie Radikale, die zu erhöhtem oxidativen Stress führen. Dadurch verringert sie das Risiko von Krankheiten, die mit oxidativen Mechanismen zusammenhängen. Außerdem wurde festgestellt, dass sie die Lipidperoxidation und das “schlechte” Cholesterin (LDL) reduziert.

Omega 5 hat antidiabetische Eigenschaften

Bei Typ-2-Diabetes werden die Zellen zunehmend resistent gegenüber Insulin, einem Hormon, das Zucker in die Zelle transportiert. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit nimmt die Insulinresistenz zu, was zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führt.

Außerdem haben Untersuchungen ergeben, dass sich der Seruminsulinspiegel von diabetischen Ratten verbesserte, wenn sie Punicinsäure zu sich nahmen. Ähnliche Ergebnisse lieferte McFarlin, der Mäusen täglich 61 Milligramm PA verabreichte. Allerdings sind noch weitere Beweise erforderlich, um diese Effekte beim Menschen zu bewerten.

Omega 5 kann kardiovaskuläre Risikofaktoren verringern

Omega-5-Säure wirkt sich positiv auf die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Das liegt vor allem an ihrer Fähigkeit, den Cholesterin- und Triglyceridspiegel zu senken.

Darüber hinaus verhindert sie aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften die Bildung von Plaque, der die Arterien verstopft. Auf diese Weise kann sie dazu beitragen, die Gefahr eines Herzinfarkts zu verhindern.

Es hilft, Fettleibigkeit und dem metabolischen Syndrom vorzubeugen

Punicinsäure und andere natürliche Verbindungen im Granatapfelsamenöl aktivieren Blocker bestimmter pro-inflammatorischer Substanzen. Dadurch wird der Triglyceridspiegel im Blut gesenkt und das “gute” Cholesterin (HDL) erhöht. Außerdem verbessert sie die Insulinsensitivität und die Blutzuckerwerte.

Bei Untersuchungen an fettleibigen Ratten wurde sogar festgestellt, dass Punicinsäure die mit Fettleibigkeit und Insulinresistenz verbundenen metabolischen und entzündlichen Veränderungen verbessert. Rezeptoren, die als PPAR bekannt sind, werden aktiviert und stoppen die Aktivität bestimmter entzündungsfördernder Verbindungen.

Omega 5 moduliert Darmentzündungen

Chronische Entzündungen sind der Auslöser für schwere Krankheiten im Darm, darunter entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs. PPAR-Rezeptoren sind als Hemmstoffe für Darmentzündungen bekannt.

Wie bereits erwähnt, aktiviert Omega 5 diesen Rezeptor und reguliert die Funktion von Makrophagen und T-Zellen. Infolgedessen verbesserten sich bei Versuchstieren bestehende Darmentzündungen. Allerdings konnte diese Fettsäure schwere Entzündungen nicht rückgängig machen.

Diese Fettsäure kann zum Schutz der Gehirnzellen beitragen

Neurodegenerative Erkrankungen sind durch fortschreitende Schädigung und Absterben von Nervenzellen gekennzeichnet. Zudem gehen sie auch mit hohen Werten von entzündlichen Biomarkern und oxidativem Stress einher.

Punicinsäure hat starke antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen gezeigt. Omega 5 durchdringt zusammen mit anderen Fettsäuren die Blut-Hirn-Schranke und ermöglicht so die Aufnahme von Antioxidantien in die Nervenzellen. Dies trägt dazu bei, die vorzeitige Alterung zu verzögern.

Außerdem vermutet man, dass der Verzehr zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson beitragen kann, die bei älteren Menschen häufig auftreten.

Punicinsäure hilft bei der Regeneration der Haut

Punicinsäure fördert die Synthese von Keratinozyten in der Epidermis. Diese Zellen helfen beim Heilungsprozess von Verbrennungen und anderen Läsionen wie Ekzemen, Schuppenflechte und Akne.

Aus diesem Grund wird dieser Bestandteil bei der Herstellung von kosmetischen Seifen verwendet, um das allgemeine Erscheinungsbild der Haut zu verbessern. Die antibakteriellen, schmerzlindernden und antioxidativen Eigenschaften helfen, vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen.

Omega 5 - Granatapfel-Öl

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Wie kannst du Omega 5 zu dir nehmen?

Im Allgemeinen kann man sich durch den Verzehr von Granatäpfeln mit Omega 5 versorgen. Darüber hinaus ist es auch als Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetikprodukt erhältlich. Werfen wir einen Blick auf einige Möglichkeiten.

1. Omega-5-Kapseln

Im Jahre 2013 kamen die ersten Omega-5-Kapseln auf den Markt. Es handelt sich um ein natürliches und biologisches Produkt, sodass mögliche Nebenwirkungen ausgeschlossen sind.

Bevor du dieses Nahrungsergänzungsmittel einnimmst, solltest du jedoch deinen Arzt oder deine Ärztin über die Krankheit befragen, der du vorbeugen oder die du behandeln möchtest. Die Einnahme ist kein Ersatz für Medikamente oder eine gesunde Ernährung.

2. Der Verzehr von Granatäpfeln

Durch den regelmäßigen Verzehr von Granatäpfeln kannst du dich mit einer leichten Dosis Omega 5 versorgen. Außerdem liefert diese Frucht Polyphenole, Anthocyane und andere bioaktive Verbindungen, die der Gesundheit zugute kommen.

3. Als Hautöl

Als Hautöl wird Punicinsäure in Flaschen zur direkten Anwendung auf der Haut abgefüllt. Für dermatologische und kosmetische Behandlungen findest du es in Seifen, Cremes, Lotionen und in Mischungen mit anderen pflanzlichen Ölen.

Omega 5 für die eigene Gesundheit

Nach Ansicht der Wissenschaft stellt Omega 5 einen neuen, nicht-traditionellen therapeutischen Ansatz für die Behandlung und Vorbeugung einiger Krankheiten dar.

Allerdings muss die Anwendung beim Menschen noch weiter erforscht werden, da bisher nur Tiermodelle und keine klinischen Studien an Menschen durchgeführt wurden. Deshalb solltest du unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Ärztin sprechen, bevor du dich für die Einnahme eines Omega-5-Präparats entscheidest.

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