Wie und warum entsteht Husten?

22 Februar, 2020
Husten ist ein Verteidigungsmechanismus des Körpers, der zur Reinhaltung der Atemwege dient. In manchen Fällen verstecken sich dahinter jedoch komplexere Probleme, wie Infektionen oder andere Krankheiten. 

Husten ist ein Symptom, das bei allen Säugetieren zu beobachten ist. Wir alle wissen aus eigener Erfahrung, wovon wir sprechen. Rund 23 Prozent der Bevölkerung leidet an morgendlichen Hustenepisoden nach dem Aufstehen, die mit oder ohne Auswurf verlaufen und auch bei Nichtrauchern auftreten können.

Im Durchschnitt leiden Erwachsene zwei- bis dreimal im Jahr an Erkältungen, wobei es in 75 Prozent der Fälle dabei auch zu Hustenanfällen kommt. Schätzungsweise erkranken etwa 13 Prozent der Menschen an einem chronischen Hustenleiden, was bedeutet, dass die Symptome auch dann vorhanden sind, wenn keine Erkältung vorliegt.

Es handelt sich um einen Reflex, der oft nicht auf eine Krankheit zurückzuführen ist. Grundsätzlich dient dieser Abwehrmechanismus dazu, die Atemwege von reizenden Fremdstoffen freizuhalten. Doch in manchen Fällen kann sich dahinter eine ernste Krankheit verstecken.

Was ist Husten?

Wie anfangs bereits erwähnt, sprechen wir von einer Abwehrfunktion des Organismus, um schädliche Fremdstoffe fernzuhalten und so den Körper zu schützen. Damit bleiben die Atemwege frei, denn durch das  Zusammenziehen der Atemmuskulatur wird die Luft aus den Atemwegen ruckartig ausgestoßen und damit auch die Fremdkörper.

Dabei kommt es zur Kontraktion von Zwerchfell, Zwischenrippenmuskeln und anderen Muskeln, welche das Ausstoßen der Luft ermöglichen und so Husten auslösen. Dies kann willkürlich oder durch den Hustenreflex erfolgen. 

In der Schleimhaut befinden sich spezifische Hustenrezeptoren, die nach Aktivierung Signale an das Hustenzentrum im Gehirn senden. Diese sind insbesondere in den unteren Atemwegen vorhanden, im Kehlkopf, der Luftröhre und den Bronchien. Doch auch in der Nase, den Nasennebenhöhlen, den Gehörgängen, der Pleura, dem Diaphragma und sogar im Perikard und Magen sind Hustenrezeptoren zu finden.

Frau mit Husten
Husten ist ein Abwehrmechanismus des Körpers, der meist nicht auf eine Krankheit oder Infektion zurückzuführen ist. 

Arten von Husten

Man unterscheidet verschiedene Arten von Husten, wobei nicht alle einen Arztbesuch notwendig machen. Grundsätzlich spricht man von produktivem (mit Auswurf) und unproduktivem Husten (ohne Auswurf). Diese Differenzierung ist für die Diagnose sehr wichtig.

Bei trockenem, unproduktivem Husten, der auch als Reizhusten bezeichnet wird, kommt es zu Juckreiz, Reizungen und oft auch zu Halsschmerzen. In manchen Fällen kann auch ein “falscher” trockener Husten vorliegen. Das heißt, dass Schleim vorhanden ist, dieser jedoch nicht zur Gänze ausgestoßen wird.

Darüber hinaus unterscheidet man je nach Dauer des Symptoms zwischen akutem und chronischem Husten. Akute Fälle dauern nicht länger als drei Wochen. Wenn die Hustenanfälle jedoch mindestens drei bis vier Wochen anhalten, können sie als chronisch bezeichnet werden. Im Allgemeinen werden sie dann von einer Reizung des Kehlkopfs oder der Luftröhre begleitet.

Weitere Hustenarten sind Keuchhusten und psychogener Husten. Keuchhusten ist sehr aggressiv, ansteckend und insbesondere für Babys unter sechs Monaten gefährlich. Als psychogen bezeichnet man eine Hustenart, die nicht durch organische, sondern durch psychische Ursachen auftritt, zum Beispiel bei Nervosität und emotionalen Spannungen.

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Welche Ursachen lösen Husten aus?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich um ein häufiges Symptom, dem verschiedenste Ursachen zugrunde liegen können. In den meisten Fällen handelt es sich nicht um ein ernstes Problem und die Hustensymptome verschwinden wieder von alleine.

Doch in ernsteren Situationen treten auch andere Symptome auf. Dann ist ein Arztbesuch sehr wichtig, um den Ursachen auf den Grund zu gehen und eine entsprechende Diagnose zu erhalten. Anschließend erfährst du mehr über die häufigsten Ursachen für Hustenanfälle.

Umweltfaktoren

Ein trockenes, staubreiches Ambiente kann zu vorübergehendem Husten führen. Auch Hausstaubmilben können dieses unangenehme Symptom auslösen. Sollte die Situation länger anhalten, kann ein Allergietest Aufklärung bringen. Es könnte sich um eine chronische oder vorübergehende Allergie handeln, die den Husten auslöst. Auch plötzliche Temperaturveränderungen könnten dafür verantwortlich sein.

Entzündungsprozesse

Bei einer Entzündung der Atemwege erschwert sich die Atmung und kann zu Husten mit Schmerzen führen. Dies ist zum Beispiel bei gewöhnlichen Krankheiten wie Erkältungen oder Grippe der Fall. Auch bei Bronchitis, Lungenentzündung, Fibrose, Asthma, Lungenkrebs usw. kann die erschwerte Atmung Hustenanfälle auslösen.

Frau mit Husten
Bronchitis, Asthma und andere Atemwegserkrankungen zählen zu den häufigsten Auslösern von Hustenanfällen. 

Andere Krankheiten

Krankheiten, welche die Nase, den Hals, die Ohren oder die Gehörgänge betreffen, können Husten verursachen. Darüber hinaus ist auch gastroösophagealer Reflux ein möglicher Auslöser. Wenn sich der Husten im Liegen deutlich verschlimmert, könnte außerdem eine kongestive Herzinsuffizienz dafür verantwortlich sein. 

Husten als Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel

Verschiedene Medikamente, wie zum Beispiel ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer), die sehr häufig bei Patienten mit Bluthochdruck zum Einsatz kommen, können Hustensymptome als Nebenwirkung zur Folge haben.

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Tabakkonsum und Husten

Raucher leiden sehr häufig an chronischem Husten. Doch auch wenn dies oft der Fall ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es normal ist. Wenn das Problem ständig vorhanden ist, solltest du dich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen.

Vergiss nicht, dass Husten auch durch psychogene Faktoren ausgelöst werden kann. Nervosität, Angst oder Stress sind Faktoren, die dabei ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Sollten Anzeichen für Komplikationen vorhanden sein, musst du dich auf jeden Fall ärztlich untersuchen lassen!

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