Die 9 häufigsten Allergien bei Kindern

3 Februar, 2020
Allergien sind eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen. Die meisten Allergien entwickeln sich bereits in der Kindheit. Doch bei vielen gehen diese im Erwachsenenalter einfach von selbst wieder weg. Bei anderen leider nicht. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass es bestimmte Allergien gibt, die in der gesamten Bevölkerung stark verbreitet sind.

Allergien sind eine Reaktion des Immunsystems. Dabei löst dieses eine übermäßige Abwehrreaktion des Körpers gegen etwas aus, das normalerweise gar nicht schädlich ist. Bei Kindern treten recht häufig Allergien auf. Dabei lässt sich sagen, dass es im Grunde 9 Arten von Allergien gibt, die in der Kindheit am meisten vorkommen.

Die Substanzen, die die allergische Reaktion auslösen, bezeichnet man als Allergene. Dabei handelt es sich, wie schon angedeutet, meist um normalerweise harmlose Umweltstoffe. Doch aus irgendeinem Grund reagiert das Immunsystem übermäßig stark auf sie. Sobald diese Abwehrreaktion einmal aufgetreten ist, wird das bei jedem Kontakt mit dem Allergen erneut geschehen.

Allergien entwickeln sich normalerweise in der Kindheit. Ein Kind, dessen Eltern oder Geschwister bereits an Allergien leiden, wird höchstwahrscheinlich selbst auch an einer Allergie erkranken. Wobei es voraussichtlich nicht die gleichen Reaktionen zeigen wird und auch nicht auf die gleichen Allergene reagiert.

Allergien – ein modernes Leiden

Allergien bei Kindern: Kind mit Heuschnupfen

In den letzten Jahren hat die Zahl der Allergien in der Weltbevölkerung zugenommen.

Unsere Eltern und Großeltern waren viel seltener allergisch als unsere Kinder. Und tatsächlich sind die häufigsten Allergien eine Folge des modernen Lebensstils. Denn dieser Lebensstil sowie die Art der Ernährung und die Umweltverschmutzung haben zu einer Verbreitung von Allergien geführt.

So lautet die Aussage der Centers for Disease Control and Prevention (CDC; deutsch Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention), einer Bundesbehörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums. Allein in den letzten 20 Jahren ist der Anteil von Kindern mit Lebensmittelallergien um 50 % gestiegen.

Warum ist das so? Der Grund dafür ist eigentlich offensichtlich. Frühere Generationen haben mehr frische Lebensmittel gegessen und nicht so viele mit chemischen Zusatzstoffen oder industriell verarbeitete Nahrungsmittel. Außerdem kamen früher mehr Bio-Lebensmittel auf den Tisch und weniger mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger behandelte Produkte.

Außerdem kommt es heutzutage vermehrt zu Allergien in den Atemwegen. Das liegt an der zunehmenden Umweltverschmutzung. So kam es durch den Klimawandel zu einer Veränderung bei der Pollenerzeugung der Pflanzen. Auch die Verwendung von Chemikalien in den Wohnungen sowie bei der Körperpflege hat dazu  geführt, dass es öfter zu allergischen Reaktionen kommt.

Die häufigsten Allergien bei Kindern

Die Klassifizierung der häufigsten Allergien variiert je nach dem Allergen, das diese übermäßige Abwehrreaktion verursacht. Sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gilt: Allergiker kommen über die Nahrung, die Atmung oder die Haut mit den Allergenen in Kontakt.

Im Folgenden findest du unsere Aufstellung der häufigsten Allergien:

1. Hausstaubmilben

Tatsächlich gelten Hausstaubmilben als Ursache der häufigsten Allergien. Diese mikroskopisch kleinen Insekten leben überall um uns herum. Sie sammeln sich vor allem in Matratzen, Kissen, Teppichen und Stofftieren an. Sie ernähren sich von unseren toten Hautzellen.

Daher ist also eine regelmäßige Reinigung unerlässlich. Denn nur so kannst du verhindern, dass sich die Hausstaubmilben ausbreiten. Ebenso wichtig ist, dass du häufig lüftest. Denn auch so kannst du die Ansammlung von Staub vermeiden und somit das Vorkommen von Hausstaubmilben verringern.

Hier kannst du noch mehr erfahren: Wenn Hausstaubmilben zum Problem werden

2. Pollen

Auch Pollen spielen bei Allergien eine große Rolle. Solche Pollenallergien sind saisonal bedingt. Denn jeder Baum, jeder Strauch und sogar jedes Gras gibt bestimmte Pollenpartikel ab. Diese werden dann mit dem Wind durch die Luft getragen, um die jeweiligen Artgenossen zu befruchten.

Dabei kann es auch passieren, dass eine Person gegen verschiedene Arten von Pollen allergisch ist. Doch die häufigste und lästigste Art ist der Heuschnupfen. Also eine Allergie gegen Blütenstaub. Oft gehören dabei Pflanzen wie Weizen, Hafer oder Gerste sowie einige Kräuter zu den Auslösern. Diese können aufgrund ihrer großen Widerstandsfähigkeit an allen möglichen Orten gedeihen. Doch sind sie eher in ländlichen Gebieten verbreitet.

Heutzutage gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um sich über das aktuelle Pollenvorkommen in der Luft zu informieren. Diese Daten stellen entweder die Gemeinden bzw. die Stadtverwaltungen zur Verfügung. Man kann sie jedoch auch über die meteorologischen Dienste abfragen.

3. Schimmelpilz

Ein weiteres sehr häufiges Allergen ist Schimmel, der oft zu Hause, jedoch auch an anderen Orten vorkommt. Schimmel ist eine Pilzart, die sich bevorzugt in warmen, feuchten Umgebungen verbreitet. Dabei gibt dieser Pilz einen recht charakteristischen Geruch ab und seine Sporen können allergische Reaktionen im Körper hervorrufen.

4. Allergien gegen Haustiere

Ja, auch die geliebten Haustiere stellen oft Auslöser für verschiedene Allergien dar. So können Fell, Hautschuppen, Speichel und sogar Urin von Tieren bei Kindern allergische Reaktionen hervorrufen.

5. Kakerlaken

Kakerlaken zählen vor allem in Städten mit zu den starken Allergenen. Wenn Kinder in Wohnungen oder Häusern leben, die von diesen Schaben befallen sind, kann das in vielen Fällen die Ursache für Asthma sein. Häufig werden die Allergien durch den Einsatz chemischer Insektizide verschlimmert. Denn diese sind oft weit davon entfernt, dem Problem der Kakerlaken wirklich Abhilfe zu schaffen und verstärken aber zugleich die Symptome der allergischen Reaktion.

6. Allergien gegen bestimmte Lebensmittel

Zu den wichtigsten Lebensmitteln, die Allergien auslösen können, zählt man folgende:

  • Kuhmilch
  • Eier
  • Meeresfrüchte und Seefisch
  • Nüsse, zum Beispiel Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln und Cashewnüsse
  • Sojabohnen

Davon abgesehen herrscht eine gewisse Verwirrung was Weizen anbelangt. Eine Person ist nicht allergisch gegen das im Weizen enthaltene Gluten. Sondern vielmehr leidet sie an einer Unverträglichkeit. Dann ist der betreffende Organismus nicht fähig, Gluten zu verdauen. Dieses Problem ist als Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit bekannt.

7. Insektenstiche

Insektenstich auf Haut

Eine sehr häufige und sogar gefährliche Allergie ist die gegen Insektenstiche. Insbesondere gegen Bienen oder Spinnentiere.

Bei vielen Kindern verursacht ein Insektenstich Schwellungen, Juckreiz und Rötungen. Allergien gegen Insektengift können mitunter sehr schwerwiegende Reaktionen hervorrufen. Im schlimmsten Falle kann eine solche allergische Reaktion sogar lebensbedrohlich für das Kind werden.

8. Medikamente

Sowohl rezeptfreie als auch rezeptpflichtige Medikamente können allergische Reaktionen hervorrufen. Das gilt auch für Antibiotika. Daher ist es so wichtig, sie nicht ohne ärztliches Rezept einzunehmen.

Im Falle einer Allergie gegen ein bestimmtes Medikament ist es ratsam, stets irgendeine Art von Ausweis oder Ähnlichem bei sich zu führen. So gibt es beispielsweise auch Armbänder und Halsketten für Personen, die gegen Penizillin, Atropin oder Adrenalin allergisch sind. Dies ist insbesondere bei Notfällen sehr wichtig. Denn dann kommen oft gerade diese Medikamente zum Einsatz.

9 Chemische Produkte

Auch Waschmittel, Kosmetikprodukte oder Reinigungsmittel, die man im Haushalt verwendet, lösen viele allergische Reaktionen aus. Dafür sind die chemischen Bestandteile dieser Produkte verantwortlich. Dabei erfolgt der Kontakt sowohl über die Atemwege als auch über die Haut.

In den extremsten Fällen kann es zu einer Anaphylaxie kommen. Das ist die unmittelbare und sehr starke Abwehr des Körpers gegen die Präsenz eines Allergens. Eine solche Reaktion des Immunsystems kann lebensbedrohlich sein.

Noch eine Leseempfehlung: Warum bin ich allergisch? Welche Symptome verursachen Allergien?

Symptome der häufigsten Allergien

Allergien bei Kindern

Allergietests stellen ein einfaches und nicht-invasives Verfahren dar, um mögliche Reaktionen auszuschließen.

Die Symptome hängen vom Grad der Überempfindlichkeit auf das jeweilige Allergen ab. Einige Allergien sind stärker als andere. Wenn dein Kind eines dieser im Folgenden genannten Symptome aufweist, solltest du daher am besten deinen Kinderarzt konsultieren. Denn wahrscheinlich muss dieser verschiedene Tests durchführen.  Nur so kann er die Art und den Grad der Allergie deines Kindes bestimmen.

Symptome bei Atemwegsallergien:

  • Niesen
  • Husten
  • Juckende Nase oder Rachen
  • Verstopfte Nase oder Rhinitis
  • Gerötete und juckende Augen
  • Asthma, keuchende Atmung sowie Kurzatmigkeit

Symptome bei einer Allergie gegen Nahrungsmittel oder Insektenstiche

  • Juckreiz im Mund und Rachen beim Schlucken von Nahrung
  • Nesselsucht
  • Einem Ekzem ähnlicher Hautausschlag
  • Laufende oder juckende Nase
  • Atembeschwerden
  • Schwellungen im Gesicht oder im Hals
  • In den schwersten Fällen kann das Kind einen Schockzustand erleiden

Abschließende Bemerkungen

Abschließend sei gesagt, dass viele Kinder ihre Allergien früh wieder überwinden. Doch andere hingegen müssen den Rest ihres Lebens mit ihnen leben. Die Rolle der Eltern ist dabei entscheidend. Denn sie müssen ihren Kindern beibringen, wie sie betreffende Allergene erkennen und den Kontakt mit ihnen vermeiden können.

Außerdem ist es wichtig, nicht zur Selbstmedikation zu greifen. Darüber hinaus gilt es, sorgfältig auf Sauberkeit zu achten und den Einsatz von Chemikalien im Haushalt so weit wie möglich einzuschränken. Die Gesundheit deiner Kinder wird es dir danken!

  • Alché, Juan de Dios, and M. I. Rodríguez García. “El polen como vector responsable de alergias.” (1997).
  • Belmonte, Jordina, et al. “Aerobiología y alergias respiratorias de Tenerife.” (2010).
  • Villafane, Claudia Acevedo, et al. “Influencia de la lactancia materna y la alimentación en el desarrollo de alergias en los niños.” Atención primaria 41.12 (2009): 675-680.