Die positive Auswirkung von Sport auf das Gehirn

21 Februar, 2020
Untersuchungen haben ergeben, dass sich sportliche Betätigung positiv auf die Gesundheit des Gehirns auswirkt. Wer Sport treibt, sorgt dafür, dass das Gehirn aktiviert wird und beugt somit Verschleißerscheinungen vor und stärkt die kognitiven Fähigkeiten.

Sport kommt eine entscheidende Rolle zu, wenn es um das körperliche Wohlbefinden geht. Es ist erwiesen, dass sich sportliche Betätigung positiv auf das Gehirn auswirkt. Vom Gesundheitszustand des Gehirns hängen sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit ab. Deshalb ist Sport quasi obligatorisch für einen gesunden Lebensstil.

Es ist erwiesen, dass sportliche Betätigung gut für das Gehirn ist, denn sie verzögert den Alterungsprozess und hilft, Alzheimer und anderen schweren Krankheiten vorzubeugen. Zugleich hat Sport entscheidende Auswirkungen auf die geistige Gesundheit und Lebensqualität eines Menschen.

Die positiven Auswirkungen von sportlicher Betätigung waren bereits in der Antike bekannt. Der berühmte Satz Mens sana in corpore sano (eine gesunde Seele in einem gesunden Körper), wurde im 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung vom Dichter Juvenal verfasst. Heute wissen wir – nicht zuletzt durch die Wissenschaft -,  dass er recht hatte .

Positive Auswirkungen von Sport auf das Gehirn

Grundsätzlich kann man sagen, dass Sport allein deshalb gut für das Gehirn ist, weil dieses in hohem Maße vom Herzkreislaufsystem abhängig ist. Definitiv wird bei regelmäßigem Sport der ganze Körper besser durchblutet. Ein gesundes Herzkreislaufsystem wirkt sich also direkt auf die Gesundheit des Gehirns aus.

In mehreren Studien wurde der Beweis erbracht, dass regelmäßiger Sport mit einem verringerten Risiko, an neurodegenerativen Krankheiten zu erkranken, einhergeht. Gleichzeitig wurde der Beweis erbracht, dass sportliche Betätigung sich positiv auf verschiedene kognitive Funktionen auswirkt und gut für die Psyche ist.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Western Sydney University und der Manchester University veröffentlichen diesbezüglich eine Studie in der Fachzeitschrift NeuroImage. In ihren Forschungen fanden sie heraus, dass ab dem Alter von 40 Jahren einige Hirnbereiche ihre Funktion um 5 % jährlich reduzieren. Sportliche Betätigung kann diesen Prozentsatz deutlich reduzieren, so dass er teilweise sogar gegen Null geht.

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Sport tut in jedem Alter gut und ist eine Beschäftigung für die ganze Familie.

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Positive physiologische und kognitive Auswirkungen

Einer der Hauptgründe dafür, warum Sport gut für das Gehirn ist, ist die Tatsache, dass durch sportliche Betätigung die Neuronenbildung angekurbelt wird. Lange Zeit war man der Meinung, dass das Gehirn nicht in der Lage ist, neue Zellen zu bilden, doch heute weiß man es besser. Dieser Prozess der Neubildung von Nervenzellen nennt sich Neurogenese.

Neurogenese findet unter anderem im Hippocampus statt. Der Arzt Joseph Firth konnte in einem mit 737 Menschen durchgeführten Experiment beweisen, dass Aerobic-Übungen von durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad eine Größenausdehnung der linken Seite des Hippocampus zur Folge haben. Eine solche Vergrößerung wirkt sich fördernd auf die Neuronenbildung aus.

Andere positive Auswirkungen können sein:

  • Erhaltung der grauen Zellen: Die graue Substanz, oder umgangssprachlich auch die grauen Zellen, sind verantwortlich für die Datenübermittlung und die geistige Beweglichkeit. Diese nimmt mit zunehmendem Alter ab, aber es ist erwiesen, dass sportlich aktive Menschen eine dichtere und vollständigere graue Substanz aufweisen, auch in höherem Alter.
  • Verbesserung der exekutiven Funktionen: Diese Funktionen erlauben uns, Aufgaben auszuführen oder komplexe Probleme zu lösen.
  • Konzentrationserhöhung: In mehreren Studien wurde bewiesen, dass Sport Treibende sich besser konzentrieren können.
  • Erhöhung der kognitiven Flexibilität: Kognitive Flexibilität beschreibt die Fähigkeit, schnell von einer Aufgabe zur nächsten umschalten zu können. Körperliche Betätigung wirkt sich auch hier positiv aus.
  • Verbesserung des Langzeitgedächtnisses: Eine Studie zeigte, dass Menschen, die vorher Sport getrieben hatten, sich einen Text besser merken konnten als die, die keiner körperlichen Betätigung nachgegangen waren.
  • Verlangsamung der Hirnalterung: Es gibt Untersuchungen, in denen bewiesen werden konnte, dass bei Sporttreibenden im Laufe von 30 Jahren das Volumen des Hippocampus um 1 bis 2 % wächst.

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Positive Auswirkungen auf die Psyche und das Gefühlsleben

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Sport hat Auswirkungen auf das Gefühlsleben. Sportliche Betätigung führt zu  Glückshormonen im Gehirn.

Doch damit noch nicht genug. Es ist außerdem so, dass sportliche Betätigungen sich positiv auf Geist und Psyche auswirken. Die geistige Gesundheit gehört zu den wichtigsten Faktoren eines gut funktioniernden Gehirns, und Sport hilft dabei, sie zu verbessern und zu bewahren.

Einige der Gründe, warum sich Sport auch in diesem Bereich gesundheitsfördernd auswirkt, sind folgende:

  • Vorbeugung und Reduzierung von Depressionen: Sport gilt als natürliches Antidepressivum, da er die Produktion von Serotonin, einem Neurotransmitter, anregt, der entscheidend zum seelischen Wohlbefinden  und zur Verbesserung der Laune beiträgt.
  • Reduzierung von Stress und Angstzuständen: Gleichzeitig werden bei sportlicher Betätigung Endorphine, genauer gesagt, Dopamin und Norepinephrin, frei. Diese Botenstoffe tragen dazu bei, Gefühlsschwankungen und Angstzustände zu bekämpfen und somit Stabililität auf emotionaler Ebene zu erlangen.
  • Erhöhung des Selbstwertgefühls und der Kreativität: Sport beeinflusst gleichfalls in positiver Weise das Selbstwertgefühl, die Motivation und die Vitalität im Allgemeinen. All das bewirkt, dass wir kreativer und produktiver sind. Außerdem hilft Sport dabei, Entzugserscheinungen zu mildern und trägt so dazu bei, Abhängigkeiten zu überwinden.
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