Positive Affirmationen und ihre Vorzüge

Positive Affirmationen tragen zur Verbesserung unserer Stimmung bei und helfen uns, die Schleife negativer Gedanken zu durchbrechen. Alles Wissenswerte über die Vorteile dieser Affirmationen!
Positive Affirmationen und ihre Vorzüge
Maria Fatima Seppi Vinuales

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Maria Fatima Seppi Vinuales.

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Für positive Affirmationen benötigst du nur wenige Minuten pro Tag. Dennoch haben sie eine große Wirkung. Hierbei handelt es sich aber nicht einfach um ein paar bedeutungslose Worte. Im Gegenteil, positive Affirmationen haben zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit, unter anderem Stressabbau und die Steigerung des subjektiven Wohlbefindens.

Darüber hinaus helfen sie, negative Gedanken in gesündere umzuwandeln, was bei Stimmungsstörungen wie Depressionen sehr wichtig ist. Schauen wir uns genauer an, was es mit positiven Affirmationen auf sich hat und wie wir sie in unser tägliches Leben einbauen können.

Was sind positive Affirmationen?

Wie der Name schon sagt, sind positive Affirmationen Aussagen, die bestimmte Überzeugungen, Gedanken und emotionale Zustände stärken sollen. Sie helfen uns, einen inneren Zustand des Optimismus, des Wohlbefindens und der Gelassenheit zu schaffen. Außerdem sind sie eine Quelle der Inspiration und Motivation.

Viele Menschen sind der Ansicht, bei positiven Affirmationen ginge es einfach nur um Optimismus. Aber positive Affirmationen haben auch biologische Wirkungen, insbesondere auf der Ebene des Nervensystems, wo sie die Bildung neuer neuronaler Verknüpfungen ermöglichen. Die Neurowissenschaft liefert diesbezüglich viele Informationen.

In jüngster Zeit hat das Gebiet der Psychoneuroimmunoendokrinologie sogar noch mehr Wissen beigesteuert. Einschließlich aller Hormone, die im endokrinen System gebildet werden, und ihrer Auswirkungen auf den Körper, wenn wir diese Affirmationen regelmäßig in den Alltag integrieren.

Insgesamt weisen verschiedene Studien auf die positiven Auswirkungen hin, die Optimismus auf den Körper hat. Von den so genannten Glückshormonen über eine bessere Gesundheitsvorsorge und Aufmerksamkeitsspanne bis hin zu einem niedrigeren Cortisolspiegel (dem Stresshormon) und einem geringeren Krankheitsrisiko – Affirmationen sind sehr förderlich für deine Gesundheit. Psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) ist eine Schlüsselkomponente bei der Bewältigung der Herausforderungen des Lebens.

Sogar eine Studie der Harvard University, die sich mit der Rolle des Optimismus in Bezug auf die Gesundheit von Frauen befasst, schlägt vor, positives Denken und ergebnisorientierte Interventionen als Teil der Behandlung einzusetzen.

Positive Affirmationen und ihre Vorzüge - entspannte Frau

Die Vorteile positiver Affirmationen

Unter den wichtigsten Vorteilen positiver Affirmationen möchten wir folgende hervorheben:

  • Sie prädisponieren uns für einen besseren mentalen Zustand. Stelle dir zum Beispiel vor, wie du dich fühlst, wenn du in den Spiegel schaust und sagst: “Ich kann mit dieser Situation umgehen”. Und wie fühlst du dich, wenn du dir das Gegenteil dessen sagst? Hinter jedem Satz verbirgt sich eine Botschaft für den Geist.
  • Positive Affirmationen helfen, die Schleife negativer Gedanken zu durchbrechen, die unsere Gefühle und Handlungen beeinflussen.
  • Positive Affirmationen machen uns offen für andere Alternativen. Negative Affirmationen hingegen bringen uns nur Unsicherheit, Angst, Kummer und Unbehagen.
  • Positive Affirmationen können eine Situation vielleicht nicht ändern, aber sie können dir helfen, ihr anders zu begegnen. Oftmals lindern sie schwierige Prozesse und machen sie erträglicher.

Einige Beispiele für positive Affirmationen

Viele positive Affirmationen, die du den ganzen Tag über wiederholen und verwenden kannst, werden als Ich-Botschaft formuliert. Hier sind einige Beispiele für derartige Affirmationen.

  • “Ich glaube an mich selbst.”
  • “Ich bin ein wertvoller Mensch.”
  • “Ich bin fähig und dazu in der Lage, große Dinge zu erreichen.”
  • “Ich verdiene alles Gute im Leben und kann es mit Dankbarkeit annehmen.”
  • “Vergebung befreit mich.”
  • “Ich stütze mich auf meine Stärken und erkenne meine Schwächen an.”
  • “Ich lasse los und vertraue dem Leben.”
  • “Mein Körper ist stark und gesund.”
  • “Ich kann mir neue Gewohnheiten aneignen und alte negative Gewohnheiten loslassen.”
  • “Ich entscheide, was das Beste für mich ist.”
  • “Ich akzeptiere mich so, wie ich bin.”
  • “Ich bin bereit für die Aufgabe und die Arbeit, die ich tue.”
  • “Ich atme tief und langsam und fühle mich ruhig.”

Tatsächlich gibt es viele verschiedene Arten von positiven Affirmationen, die sich auf unterschiedliche Bereiche und Aspekte beziehen können (Geld, Selbstliebe, Gesundheit, Selbstwertgefühl, Arbeit). Allen ist jedoch eines gemein: Sie sind in der ersten Person, im Präsens und im positiven Sinne formuliert.

Wörter, die mögliche Ereignisse oder Zweifel implizieren, wie beispielsweise “kann sein” und “vielleicht”, solltest du bei der Formulierung vermeiden. Außerdem müssen positive Affirmationen authentisch sein, sodass du sie als deine eigenen erkennst und sie wirklich fühlst.

Wie du positive Affirmationen in dein tägliches Leben integrierst

Die Integration positiver Affirmationen in dein tägliches Leben kann sehr einfach sein. Das Wichtigste ist, dass du sie anwendest. Im Wesentlichen lauten einige der Empfehlungen wie folgt:

  • Lade dir eine App herunter, die dir Benachrichtigungen mit positiven Gedanken schickt. Du kannst auch die Möglichkeiten in Papierform nutzen, z. B. Agenden oder Mandala-Bücher, die mit Reflexionen versehen sind.
  • Um sie noch mehr zu verstärken, begleite deine positiven Affirmationen mit einer kreativen Visualisierungstechnik. Dabei stellst du dir ein gewünschtes Szenario für eine Situation vor.
  • Verbinde positive Aussagen mit bestimmten Zielen oder Wünschen. Vermeide es, in abwertender oder negativer Weise mit dir selbst zu sprechen.
  • Mache dir bewusst, wie du denkst. Die Identifizierung von Gedanken ermöglicht dir zu verstehen, woher sie kommen und dass sie nicht die Realität sind. Wenn du zum Beispiel erkennst, dass du oft katastrophische und negative Gedanken hast, können positive Affirmationen dir helfen, diese negative Wahrnehmung des Geschehens zu verändern.
  • Lerne, deine Stärken zu identifizieren und sie in positiven Aussagen zum Ausdruck zu bringen.
  • Umgebe dich mit positiven, unterstützenden und fürsorglichen Menschen.
Positive Affirmationen und ihre Vorzüge - lächelnder Mann

Toxische Positivität ist nicht dasselbe wie eine positive Grundhaltung

Positive Affirmationen sollen uns stärken, uns bei unseren Zielen begleiten und unsere Gefühle, Gedanken und Handlungen in Einklang bringen.

Das bedeutet aber nicht, dass du deine Gefühle unterdrücken oder dich immer in einem Zustand des Glücks halten und befinden musst. Es geht vielmehr darum, optimistisch zu sein und zu schauen, wie sich ein Hindernis überwinden lässt.

Alle Emotionen können uns etwas lehren. Auch aus ihnen zu lernen ist hilfreich. Das Erkennen und Erleben von Emotionen steht also an erster Stelle. Dann kann man lernen, auf der Grundlage dessen, was sie uns lehren, zu entscheiden, was zu tun ist. Dabei können positive Affirmationen sehr hilfreich sein.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
Positive Lebensveränderungen durch die Life S.A.V.E.R.S.
Besser Gesund Leben
Lies auch diesen Artikel bei Besser Gesund Leben
Positive Lebensveränderungen durch die Life S.A.V.E.R.S.

Die Life S.A.V.E.R.S. sind Übungen, die am Morgen praktiziert werden, um persönlichen und beruflichen Erfolg zu erzielen.



  • Seligman, M. (1998). Aprenda optimismo. Barcelona: Grupo Editorial Random House Mondadori.
  • Márquez-González, María & Losada, Andres & Puente, Cecilia & Romero-Moreno, Rosa. (2009). El optimismo como factor moderador de la relación entre el estrés y la depresión de los cuidadores informales de personas mayores dependientes. Revista Española de Geriatría y Gerontología. 44. 10.1016/j.regg.2009.03.009.
  • Eric S. Kim, Kaitlin A. Hagan, Francine Grodstein, Dawn L. DeMeo, Immaculata De Vivo, Laura D. Kubzansky, Optimism and Cause-Specific Mortality: A Prospective Cohort Study, American Journal of Epidemiology, Volume 185, Issue 1, 1 January 2017, Pages 21–29, https://doi.org/10.1093/aje/kww182