Ein negatives Körperbild und die Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl

Wie du über deinen Körper denkst und fühlst, hat einen Einfluss auf dein persönliches und soziales Wohlbefinden. Hier sprechen wir über den Einfluss eines negativen Körperbildes und wie man es bekämpfen kann.
Ein negatives Körperbild und die Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl

Letzte Aktualisierung: 10. August 2021

Vermeidest du den Blick in den Spiegel, um dein Spiegelbild nicht ansehen zu müssen? Fühlst du dich unwohl bei Aktivitäten, bei denen du deinen Körper in der Öffentlichkeit zeigen musst, wie etwa beim Schwimmen am Strand oder im Schwimmbad? Sind deine sexuellen Beziehungen unbefriedigend, weil du mit deinem Körper unzufrieden bist? Ein negatives Körperbild kann großes emotionales Unbehagen hervorrufen.

Das kann sich auf dein Selbstwertgefühl und damit auf dein tägliches Leben auswirken. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was das Körperbild bedeutet und wie du es verändern kannst.

Das Körperbild bezieht sich nicht auf das physische Aussehen, sondern auf die Art und Weise, wie jeder Einzelne seinen Körper wahrnimmt. Viele Menschen, die sich in späteren Jahren Fotos aus ihrer Jugend ansehen, fragen sich, wie es möglich ist, dass sie negativ über ihren Körper dachten, obwohl sie in guter körperlicher Verfassung waren: Die Subjektivität spielt eine sehr wichtige Rolle.

Was ist also ein negatives Körperbild?

Negatives Körperbild - Lächelnde Frau vor dem Spiegel
Jeder Mensch hat eine mentale Vorstellung von seinem Körper, die positiv oder negativ sein kann.

Das Körperbild ist die mentale Vorstellung, die eine Person von ihrem Körper hat. Es ist das innere Bild, das du von dir selbst auf körperlicher Ebene hast und wie du glaubst, dass andere dich wahrnehmen. Es handelt sich in erster Linie um eine subjektive Vorstellung, die die Gedanken, Einstellungen und Gefühle eines Menschen in Bezug auf seinen Körper umfasst.

Wenn dieses Körperbild realistisch und ausgewogen ist und es dir ermöglicht, dich in deinem Körper wohl zu fühlen, kann es als positiv bezeichnet werden. Ein negatives Körperbild hingegen ist schlecht an die Realität angepasst und führt dazu, dass man sich unwohl und ängstlich fühlt und sich für seinen Körper schämt.

Ein negatives Körperbild und die Folgen für das Selbstwertgefühl

Das Selbstwertgefühl ist die subjektive Einschätzung des eigenen Wertes durch eine Person. Es ist der Wert, den man sich selbst aufgrund seiner wahrgenommenen Eigenschaften beimisst. Davon hängt ab, wie man sich fühlt, verhält und mit anderen interagiert.

Aus demselben Grund ist ein gutes Selbstwertgefühl von grundlegender Bedeutung für gute soziale Beziehungen und persönliches Wohlbefinden.

Das Selbstwertgefühl ist eng mit dem Körperbild verbunden. So hat eine Person, die ihren Körper positiv wahrnimmt, ein höheres Selbstwertgefühl als jemand, der ein negatives Selbstbild hat.

Es lässt sich kaum leugnen, dass das Körperbild in der Gesellschaft immer wichtiger wird und dass die Menschen sich selbst und andere danach beurteilen. Menschen mit einem negativen Körperbild nehmen sich selbst als unzureichend oder unzulänglich im Vergleich zu den gesellschaftlich akzeptierten Normen wahr.

Dadurch sinkt ihr Selbstwertgefühl, was zu Angstzuständen, Depressionen, Essstörungen und einer Reihe anderer Komplikationen führen kann.

Symptome eines negativen Körperbildes

Negatives Körperbild: ein sehr dünner Mann mit einem Maßband.
Wenn du dich in deinem Körper nicht wohlfühlst, ist dies ein Hinweis auf ein negatives Körperbild.

Es ist normalerweise leicht zu erkennen, ob du ein negatives Körperbild hast, denn du wirst die unangenehmen Emotionen bemerken, die du in Bezug auf deinen Körper empfindest.

Der soziale Druck führt jedoch immer häufiger dazu, dass Menschen mit einem Teil ihres Körpers unzufrieden sind. Diese Einstellungen haben sich normalisiert. Wenn du also wissen möchtest, ob du unter einem negativen Körperbild leidest, könnest du an die folgenden Indikatoren denken:

  • Du fühlst dich unwohl und schämst dich für deinen Körper.
  • Du konzentrierst dich zu sehr auf bestimmte Defekte oder Teile deiner Anatomie und steigerst so deren Bedeutung für dich.
  • Vielleicht hast du zwanghafte Verhaltensweisen. Du achtest beispielsweise stets auf deine Fehler, überprüfst permanent dein Spiegelbild oder wiegst dich extrem häufig.
  • Du vermeidest es so oft wie möglich, dich selbst im Spiegel anzusehen, wegen des emotionalen Unbehagens, das der Anblick in dir erzeugt.
  • Dein tägliches Leben wird durch das Unbehagen in Bezug auf deinen Körperbau eingeschränkt. Das bedeutet, dass du es vermeidest, an Aktivitäten teilzunehmen, die deinen Körper zur Schau stellen (wie zum Beispiel an den Strand oder ins Schwimmbad zu gehen). Das bedeutet auch, dass du dich im Umgang mit anderen Menschen gehemmt fühlst.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als die wirksamste Methode zur Behandlung eines negativen Körperbildes erwiesen. Sie kann dir helfen, dysfunktionale Gedanken und den kritischen inneren Dialog, der das Problem aufrechterhält, zu erkennen und zu ändern.

Außerdem kann es notwendig sein, Entspannungstechniken zu erlernen, um Ängste abzubauen, oder frühere Erlebnisse oder Traumata zu verarbeiten, die möglicherweise zu deinem negativen Selbstbild und deinem geringen Selbstwertgefühl beigetragen haben. Vor allem aber musst du Werkzeuge erlernen, um mit dem Druck der Gesellschaft und der Medien umzugehen und deinen Körper zu akzeptieren.

Ein Psychologe kann dir helfen, dein Selbstwertgefühl zu verbessern

Ein negatives Körperbild kann deine Fähigkeit, mit anderen in Beziehung zu treten, einschränken, deine Leistung am Arbeitsplatz und romantische Beziehungen beeinträchtigen. Darüber hinaus kann es zu schweren Ängsten, Depressionen und einem geringen Selbstwertgefühl führen. Wenn du dich also mit dem, was du hier gelesen hast, identifizierst, zögere nicht, einen Fachmann zu konsultieren.

Darüber hinaus solltest du daran denken, dass die Wahrnehmung sehr subjektiv ist. Die Akzeptanz deines Körpers hat oft mehr mit inneren psychologischen Ressourcen zu tun als mit deinem tatsächlichen Aussehen. Das bedeutet, dass du versuchen solltest, dir psychologische Werkzeuge anzueignen, die es dir ermöglichen, mit sozialem Druck umzugehen.

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