Ischiasschmerz in der Schwangerschaft: Was tun?

31 Juli, 2019
Insbesondere in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kommt es häufig zu Ischiasschmerzen. Mit der richtigen Pflege und Behandlung können diese jedoch kontrolliert werden, damit der Alltag dadurch nicht allzu sehr beeinträchtigt wird. 

Ischiasschmerz in der Schwangerschaft ist ein häufiges Leiden. Der Schmerz zieht sich dabei meist intensiv vom Rücken bis ins Bein, da der Ischiasnerv eingeklemmt oder gereizt ist.

Für die Einengung, Reizung oder Schädigung des Ischiasnervs gibt es verschiedene Ursachen. In unserem heutigen Beitrag geht es jedoch um einen ganz speziellen Fall: Ischiasschmerz in der Schwangerschaft. Erfahre, wie es dazu kommt und was du dagegen tun kannst. 

Ischiasschmerz in der Schwangerschaft

Ursachen

Während der Schwangerschaft können verschiedene Ursachen zu intensiven Schmerzen führen, die vom Ischiasnerv ausgehen. Anatomische und hormonelle Veränderungen, die während der Entwicklung des Fötus in der Gebärmutter erfolgen, sind die Auslöser. 

Dadurch entstehen verschiedene Probleme und Symptome:

  • Die Gebärmutter nimmt im Bauchraum immer mehr Platz in Anspruch und in der Folge verschiebt sich die Lage der inneren Organe, die auf den Ischiasnerv drücken können.
  • Die Position der Gebärmutter und des kleinen Bauchbewohners führt dazu, dass die Mutter intuitiv das Becken nach vorne schiebt, um das Gleichgewicht zu halten. Damit verlagert sich der Schwerpunkt. Dies wiederum führt dazu, dass die werdende Mutter die Beine weiter auseinanderstellt und den Rücken zu sehr wölbt. In dieser Stellung wird der Ischiasnerv stärker belastet.
  • Gegen Ende der Schwangerschaft wird mehr Relaxin erzeugt. Dieses Hormon fördert die Entspannung der Gebärmutter, während die Bänder des ganzen Körpers elastischer werden. Dadurch sind viele Gelenke nicht mehr so stabil und es kommt häufiger zu Verspannungen.

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Symptome von Ischiasschmerz in der Schwangerschaft

Symptome von Ischiasschmerz in der Schwangerschaft
Die Intensität der Schmerzen kann stark variieren. Dies hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand, vom Verlauf der Schwangerschaft und vom Druck auf den Ischiasnerv ab.

Die Intensität der Schmerzen hängt davon ab, wie groß der Druck auf dem Ischiasnerv lastet. Manche Frauen berichten von sehr intensiven Schmerzen, die ihre Bewegungsfähigkeit stark einschränken, andere wiederum spüren nur leichte Beschwerden. Die häufigsten Symptome sind:

  • Leichte Ischiasschmerzen ziehen sich vom unteren Rückenbereich bis in den Oberschenkel und treten an ganz bestimmten Stellen auf.
  • Bei intensiven Beschwerden strahlt der Schmerz weiter aus und ist im ganzen Bein zu spüren. Er ist oft im Kniegelenk und sogar im Fersenbereich noch sehr stark. 
  • Beim Niesen kann sich der Schmerz verstärken, wobei man eine Art „Peitschenschlag“ in den betroffenen Bereichen versprürt.
  • Auch Taubheitsgefühl und Muskelschwäche sind häufige Symptome.
  • Die Beweglichkeit ist in schwereren Fällen zum Teil stark eingeschränkt.

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Wie kann man Ischiasschmerz in der Schwangerschaft kontrollieren?

Wie kann man Ischiasschmerz in der Schwangerschaft kontrollieren?
Verschiedene Übungen und Atemtechniken helfen dir, die Ischiasschmerzen während der Schwangerschaft unter Kontrolle zu bringen.

Du findest anschließend ein paar Tipps, die dir helfen, die unangenehmen Schmerzen während der Schwangerschaft zu lindern. So kannst du diese Zeit des Wartens besser überbrücken und dich auf erfreulichere Dinge konzentrieren.

  • Versuche, dein Gewicht während der Schwangerschaft zu kontrollieren.
  • Mäßige Bewegung ist sehr wichtig: Du kannst wandern, schwimmen, Yoga oder Pilates praktizieren, um deine Bauchmuskulatur zu stärken.
  • Auch Thermotherapie ist sehr vorteilhaft: Durch Wärme kannst du bestimmte Körperbereiche entspannen und so Schmerzen lindern. 
  • Lege während der Nachtruhe ein Kissen zwischen die Beine und schlafe in Seitenlage.
  • Verwende einen Beckengurt, um das Gewicht des Bauches besser zu verteilen und deine Haltung zu verbessern.
  • Auch das richtige Schuhwerk ist wichtig, um die normale Wölbung des Rückens zu begünstigen. Du solltest auf hohe Absätze auf jeden Fall verzichten!
  • Wenn du lange Zeit sitzt, baue regelmäßig Pausen ein, um deine Beine zu dehnen und ein paar Schritte zu gehen (mindestens alle zwei Stunden).
  • Wenn der Ischiasschmerz in der Schwangerschaft sehr intensiv ist, lass dir von einem Physiotherapeuten helfen und gönne dir spezifische Massagen, um die Muskulatur zu entspannen und Schmerz zu lindern.
  • Du darfst dich auf keinen Fall selbst medikatös behandeln (z.B. mit entzündungshemmenden Arzneimitteln)! Lasse dich immer von deinem Arzt beraten, der weiß, welche Medikamente in der Schwangerschaft erlaubt sind. 

Vergiss nicht, dass dein Vertraunensart für diese Themen zuständig ist. Er kann dich am besten beraten, wie du unangenehme Ischiasschmerzen in der Schwangerschaft verhindern kannst.

Körperliche Veränderungen in der Schwangerschaft haben verschiedene Folgen, die jedoch meist mit einfachen Techniken gelindert werden können, damit du diese wunderbare Zeit gesund und glücklich genießen kannst.

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