Hautnekrose: Was ist das?

12 März, 2020
Eine Hautnekrose ist häufig auf Infektionen oder auf eine vaskuläre Okklusion zurückzuführen. Erfahre heute mehr über dieses Thema. 

Die Diagnose einer Hautnekrose ist komplex, denn sie ist nicht auf eine spezifische Krankheit zurückzuführen. Die Ursachen sind vielfältig, deshalb sind sorgfältige klinische Untersuchungen erforderlich, um eine richtige Diagnose stellen zu können.

Die Krankengeschichte des Patienten, sowie damit assoziierte Krankheiten oder andere Symptome in Kombination mit den erhaltenen Laborwerten sind für die Diagnose grundlegendDie Analyse all dieser Aspekte ermöglicht es, den genauen Ursachen auf den Grund zu gehen.

Eine Hautnekrose ist eine sehr ernste Krankheit. Sobald das Hautgewebe geschädigt ist, sind diese Schäden irreversibel. Deshalb ist es wichtig, schnell zu handeln, die Ursachen festzustellen und die entsprechende Therapie einzuleiten. 

Was ist eine Hautnekrose?

Was ist eine Hautnekrose?
Zu Komplikationen kommt es insbesondere, wenn eine Infektion des Gewebes entsteht.

Als Hautnekrose bezeichnet man das Absterben von Hautgewebe aufgrund von pathologischen Ursachen. Die Schädigung entsteht durch Toxine, Hypoxie, Hypothermie oder durch eine Infektion mit Krankheitserregern. Dadurch entsteht eine ernste Verletzung der Haut, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Meist zeigt sich die Nekrose durch einen leicht violetten, blauen oder schwarzen Farbton auf der Haut. Außerdem kommt es zum Verlust der Sensibilität in diesem Bereich, dem manchmal intensive Schmerzen vorausgehen. Auch Sekretionen und unangenehmer Geruch machen sich bemerkbar.

Sehr häufig ist eine schwarze Platte beziehungsweise ein Nekrosedeckel auf einem Dekubitus. Diese Platte hat definierte Ränder, ist hart und liegt direkt auf der Wunde. In diesem Fall kann das Hautgewebe absterben, da es nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. Wenn es darüber hinaus zu einer bakteriellen Infektion und Dekomposition kommt, spricht man von Gangrän.

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Hautnekrose: die häufigsten Ursachen

Hautnekrose: die häufigsten Ursachen
Eine gestörte Durchblutung zählt zu den häufigsten Ursachen für eine Hautnekrose.

Die Ursachen für eine Hautnekrose sind zahlreich. Deshalb ist die Diagnose nicht einfach. Doch häufig liegt einer der folgenden drei Faktoren zugrunde:

  • Exogene Faktoren: Es handelt sich um äußere Faktoren, die zu einer Nekrose führen. Es kann sich zum Beispiel um Toxine, Druckgeschwüre, Medikamente, thermische Schädigungen (Verbrennungen, Erfrierungen) usw. handeln.
  • Infektionen: Bestimmte Infektionen können eine Hautnekrose zur Folge haben. Dazu gehören beispielsweise Gasgangrän, Ekthyma, akute Meningokokkämie und nekrotisierende Fasziitis.
  • Vaskuläre Okklusion: Dies ist die häufigste Ursache. Die Ursachen dafür sind vielseitig, es könnte sich zum Beispiel um eine Kryoglobulinämie, eine Vaskulitis, ein Thrombose oder andere Veränderungen der Hämostase handeln.

Außerdem gibt es zahlreiche andere Ursachen, die zu einer Hautnekrose führen können. Oft treten mehrere Faktoren gleichzeitig auf und lösen dadurch eine Nekrose aus. 

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Prozesse bei einer infektiösen Hautnekrose

Alle Faktoren, die zu einer Hautnekrose führen, sind parallel verlaufende Pathologien. Wenn die Nekrose durch eine Infektion ausgelöst wird, wird sie meist von folgenden Prozessen begleitet:

  • Ekthyma: Bakterielle Infektion mit Blasen- oder Pustelbildung, die meist mit Schuppung oder einer Crusta einhergeht.
  • Nekrotisierende Fasziitis: Es erfolgt eine rasche Nekrose der subkutanen Fetteinlagerungen und der Faszie, wobei eine unangenehm riechende Flüssigkeit entsteht.
  • Gasgangrän: Infektion des Muskels, die sehr schnell verläuft und tödlich enden kann.
  • Akute Meningokokkämie: Führt zu akuten Petechien, in der Folge kann eine Ekchymose und eine ischämische Nekrose entstehen. Zum Teil kommt es zu blutenden Verletzungen.

Prozesse bei einer Nekrose durch vaskuläre Okklusion

Sollte eine vaskuläre Okklusion die Ursache für die Hautnekrose sein, treten gleichzeitig häufig folgende Prozesse auf:

  • Anti-Phospholipidsyndrom: Es handelt sich um eine immunologische Störung, bei der der Organismus irrtümlicherweise die Proteine im Blut angreift.
  • Kryoglobulinämie: Es handelt sich um eine seltene Krankheit, die fast immer mit Hepatitis C auftritt. Betroffene haben Proteine im Blut, die sich bei niedrigen Temperaturen verdicken.
  • Cholesterinembolie-Syndrom: Es handelt sich um eine seltene Krankheit, an der meist Männer über 60 leiden, die an generalisierter Arteriosklerose erkrankt sind. Dabei kommt es zum Verschluss kleiner Arterien durch die Einschwemmung von Cholesterin-Kristallen.
  • Calciphylaxie: Diese seltene Krankheit kann tödlich verlaufen. Dabei kommt es zur Verkalkung der Blutgefäße  und zu progressiven und schmerzhaften Geschwüren.
  • Nekrotisierende Vaskulitis: Es handelt sich um eine Gruppe von Vaskulitis-Erkrankungen, bei denen die Entzündung der Gefäße mit der Zerstörung der Gefäßwände von Arterien einhergeht.
  • Veränderungen der Hämostase: In diese Gruppe fallen verschiedene Störungen, welche die normale Aktivierung der Blutplättchen stören, was wiederum die Wände der Blutgefäße beeinträchtigt.

Wie du siehst, gibt es viele Prozesse, die mit einer Hautnekrose in Verbindung stehen. Deshalb ist die Diagnose sehr komplex.

  • Martorell-Calatayud, A., Serra Guillén, C., & Sanmartín, O. (2010). Necrosis cutánea como factor predictivo de neoplasia en la dermatomiositis. Actas dermo-sifiliograficas, 101(5), 455-456.