Allergie, Intoleranz, Aversion, Vergiftung… was ist der Unterschied?

24 Dezember, 2019
Die Symptome sind oft sehr ähnlich, doch die Ursachen sind bei einer Allergie, einer Intoleranz, einer Aversion oder einer Vergiftung ganz unterschiedlich. Deshalb ist es wichtig, den Ursprung der Probleme zu differenzieren und entsprechende Lösungen zu finden. 

Allergie, Intoleranz, Aversion, Vergiftung… es gibt verschiedenste Gründe dafür, dass bestimmte Lebensmittel Symptome und Beschwerden auslösen, die zum Teil ähnlich sein können, jedoch ganz unterschiedliche Ursachen aufweisen. In unserem heutigen Artikel erklären wir die Unterschiede und Auslöser, die diesen unangenehmen Reaktionen des Körpers zugrundeliegen.

Allergie, Intoleranz, Aversion oder Vergiftung? Lerne die Unterschiede kennen

1. Allergie

Eine Allergie ist eine Reaktion des Immunsystems auf ein Allergen, das meist fälschlicherweise als gefährlich eingestuft wird. Es handelt sich also um einen Fehlalarm des Körpers, der mit verschiedenen Symptomen einhergeht: 

  • Kribbeln und Juckreiz
  • Ödem
  • Nesselsucht
  • Geschwollene Zunge oder Hals
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall oder Übelkeit
  • Erbrechen und Schwindel

Allergien können unterschiedlich intensiv sein: Sie können nur leichte Symptome produzieren oder auch einen anaphylaktischen Schock zur Folge haben. Dabei handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der tödlich verlaufen kann. Eine sofortige Behandlung mit Adrenalin-Spritzen kann lebensrettend sein.

Die Ursachen für eine Allergie sind meist bestimmte Proteine, die in Meeresfrüchten, Trockenfrüchten, Fisch, Eiern, Milch oder Weizen vorhanden sind. Bereits eine sehr kleine Menge dieser Proteine kann eine allergische Antwort durch IgE-Antikörper (Immunglobulin E) auslösen. 

Es ist sehr wichtig, bei Atemwegsbeschwerden, Druck auf der Brust, reduziertem Blutdruck, beschleunigten Puls, Schwindel oder Benommenheit einen Arzt aufzusuchen!

Intoleranz Trockenfrüchte
Nahrungsmittelallergien treten auf, wenn das Immunsystem auf bestimmte Allergene reagiert. Diese können beispielsweise in Meeresfrüchten, Trockenfrüchten, Fisch, Eiern oder anderen Lebensmitteln vorhanden sein.

Intoleranz oder Unverträglichkeit

Eine Lebensmittelintoleranz oder -unverträglichkeit liegt dann vor, wenn der Organismus nicht fähig ist, bestimmte Nahrungsbestandteile zu verdauen oder zu verstoffwechseln. Dadurch entstehen verschiedene Reaktionen und Beschwerden. Wenn die Unverträglichkeit angeboren ist, spricht man auch von einer primären Intoleranz. Einer sekundären Unverträglichkeit liegen keine genetischen Ursprünge zugrunde. Sie kann vorübergehend oder chronisch sein.

Am häufigsten wird eine Lebensmittelunverträglichkeit durch Laktose und Gluten verursacht, doch es gibt auch viele andere Substanzen, die unangenehme Reaktionen auslösen können. Meist geht eine Intoleranz mit folgenden Symptomen einher:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautprobleme
  • Neurologische Probleme
  • Gewichtszunahme
  • Muskelbeschwerden oder rheumatische Probleme

Die wichtigsten Unterschiede zu einer Allergie bestehen darin, dass die Unverträglichkeit nicht durch eine Überempfindlichkeit, der eine immunologische Reaktion zugrunde liegt, verursacht wird. Außerdem sind die Symptome weniger akut.

In den letzten Jahren wurden individuelle Studien durchgeführt, in denen die Intoleranz auf verschiedene Lebensmittel durch Blutanalysen bewertet wurde. Doch es liegt keine wissenschaftliche Evidenz vor.

Noch ein interessanter Artikel: Warum bin ich allergisch? Welche Symptome verursachen Allergien?

Aversion

In diesem Fall sprechen wir von einer der häufigsten Essstörungen, die in den ersten drei Lebensjahren auftreten. Betroffene Kinder weisen bestimmte Lebensmittel aufgrund ihrer organoleptischen Eigenschaften zurück. Dies ist an entsprechenden Gesichtsausdrücken, Erbrechen und am Ausstoßen der Nahrung zu erkennen.

Oft liegt gleichzeitig eine Störung der Sinnesverarbeitung vor, weshalb auch andere sensorische Probleme auftreten können. Im Normalfall werden die Eltern darauf aufmerksam, wenn das Kind neue Lebensmittel immer ablehnt. 

Lebensmittel, die ihm schmecken, isst es jedoch ohne Probleme. Wenn betroffene Kinder keine Nahrungsergänzungsmittel erhalten, können sie Mangelerscheinungen aufweisen, doch es kommt normalerweise nicht zu Wachstumsstörungen. Es liegt auch keine Lebensmittelallergie und keine traumatische Erfahrung vor.

Kind mit Intoleranz
Bei einer Aversion lehnt das Kind bestimme Lebensmittel aufgrund ihrer oganoleptischen Eigenschaften ab. Sehr häufig führt dies zu Mangelerscheinungen.

Lebensmittelvergiftung

Eine Lebensmittelvergiftung tritt dann auf, wenn ein Lebensmittel Bakterien, Viren, Parasiten oder Giftstoffe enthält. Dies kann zum Beispiel in folgenden Situationen der Fall sein:

  • Wenn man sich vor dem Essen die Hände nicht gründlich reinigt,
  • oder wenn beim Kochen zu wenig Hygiene vorhanden ist.
  • Durch Fehler bei der Konservierung der Lebensmittel
  • und durch den Konsum verunreinigten Wassers.

Die Symptome umfassen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall Muskelschmerzen oder -krämpfe und Fieber. Diese Anzeichen können Stunden oder auch erst Wochen nach dem Verzehr der Lebensmittel oder des Wassers auftreten.

Es ist in diesem Fall wichtig, den Arzt zu konsultieren, insbesondere, wenn es zu häufigem Erbrechen, Blut im Stuhl oder Durchfall über mehr als drei Tage kommt. Außerdem ist ärztliche Betreuung bei hohem Fieber oder Anzeichen für eine Austrocknung oder Muskelkribbeln notwendig.

Zu einer Lebensmittelvergiftung kommt es häufig durch Bakterien wie Costridium Botulinum, E.Coli und Salmonellen. Die meisten dieser Krankheitserreger befinden sich in Fleisch, Eiern oder offenen Dosen, die bei einer falschen Temperatur aufbewahrt werden.

Es ist auch grundlegend, beim Zubereiten der Speisen und bei der Aufbewahrung entsprechende Hygienemaßnahmen zu berücksichtigen. Informiere dich ausreichend über dieses Thema!

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Fazit

Du kennst jetzt die Unterschiede zwischen Allergie, Intoleranz, Aversion und Vergiftung und kennst die Symptome, um diese Probleme zu identifizieren. Dein Arzt wird bei Beschwerden eine genaue Diagnose stellen und dich beraten, was du in deinem speziellen Fall tun kannst. Damit kannst du langfristige Konsequenzen verhindern.

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