Was ist Hypnobirthing und welche Vorteile kann es bieten?

Hypnobirthing ist eine Therapie, die aufgrund der Tatsache, dass sie von mehreren Prominenten angewendet wird, in Mode gekommen ist. Abgesehen von seiner Beliebtheit scheint es eine gute Möglichkeit zu sein, Beschwerden und Komplikationen während der Geburt zu verringern. Hier erfährst du mehr darüber!
Was ist Hypnobirthing und welche Vorteile kann es bieten?
Elena Sanz

Geprüft und freigegeben von der Psychologin Elena Sanz.

Geschrieben von babel

Letzte Aktualisierung: 26. August 2022

Hypnobirthing ist eine Therapie, die darauf abzielt, der Geburt mit mehr Selbstvertrauen zu begegnen und dadurch weniger Schmerzen und Unbehagen während des Prozesses zu erleben. Um dieses Ziel zu erreichen, kommen verschiedene Techniken der bewussten Hypnose zum Einsatz.

Dadurch soll die Mutter in die Lage versetzt werden, den Prozess der Geburt zu genießen. Hypnobirthing zielt darauf ab, die Macht des Geistes über den Körper zu stärken, sodass es möglich ist, diese Erfahrung mit positiven Gefühlen zu erleben.

Diese Therapieform entstand in den 1940er-Jahren, wurde aber erst in den 1980er-Jahren in den Vereinigten Staaten populär. Sie ist als Alternative zu schmerzhaften oder traumatischen Geburten gedacht. Hypnobirthing nutzt grundlegende Atem- und Meditationstechniken.

Angst vor der Geburt

Die meisten schwangeren Frauen haben ein gewisses Maß an Angst vor der Geburt. Das liegt daran, dass im Laufe der Geschichte immer wieder die körperlichen Schmerzen und das Unbehagen während des Geburtsvorgangs in den Vordergrund gerückt wurden. Religionen, Filme und Literatur haben diese Perspektive betont.

Traditionell wird die Geburt mit Schmerzen und Leiden verbunden. Die Wehen, die während der Geburt auftreten, werden gemeinhin als Geburtswehen bezeichnet. Schon dadurch wird die Erfahrung konditioniert.

Angst aktiviert das sympathische System und löst einen Alarmmechanismus aus, der den Körper auf die Flucht vorbereitet. Dies führt zu einer Verringerung der Blut- und Sauerstoffversorgung der Gebärmutter. In diesem Fall sind die Wehen weniger effektiv und das Schmerzempfinden ist stärker.

Darüber hinaus reduziert Angst auch die Produktion des Hormons Oxytocin, das die Kontraktionen beeinflusst. Insgesamt führt dies zu einer erhöhten Spannung im Körper, was wiederum die Schmerzen verstärkt.

Angst ist ein Faktor, der den Geburstvorgang behindert.

Hypnobirthing - Frau während der Geburt
Mit Wehen verbinden viele eine schmerzhafte und unangenehme Erfahrung.

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Was ist Hypnobirthing?

Hypnobirthing ist eine Therapie zur Geburtsvorbereitung, die darauf abzielt, Angst durch Ruhe und Zuversicht zu ersetzen. Ziel ist es, die Mutter in einen Entspannungszustand zu versetzen, in dem sie eine positive Vision des Geburtsvorgangs aufbauen kann.

Diese Art der Therapie basiert auf der Idee, dass die Beschwerden während der Geburt das Ergebnis der Angst, der Unruhe und der Anspannung sind, die mit dieser Erfahrung einhergehen. Im Jahr 1942 veröffentlichte der britische Gynäkologe Grantly Dick-Read ein Buch mit dem Titel Mutterwerden ohne Schmerz, das als richtungsweisend für dieses Thema gilt.

Dick-Read stellte die Theorie des Angst-Spannungs-Schmerz-Syndroms im Zusammenhang mit der Geburt auf. Später, im Jahre 1989, entwickelte die Hypnotherapeutin Marie Mongan das Thema weiter und führte neue Daten und Techniken ein. Auf diese Weise gewann diese Perspektive wieder an Bedeutung.

Viele Prominente haben diese Therapie genutzt. Die Herzogin von Cambridge, Kate Middleton, nutzte Hypnobirthing für die Geburt ihres ersten Kindes. Auch andere Prominente haben diese Methode genutzt. Daher ist sie so populär geworden.

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Merkmale und Hilfsmittel von Hypnobirthing

Hypnobirthing basiert auf der Idee, dass für die Geburt eine ruhige Atmosphäre erforderlich ist. Dadurch können sich die Muskeln entspannen.

Wenn dieser Zustand erreicht ist, wird die Produktion von Stresshormonen, die den Schmerz während der Wehen verstärken, reduziert. Stattdessen werden mehr Endorphine ausgeschüttet, die den Geburtsvorgang erleichtern.

Wenn die Mutter mehr Oxytocin ausschüttet, verläuft die Dehnung reibungslos und natürlich. Wenn eine Adrenalinausschüttung erfolgt, ziehen sich die Muskeln zusammen, was den Geburtsvorgang erschwert.

Der gesamte Vorbereitungsprozess muss von der Mutter und dem Vater durchgeführt werden. Er findet in der Regel im dritten Trimester statt.

Hypnobirthing beinhaltet eine sehr detaillierte Informationsphase über den Geburtsvorgang. Ziel ist es, dass die Mutter versteht, was mit ihrem Körper passiert, eventuelle Komplikationen erkennt und weiß, was zu tun ist, wenn sie auftreten.

Es werden auch Entspannungs- und Meditationstechniken gelehrt. Auch negative Vorstellungen über die Geburt kommen zur Sprache. Begriffe wie “Wehen” werden durch “Geburt” und “Kontraktionen” durch “Uteruswellen” ersetzt.

Techniken

Hypnobirthing zielt darauf ab, dass sich die Mutter all dessen bewusst wird, was im Moment der Geburt mit ihr geschieht.

Um dies zu erreichen, werden die folgenden Techniken angewendet:

  • Die Tiefenentspannung wird durch Entspannungstechniken und Selbsthypnose erreicht. Sie zielt darauf ab, die Mutter wieder mit der natürlichen Erfahrung der Geburt zu verbinden.
  • Atemtechniken: Sie sind grundlegend und zielen darauf ab, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, sodass dies zur Muskelentspannung und Schmerzlinderung beiträgt.
  • Geführte Visualisierung: Hier geht es darum, die negativen Assoziationen, die mit der Geburt verbunden sind, zu eliminieren und durch eine natürlichere und positivere Perspektive zu ersetzen.
  • Konzentration und Bewusstsein: Anhand der Informationen, die die Mutter erhält, soll sie sich all dessen bewusst werden, was mit ihr geschieht, und die Kontrolle darüber übernehmen, was mit ihrem Körper passiert.
Hypnobirthing - schwangere Frau meditiert
Die Vorbereitung auf das Hypnobirthing beginnt schon vor dem entscheidenden Moment. Im Allgemeinen während des dritten Trimesters.

Ist diese Therapie wirklich wirksam?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Hypnobirthing als solches nicht befürwortet, aber gesagt, dass Entspannungs-, Atem- und Meditationstechniken helfen, die Schmerzen während des Geburtsvorgangs zu verringern. Außerdem wurde festgestellt, dass nicht-pharmakologische Verfahren zur Schmerzlinderung viele Vorteile bieten.

Eine im Jahr 2022 veröffentlichte Studie über Hypnobirthing ergab, dass Frauen, die diese Art von Therapie erhalten hatten, eine befriedigendere Geburtserfahrung hatten, weniger Zeit benötigten und weniger Schmerzen hatten. Es gibt weitere ähnliche, aber vereinzelte Studien. In diesem Kontext deutet ein im British Journal of Anaesthesia veröffentlichter Artikel darauf hin, dass es noch nicht genug Beweise gibt, um zu bestätigen, dass Hypnobirthing eine wirksame Methode ist. Er stellt die Wirksamkeit nicht in Abrede, empfiehlt aber weitere Untersuchungen.

Solltest du Hypnobirthing ausprobieren?

Alles deutet darauf hin, dass Hypnobirthing keine Garantie für eine schmerzfreie Geburt ist, aber es erleichtert den Prozess wesentlich und reduziert die Beschwerden in erheblichem Maße. Therapien, bei denen Entspannungs- und Atemtechniken eingesetzt werden, sind in vielen Fällen hilfreich.

Hypnobirthing ist jedoch nicht die einzige Therapie zur Geburtsvorbereitung. Es gibt auch andere Methoden, wie z.B. die Lamaze- und die Bradley-Methode, die sich ebenfalls bewährt haben.

Eine werdende Mutter hat eine Reihe von Möglichkeiten, um den Geburtsvorgang angenehmer zu gestalten.

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