Wissenswertes über Geburtswehen

28 September, 2019
Wenn du dich bereits im letzten Schwangerschaftsabschnitt befindest, solltest du Geburtswehen identifizieren können, um dich zum richtigen Zeitpunkt ins Krankenhaus oder in die Geburtsklinik begeben zu können. 

Die Geburtswehen sind ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass sich nach der langen Wartezeit die Geburt deines Kindes nähert.

Der Körper der Frau erfährt während der Schwangerschaft verschiedene Veränderungen. Doch insbesondere wenn sich die Entbindung nähert, kommt es häufig zu Zweifeln und Fragen über den tatsächlichen Zeitpunkt der Geburt des Kindes: Wann genau löst sich der Schleimpfropf vom Muttermund, was bedeutet die Zunahme des viskösen Sekrets, wann senkt sich der Bauch, warum bewegt sich das Kind weniger…

Ganz eindeutig sind zweifellos die Geburtswehen, auf die viele Frauen sehnsüchtig warten. Doch kannst du diese Kontraktionen von anderen differenzieren? Erfahre mehr darüber in unserem heutigen Beitrag, damit du all deine Zweifel ausräumen und entsprechend handeln kannst, wenn es endlich so weit ist. 

Geburtswehen oder Fehlalarm?

Geburtswehen oder Fehlalarm?
Die Geburtswehen entstehen durch die Muskelkontraktion der Gebärmutter und fühlen sich wie starke, regelmäßiuge Schmerzen an.

Um die Geburtswehen identifizieren zu können, muss man zuerst wissen, wovon genau wir sprechen. Es handelt sich um das schmerzhafte Zusammenziehen der Gebärmutterwodurch das Baby in die richtige Geburtsposition Richtung Gebärmutterhals oder Cervix uteri gedrängt wird.

In den letzten Wochen der Schwangerschaft kommt es zu körperlichen Veränderungen und Symptomen, die den Geburtsprozess ermöglichen. Dazu gehören beispielsweide die Geburtswehen. Diese müssen allerdings von anderen Arten von Wehen differenziert werden, die nicht mit der Geburt des Kindes in Beziehung stehen.

Der Körper bereitet sich langsam und schrittweise auf die Entbindung vor. Insbesondere bei einer Erstlingsgeburt braucht das seine Zeit. Übungs- und Vorwehen sind jedoch noch relativ schwach und vor allem unregelmäßig. 

Im letzten Schwangerschaftsabschnitt treten oft Zweifel auf, wenn sich beispielsweise der Bauch zu bestimmten Tageszeiten härtet und kolikartige oder menstruationsähnliche Schmerzen auftreten. Diese Beschwerden können die werdende Mutter in Alarmbereitschaft versetzen und sie auch auf andere Symptome aufmerksam machen.

Noch ein interessanter Lesetipp: Streptokokken in der Schwangerschaft: Ist das gefährlich?

Übungs- und Vorwehen: Was tun?

Übungs- und Vorwehen: Was tun?
Massagen oder warme Bäder entspannen die Bauch- und Beckenmuskulatur.

Übungs- und Vorwehen verschwinden in der Regel, wenn die Frau ihre Stellung verändert oder physische Aktivitäten reduziert. Bestimmte Maßnahmen lindern die Beschwerden und fördern das Wohlbefinden der werdenden Mutter:

  • Warme Bäder oder Duschen: Das Wasser muss nicht sehr heiß sein, wobei jede Frau selbst entscheiden muss, welche Temperatur für sie am angenehmsten ist.
  • Fitnessball, um die Rücken- und Hüftmuskulatur zu dehnen: Die Frau setzt sich mit den Beinen im 90º-Winkel auf den Ball und öffnet die Beine etwa 180º. Dann führt sie seitliche, kreisförmige und Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen durch.
  • Massage im Lendenbereich: Dafür benötigt die werdende Mutter die Hilfe eines Familientmitglieds oder Freundes. Denn es geht darum, kreisförmige Massagen mit etwas Pflanzenöl (Mandelöl, Ringelblumenöl oder Öl mit Aloe vera) durchzuführen.

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Geburtswehen identifizieren

Wenn die Intensität der Wehen zunimmt und diese regelmäßiger werden, dehnt sich dadurch der Muntermund und es treten auch andere Anzeichen für die bevorstehende Geburt auf. Das Baby rutscht nach unten und begibt sich in die richtige Position, um bald das Licht der Welt zu erblicken.

Um zu bestätigen, dass es sich tatsächlich um Geburtswehen handelt und diese von Vorwehen zu unterscheiden, kannst du folgende spezifischen Eigenschaften beobachten:

  • Die Regelmäßigkeit: Geburtswehen treten regelmäßig auf und sind intensiv. Der Rhythmus hält sich und die Kontraktionen schieben das Kind in Richtung Muttermund. Die Regelmäßigkeit muss mindestens eine Stunde lang bestehen, damit man von Geburtswehen sprechen kann.
  • Die Dauer: Jede Kontraktion dauert etwa eine Minute lang vom Anfang an, bis sie wieder verschwindet.
  • Die Wahrnehmung: Alle Wehen machen sich deutlich bemerkbar, wobei die Schmerzen von jeder Frau subjektiv wahrgenommen werden.

Was tun, wenn die Geburtswehen beginnen?

Was tun, wenn die Geburtswehen beginnen?
Bleibe ruhig, wenn die ersten Geburtswehen beginnen und lasse dich ins Krankenhaus bringen.

Bleibe ruhig, wenn die echten Wehen beginnen, die auf die bevorstehende Geburt deines Kindes hinweisen. Lass dich ins Krankenhaus bringen und versuche, die Zeit, die zwischen den Geburtswehen verstreicht, aufzuschreiben. Noch ein paar Tipps kurz zusammengefasst:

  • Ruhe bewahren!
  • Kontrolliere die Abstände zwischen den Wehen mit der Uhr.
  • Verliere bei Bewegungen des Babys nicht die Nerven.
  • Informiere ein Familienmitglied, um dich ins Krankenhaus zu begleiten.
  • Vergiss nicht, die vorbereitete Krankenhaustasche und die ärztlichen Berichte mitzunehmen.
  • Lasse dich in das Krankenhaus oder die Geburtsklinik bringen, die für die Geburt deines Kindes vorgesehen ist.
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