Postpartale Blasenatonie: Behandlung

25 September, 2019
Von einer postpartalen Blasenatonie spricht man, wenn die Blasenmuskulatur die Fähigkeit zur Kontraktion verliert und es in der Folge zu einer Blasenentleerungsstörung kommt. Erfahre heute mehr über mögliche Behandlungsmethoden. 

Die postpartale Blasenatonie ist die Unfähigkeit, die Blase 6 bis 12 Stunden nach einer vaginalen Entbindung spontan zu entleeren. Die häufigste Ursache dafür ist die fehlende Entspannung des Beckenbodens nach der Geburt des Kindes. Diese Situation kann sich durch eine besonders schmerzhafte Episiotomie (Dammschnitt) oder eine instrumentelle Entbindung verschlimmern.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, die richtige Betäubung zu garantieren und gleichzeitig entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen. So kann die frischgebackene Mutter die Beckenbodenmuskulatur richtig entspannen, was die normale Muskelaktivität erleichtert. Dadurch ist auch eine normale Harnentleerung möglich.

Postpartale Blasenatonie: Arten

Postpartale Blasenatonie: Arten 

Die unterschiedlichen Arten der postpartalen Blasenatonie können wie folgt klassifiziert werden:

  • Symptomatische Blasenatonie: In diesem Fall entstehen beim Harnlassen unangenehme Beschwerden.
  • Asymptomatische Blasenatonie: Die Harnretention nach der Entbindung wird in diesem Fall durch ein großes Harnvolumen identifiziert, das zurückgehalten wird. Dieses beträgt nach einer spontanen Harnentleerung am ersten Tag nach der Entbindung mindestens 150 ml.

Risikofaktoren, die eine postpartale Blasenatonie auslösen können

Wir zählen anschließend verschiedene Risikofaktoren auf, die zu einer Blasenentleerungsstörung führen könnten. Doch auch wenn die Patientin diese Faktoren aufweist, muss es nicht unbedingt dazu kommen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, Probleme bei der Blasenentleerung aufzuweisen, größer.

  • Verlängerte Dauer der ersten und zweiten Etappe der Entbindung
  • Instrumentelle Entbindung
  • Epiduralanästhesie
  • Erstlingsgeburt

Außerdem wird auch die Episiotomie (Dammschnitt) als Risikofaktor für eine asymptomatische Blasenentleerungsstörung betrachtet. Nicht zu vergessen ist, dass auch das Gewicht des Säuglings dabei eine Rolle spielt. Die frühzeitige Erkennung der Risikofaktoren ist sehr wichtig, um vorbeugende Maßnahmen zu treffen, die mögliche unangnehme Begleiterscheinungen nach der Entbindung vermeiden können. Dadurch fällt es dann auch leichter, die richtige Behandlung einzuleiten, um die Blasenfunktion schnellstmöglich wieder herzustellen. 

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Diagnose

In den meisten Fällen erfolgt die Diagnose der postpartalen Blasenatonie nur bei vorhandenen Symptomen. Wenn die Patientin unfähig ist, den Harn 6 bis 12 Stunden nach der Geburt des Kindes spontan auszuscheiden, muss eine entsprechende ärztliche Untersuchung erfolgen.

Postpartale Blasenatonie: Behandlung der Patientin

Postpartale Blasenatonie: Behandlung der Patientin 

In den ersten 12 Stunden nach der Entbindung sollte es zur Entleerung der Harnblase kommen, unabhängig davon, ob es sich um eine normale vaginale Geburt oder um eine instrumentelle Geburt handelt. Bei einem Kaiserschnitt sollte die erste Harnblasenentleerung in den ersten Stunden nach der Entfernung der Sonde erfolgen, das heißt ungefähr 12 Stunden nach der Operation.

Sollte die Blasenentleerung jedoch nicht in diesem Zeitraum erfolgen, werden normalerweise schmerzstillende und/oder entzündungshemmende Arzneimittel eingesetzt. Darüber hinaus wird eine Einwegsonde eingeführt. Dadurch kann das Harnvolumen überprüft werden. Auch die Einnahme von Flüssigkeiten muss entsprechend angepasst werden.

Wenn die Patientin dann ihre Harnblase in den ersten 3 bis 4 Stunden noch immer nicht spontan erleichtern kann, ist eine weitere Einwegsonde notwendig. Sollte auch nach dieser zweiten Intervention keine Blasenentleerung möglich sein, ist die Katheterisierung mit einem Dauerkatheter (Foley-Katheter) erforderlich. Die Frau verlässt das Krankenhaus dann mit diesem Dauerkatheter.

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Postpartale Blasenatonie: pharmakologische Behandlung

Sollte ein Dauerkatheter gelegt werden müssen, sind bestimmte Arzneimittel nötig, um mögliche Komplikationen zu verhindern. Der Arzt könnte beispielsweise folgende Medikamente verschreiben:

  • Fosfomycin 3 g: Dieses Antibiotikum wird alle 72 Stunden verabreicht, solange der Katheter vorhanden ist. Es geht darum, eine Infektion zu verhindern.
  • Entzündungshemmende Medikamente, um lokalen Entzündungen vorzubeugen.

Fazit

Bei der Entbindung ist die richtige Verabreichung schmerzstillender Mittel sehr wichtig. Außerdem sind entsprechende Maßnahmen wichtig, um eine postpartale Blasenatonie oder andere Komplikationen zu vermeiden.

Es gibt heutzutage eine effektive Therapie, um eine Blasenentleerungsstörung nach der Entbindung zu behandeln, die in der Katheterisierung besteht. Lasse dich von deinem Arzt bereits vor der Geburt deines Kindes gut über mögliche Risiken und verschiedene Vorsorgemaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten beraten. 

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