PEG-Sonde: Worum handelt es sich bei dieser?

20 August, 2019
Eine PEG-Sonde kommt zum Einsatz, wenn keine normale Verdauung möglich ist. Sie wird direkt von außen mit dem Magen verbunden und versorgt den Patienten mit Nahrung.

Eine PEG-Sonde kommt zum Einsatz, wenn keine normale Verdauung möglich ist. Sie wird direkt von außen mit dem Magen verbunden und versorgt den Patienten mit Nahrung.

Die Gastrostomie ist ein chirugischer Eingriff, bei der die PEG-Sonde angelegt wird. Der Vorgang verläuft minimalinvasiv, das heißt mithilfe von Endoskopietechniken. Daher wird von einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) gesprochen.

Wie bereits erwähnt ist eine Sonde dann erforderlich, wenn die Verdauungsfunktion eines Patienten beeinträchtigt ist. Dies ist häufig bei Personen der Fall, die an Dysphagie beziehungsweise an einer Schluckstörung leiden aber auch nach einem Schlaganfall oder einem anderen Vorfall, der einen neurologischen Schaden verursacht hat.

Die PEG-Sonde weist im Vergleich zur Nasensonde, die, wie der Name bereits erahnen lässt, durch die Nase angelegt wird, einige Vorteile auf. Zunächst kommt es bei ihr zu weniger Komplikationen, beispielsweise aufgrund von Infektionen oder Verletzungen, die durch die Reibung des Schlauchs im Rachen entstehen können.

Indem sie nicht durch den kompletten Verdauungstrakt angelegt wird, erhöht sich die Sicherheit des Patienten und beeinträchtigt weniger seine Psyche. Dies ist vor allem bei jungen Personen der Fall, die sich durch die ästhetische Einschränkung der Nasensonde gestört fühlen.

PEG-Sonde und ihre Anwendung

Wie wird sie angelegt?

Nasensonde

Das Anlegen der PEG-Sonde ist relativ unkompliziert. Zuerst wird dem Patienten eine intravenöse Lösung verabreicht, damit er während des Vorgangs keine Schmerzen empfindet. Es wird ermittelt, welche Region des Bauches sich am besten eignet und diese wird dann entsprechend desinfiziert.

Im Anschluss betäubt man diesen Bereich lokal und führt einen Schnitt in der Bauchwand durch. Hierbei handelt es sich um nur einen kleinen Schnitt von ungefähr 1 cm. Daher erfolgt eine schnelle und wenig risikobehaftete Heilung.

Danach wird eine Stahlkanüle mit einem Faden über das Endoskop bis zum Magen eingeführt. Die Kanüle ist eine Art Hohlnadel, die in den Magen eindringen kann, um bis ins Innere des Organs zu gelangen.

Zuletzt wird das Endoskop entfernt, indem der Faden bis zum Mund des Patienten gezogen und die Sonde durch Zug an dem aus dem Bauch ragenden Fadenende platziert wird. Für mehr Sicherheit enthält diese meist einen Ballon, der sich aufbläst, um zu verhindern, dass die Sonde nicht falsch sitzt.

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Wann muss die PEG-Sonde ersetzt werden?

Auch wenn es sich bei der PEG um einen sicheren Eingriff handelt, kann es jedoch bei Patienten, die eine längere enterale Versorgung benötigen, zu Komplikationen kommen. In diesem Fall ist der Austauch der Sonde erforderlich.

Ein Problem sind zumeist Infektionen, zum Beispiel des Bauchschnittes oder durch den Sondenschlauch. Es gilt, die Sonde zu entfernen und die Infektion mit einem Antibiotikum zu behandeln, bevor es zu einem septischen Schock kommt.

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Wie wird die PEG-Sonde ersetzt?

PEG-Sonde ersetzen

Zunächst muss der jeweilige Bereich sterilisiert und desinfiziert sowie die künstliche Ernährung unterbrochen werden, damit die Sonde sauber bleibt.

Danach wird überprüft, ob der eingesetzte Ballon richtig funktioniert. Hierfür wird steriles Wasser in das Ventil eingeführt, damit er sich aufbläst. Erfolgt dies ohne Komplikationen, kann er weiterhin verwendet werden.

Es werden mit Vorsicht der Bereich um das Loch der PEG-Sonde gereinigt und Luft aus dem Ballon gelassen, der das Verrücken dieser verhindert. Nun kann die Sonde durch kräftiges Ziehen mit einer Hand entfernt werden, während die andere Hand Druck auf den Bauch ausübt.

Hinterher wird durch dasselbe Loch eine neue Sonde eingeführt. Idealerweise liegt der Schlauch im rechten Winkel zum Bauch, um das Einsetzen zu erleichtern.

Zuletzt wird der Ballon wieder aufgeblasen, um die Sonde zu fixieren und diese vorsichtig bis zur Magenwand zu ziehen. Eine abschließende Desinfektion ist notwendig, um sicherzustellen, dass es zu keiner weiteren Infektion kommt.