Neueste Studien: Wirkung von Vitamin C, D und Melatonin auf Coronavirus

21 Mai, 2020
In den letzten Wochen wurde die Wirkung bestimmter Mikronährstoffe auf Covid-19 untersucht. Wir fassen hier kurz einige Erkenntnisse wissenschaftlicher Arbeiten zusammen. 

Auf der Suche nach verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Patienten mit Covid-19 konzentrieren sich Wissenschaftler vor allem auf pharmakologische Therapien. Es geht insbesondere darum, die bilaterale Lungenentzündung zu therapieren, die durch den Coronavirus verursacht wird und in vielen Fällen tödlich verläuft. Doch neueste Studien untersuchen auch die Wirkung von hochdosierten Mikronährstoffen, wie Vitamin C und Vitamin D. 

In unserem heutigen Artikel gehen wir näher auf diese Studien ein.

Neueste Studien: Vitamin C zur Behandlung von Covid-19

Im Rahmen eines chinesischen Behandlungsprotokolls wurde Covid-19-Patienten Vitamin C in Kombination mit antiviralen Arzneimitteln intravenös verabreicht. Außerdem haben Wissenschaftler eine klinische Studie mit 140 Teilnehmern realisiert, um die Ergebnisse dieser Therapie zu bewerten.

Diese Studie geht von einer systematischen Revision aus, die in der Fachzeitschrift Journal of Medical Virology veröffentlicht wurde. Darin zeigt sich, dass die Verabreichung von Vitamin C und Zink den Krankheitsverlauf dieser Art von Pathologien vorteilhaft beeinflussen kann.

Andererseits stehen verschiedene wissenschaftliche Artikel zur Verfügung, die einen Vitamin-C-Mangel mit einem schlecht funktionierenden Immunsystem in Verbindung bringen. Eine normale Dosierung kann die Abwehrkräfte des Organismus stimulieren. Doch hochdosiertes Vitamin C ermöglicht es, die Inzidenz und die Dauer von viralen Krankheiten zu reduzieren.

Aus der zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Literatur geht außerdem hervor, das die Einnahme von Vitamin C die Lymphozyten aktiviert. Darüber hinaus soll die hohe Dosierung sehr sicher sein. Andere systematische Revisionen weisen darauf hin, dass die Verabreichung von Hydrokortison, Thiamin und Ascorbinsäure (Vitamin C) in der Behandlung einer Sepsis effizient sein kann.

Es ist dabei hervorzuheben, dass Sepsis und Multiorganversagen bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu den häufigsten Todesursachen zählen. Eine weitere Aufgabe der erwähnten Arzneistoffkombination ist es, das Endothel der Lunge (eine dünne Gewebeschicht, die als Barriere dient) zu reparieren. Dies geht aus einer in der Fachzeitschrift Chest veröffentlichten Studie hervor.

neueste Studien: Behandlungsmöglichkeiten Covid-19
Die Wirkung von Vitamin C als unterstützende Behandlung bei Covid-19 wird noch erforscht.

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Vitamin D und das Immunsystem

Ein aktueller Artikel der Zeitschrift Medicine & Pharmacology legt nahe, dass eine plasmatische Konzentration an Vitamin D von über 50 ng/ml die Wahrscheinlichkeit, an einer Virusinfektion wie Grippe zu erkranken, um 27 Prozent reduziert.

Andererseits deaktiviert Vitamin D die Bildung von Renin, ein Enzym, das für die Bildung von Angiotensin II erforderlich ist. Dieses Peptidhormon hat gefäßverengende Eigenschaften, begünstigt Entzündungen und erhöht den Blutdruck. Eine Infektion mit SARS-CoV-2 soll in engem Zusammenhang mit einer erhöhten Produktion dieses Enzyms stehen.

Außerdem empfehlen verschiedene wissenschaftliche Artikel hochdosiertes Vitamin D zur Behandlung einer Lungenentzündung in Kombination mit der jeweils entsprechenden pharmakologischen Therapie. Hohe Werte dieses Mikronährstoffes werden außerdem mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einer Atemwegsinfektion assoziiert, wie aus der Fachzeitschrift BMC Infectious Diseases hervorgeht.

Die Einnahme von hochdosiertem Vitamin D scheint den Experten zufolge sicher zu sein. Doch es sind weitere Studien erforderlich, um das Risiko für Nierensteine zu bewerten, die sich bilden könnten, wenn Vitamin D in Kombination mit Calcium verabreicht wird.

Neueste Studien: Melatonin und Coronavirus

Was die Prävention anbelangt, ist es wichtig zu erwähnen, dass das schlafregulierende Hormon Melatonin eine Rolle spielen könnte. Die Wirkung von Melatonin wurde als Vorsorgemaßnahme gegen Grippe untersucht, wobei positive Ergebnisse erzielt werden konnten.

Aus der wissenschaftlichen Literatur geht hervor, dass Melatonin die Bildung von Zytokinen hemmt, welche entzündliche Prozesse begünstigen.

Die Ergebnisse der an Labormäusen durchgeführten Studien können nicht zur Gänze auf den Menschen übertragen werden. Doch manche Autoren verteidigen die Therapierung mit Melatonin, um einer viral verursachten Lungenentzündung vorzubeugen. Es gibt auf jeden Fall wissenschaftliche Evidenzen für die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Melatonin.

neueste Studien über Coronavirus
Der neue Coronavirus greift verschiedene Körperbereiche an, schädigt jedoch vor allem die Lungen.

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Nährstoffe und Coronavirus: Weitere Forschungen sind notwendig!

Da es sich um einen neuen Virus handelt, sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch gering. Doch neue Studien und Untersuchungen sind im Gange, um Therapien zu finden, welche die Sterblichkeitsrate reduzieren können. Zusätzlich zu derzeit verfügbaren pharmakologischen Behandlungen erforschen Wissenschaftler auch die Wirkung  von hochdosierten Mikronährstoffen, um die durch SARS-CoV-2 verursachte Lungenentzündung und Sepsis zu behandeln.

In den letzten Wochen wurden viele klinische Versuche gestartet, um dieses Ziel zu erreichen. Die Ergebnisse lassen jedoch noch keine schlüssigen, evidenzbasierten Konklusionen zu. Viele Daten scheinen jedoch darauf hinzuweisen, dass Vitamin C und D in der Prävention und der Behandlung von Covid-19 vorteilhaft sein könnten, und zwar immer in Kombination mit antiviralen Arzneimitteln.

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