Lebensmittel-Impaktion: Was ist das und wie erfolgt die Behandlung?

Manche Menschen haben das Gefühl, dass sich Nahrung in ihrer Speiseröhre festgesetzt hat. Dies wird als Lebensmittel-Impaktion bezeichnet. Lies weiter, um mehr über diesen Zustand und seine Behandlung zu erfahren.
Lebensmittel-Impaktion: Was ist das und wie erfolgt die Behandlung?
Saúl Sánchez Arias

Geschrieben und geprüft von dem Ernährungsberater Saúl Sánchez Arias.

Letzte Aktualisierung: 21. August 2022

Als Lebensmittel-Impaktion bezeichnet man den Prozess, bei dem Nahrung in der Speiseröhre stecken bleibt. Dieses Phänomen kann durch Probleme beim Kauen verursacht werden, was das anschließende Schlucken behindert. Andererseits kann es auch daran liegen, dass die Speiseröhrenmuskulatur nicht so funktioniert, wie sie sollte.

Letzteres kann auf eine Krankheit oder Verletzung zurückzuführen sein. In jedem Fall ist es wichtig, das Problem zu identifizieren, um es beheben zu können.

Bevor wir dir mehr über die Lebensmittel-Impaktion erzählen, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Verdauung im Mund beginnt, was vielen Menschen nicht bewusst ist. Zu hastiges Essen kann dazu führen, dass man die Nahrung nicht ausreichend kaut, was alle nachfolgenden Prozesse behindert.

Diese erste mechanische Zerkleinerung ist wichtig, damit die Magensäfte ihre Funktion optimal erfüllen und die Nährstoffe schnell aufgenommen werden können.

Die grundlegende Physiologie der Verdauung

Sobald die Nahrung geschluckt ist, wird ein Prozess in Gang gesetzt, bei dem die Nahrung durch peristaltische Bewegungen die Speiseröhre hinunterwandert. Die Muskeln des Verdauungstraktes führen diese Bewegungen aus.

Wenn sie nicht richtig ausgeführt werden, kann die Nahrung irgendwo zwischen Mund und Magen stecken bleiben und ein unangenehmes Gefühl verursachen. Diesen Zustand bezeichnet man als Lebensmittel-Impaktion.

Tatsächlich kann eine Lebensmittel-Impaktion durch ein Dysphagieproblem verursacht werden. So werden Schluckstörungen genannt, wie eine Studie in der Fachzeitschrift Communication Disorders, Audiology and Swallowing zeigt.

Diese Störung kann in jeder Lebensphase auftreten, auch in der Kindheit. Zu den häufigsten Ursachen für Dysphagie gehören Allergien, diffuse Spasmen, funktionelle Störungen, die gastroösophageale Refluxkrankheit und opioidbedingte Dysfunktion.

Im Allgemeinen sind die Symptome der Dysphagie Schleimansammlungen in der Speiseröhre, Schmerzen in der Brust, Lebensmittel-Impaktion, ein Gefühl der Enge im Hals und Gewichtsverlust. Es ist normal, dass Patienten, die unter dieser Krankheit leiden, oft die Nahrung verweigern, weil sie ihnen Probleme und Unbehagen beim Essen bereitet.

Lebensmittel-Impaktion - Mann mit Reflux
Ein extremer Säuregehalt im Magenbereich kann eine Verstopfung im Bereich der Speiseröhre begünstigen.

Wann du wegen einer Lebensmittel-Impaktion einen Arzt aufsuchen solltest

Wenn eine Lebensmittel-Impaktion nur ab und zu auftritt, ist es vielleicht nicht nötig, einen Spezialisten zu konsultieren. Das kann an schlechtem Kauen liegen. Es kann auch daran liegen, dass du nicht gut isst. Oft reicht es schon aus, deine allgemeinen Essgewohnheiten zu verbessern, um das Problem zu lösen und unnötige Beschwerden zu vermeiden.

Wenn du jedoch nach dem Essen ständig das Gefühl hast, zu ersticken oder etwas im Hals stecken zu haben, oder wenn es zu Atembeschwerden kommt, solltest du am besten einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen. In den extremsten Fällen kann es sogar vorkommen, dass du dich nach dem Essen erbrichst, was eine Lebensmittel-Impaktion zu einem echten Notfall macht.

In diesen Fällen wird zunächst eine Anamnese erhoben und eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, um die Stelle, an der sich die Nahrung befindet, zu identifizieren. Danach kann auch eine Endoskopie durchgeführt werden, um die Impaktion richtig zu beurteilen und zu diagnostizieren.

Eine der Behandlungsmöglichkeiten ist der Einsatz bestimmter Medikamente, die die Speiseröhrenmuskulatur entspannen und so die Bewegung der Nahrung in den Magen verbessern. Dazu gehören Butylscopolamin, Glucagon, Kalziumkanalblocker, Benzodiazepine und Nitrate. Letztere fördern nachweislich die Entspannung des Gewebes.

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So verhinderst du eine Lebensmittel-Impaktion

In vielen Fällen ist es möglich, eine Lebensmittel-Impaktion zu verhindern. Wenn du zu schnell isst oder zu wenig kaust, kann dies in einigen Fällen ebenfalls zu dieser Situation führen.

Tatsächlich kann zu schnelles Essen das Risiko erhöhen, an dieser Symptomatik zu leiden. Deshalb reicht es oft aus, sich Zeit zum Schlucken zu nehmen und dafür zu sorgen, dass der erste Verdauungsprozess effizient abläuft.

Wenn du frischen Lebensmitteln den Vorzug vor verarbeiteten Lebensmitteln oder extrem stark gewürzten Produkten gibst, lässt sich die Häufigkeit dieser Störung ebenfalls verringern.

Wenn die Impaktion jedoch durch eine Störung der Speiseröhrenstruktur oder -funktion verursacht wird, ist es immer am besten, einen Arzt/eine Ärztin aufzusuchen. In bestimmten Fällen kann eine Verengung der Speiseröhre vorliegen, die den Durchgang der Nahrung durch die Speiseröhre erschwert.

Refluxsituationen können bei manchen Menschen ebenfalls zu einer Lebensmittel-Impaktion führen. In diesem Fall ist es am besten, eine Ernährungsstrategie anzuwenden, die den Verzehr von reizenden Lebensmitteln, die die Symptome verschlimmern können, einschränkt. Eine Studie, die in der Zeitschrift Current Opinion in Gastroenterology veröffentlicht wurde, bestätigt dies.

Prävention und frühzeitige Behandlung sind der Schlüssel zur Behandlung dieser Erkrankung. Wenn der Reflux über einen längeren Zeitraum anhält, kann sich das Epithel der Speiseröhre verändern.

Lebensmittel-Impaktion - operativer Eingriff
In aktuen Fällen führen Ärzte oft eine Endoskopie durch, um die Impaktion zu erkennen und zu beheben..

Lebensmittel-Impaktion ist ein Verdauungsproblem

Bei der Lebensmittel-Impaktion handelt es sich um eine Störung im Verdauungsprozess, die erhebliche Beschwerden verursachen kann. In manchen Fällen kann sie sogar zu einer medizinischen Notfallsituation führen.

Wenn du deine Essgewohnheiten verbesserst und auf eine angemessene Ernährung achtest, lässt sich dies jedoch in der Regel verhindern. Wenn die Beschwerden anhalten, sind komplexere diagnostische Tests erforderlich, um die Ursache zu ermitteln.

Denke daran, dass es zudem noch weitere Faktoren gibt, die eng mit dem Auftreten von Lebensmittel-Impaktionen zusammenhängen können. Ein Beispiel hierfür wäre Fettleibigkeit. Wenn der Körperfettanteil zunimmt, stehen die Organe im Inneren des Körpers unter Druck, auch die Speiseröhre.

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