Heilpflanze Spitzwegerich

· 14 Januar, 2019
Das Wissen um die Heilpflanze Spitzwegerich gehörte früher fast zum Allgemeinwissen. Heute geht dies leider verloren.

Spitzwegerich enthält viele nützliche Inhaltstoffe und kann daher in der Naturheilkunde vielseitig eingesetzt werden. Viele wissen, dass die länglichen Blätter bei Insektenstichen helfen, aber die Heilpflanze kann noch so viel mehr!

Spitzwegerich erkennen

Spitzwegerich wächst auf Wiesen und an Wegrändern. Er wächst krautig und hat unscheinbare, kleine weiße Blüten an einem bis zu 50cm langen, etwas holzigen Stängel.

Seine langen Blätter breiten sich am Boden wie eine Rosette aus und haben deutliche Längsrippen.

Manchmal schießen die Blätter auch wie Lanzen aus dem Boden. Nicht überall, wo man Deutsch spricht, ist Spitzwegerich auch unter diesem Namen bekannt.

Vielleicht kennst du ihn als Heilwegerich, Lämmerzunge, Rippenkraut, Lungenblattl, Siebenrippen, Spießkraut, Wegbreite, Spitz-Wegeblatt oder Heilblärer? Es gibt sicher noch mehr Namen!

Die „dicke Schwester“ des Spitzwegerich:

Heilpflanze Breitwegerich

SpitzwegerichHeilsame Inhaltstoffe

Der Spitzwegerich ist für die Naturmedizin äußerst interessant, weil er viele wertvolle Inhaltstoffe hat, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt sind:

Viele dieser Stoffe werden dir nichts sagen, aber sie sind medizinisch wirksam, sodass Spitzwegerich in vielen Bereichen Anwendung findet und nicht nur einen Anwendungszweck kennt. Die Inhaltstoffe wirken entzündungshemmend, reizmildernd, hustenlösend, antibakteriell und adstringierend.

Durch die enthaltenen Schleimstoffe wirkt das Kraut auch lindernd bei Halsschmerzen, denn es bildet einen wohltuenden Schutzfilm auf den Schleimhäuten.

Anwendungsgebiete

Aufgrund der Vielzahl der wirksamen Inhaltstoffe ist Spitzwegerich in vielerlei Hinsicht heilsam und wird bei folgenden Beschwerden angewendet:

  • Atemwegsbeschwerden
  • Husten
  • Entzündungen des Rachens und der Mundschleimhaut
  • Hautverletzungen
  • Neurodermitis
  • Insektenstiche

Die klassische Anwendung ist das Zerdrücken eines Blattes auf der Haut nach Insektenstichen, um den Juckreiz zu mindern und einer Entzündung vorzubeugen.

Für weitere Anwendungen empfehlen sich Aufgüsse, Saft oder Sirup.

Sirup mit SpitzwegerichRezept für Hustensirup mit Spitzwegerich

Den Sirup kannst du natürlich auch schon fertig in der Apotheke kaufen, aber Selbermachen macht schließlich immer Spaß! Du brauchst:

  • Mindestens 2 Handvoll Spitzwegerich-Blätter
  • Mindestens 1/4kg Zucker

Die Vorbereitung ist einfach: Wasche die Blätter gründlich sauber und tupfe sie mit einem Küchenhandtuch sorgfältig trocken.

Schneide die Blätter dann quer zu den Rippen in etwa 1cm große Stücke und fülle die Stücke etwa 1cm hoch in ein sauberes Marmeladenglas.

Bedecke die Schicht Blätter mit einer Schicht Zucker und wiederhole die Prozedur, bis die Blätter alle verarbeitet sind. Schließe mit einer Schicht Zucker ab.

Schüttele das Glas und drücke mit einem Löffel oder anderem Gegenstand Blätter und Zucker fest zusammen, sodass sich möglichst wenig Luft im Glas befindet. Achte darauf, dass oben keine Blätter aus dem Zucker herausschauen.

Lasse das Glas einige Wochen im Kühlschrank stehen. Je länger, desto besser! Wenn du den Sirup verwenden möchtest, stelle das Marmeladenglas vorsichtig in ein Wasserbad und erhitze den Inhalt vorsichtig, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Bitte nicht kochen!

Den fertigen Sirup durch ein Sieb gießen und bei Husten mehrmals täglich einnehmen.

Noch ein Rezept für Sirup:

Hausgemachter Sirup gegen Verdauungsbeschwerden

Weitere Anwendungen

Spitzwegerich wird auch getrocknet als Tee angeboten. Dieser hilft gut bei Husten, da er reizlindernd und etwas schleimlösend wirkt.

Möchtest du Spitzwegerich aber als pflanzliches Antibiotikum gegen Bakterien oder Entzündungen einsetzen, ist Tee ungeeignet.

Die antibiotischen Wirkstoffe mögen keine Hitze und so ist in einem Tee nur noch wenig davon enthalten.

Möchtest du die Wirkstoffe gegen Entzündungen im Mund oder Halsschmerzen einsetzen, solltest du dir reinen Presssaft aus der Apotheke besorgen. Mehrmals täglich mit unverdünntem Presssaft gurgeln hilft.

Eine kleine Flasche Presssaft im Kühlschrank ist auch ideal, um damit Kratzer, Hautirritationen, Insektenstiche, Verbrennungen oder kleinere Entzündungen zu behandeln.

Träufele den Presssaft direkt auf ein Wattepad und tupfe ihn so auf die betroffene Hautstelle. Wiederhole das mehrmals täglich, um die Heilung zu unterstützen.

Die Wirkstoffe aus Spitzwegerich werden auch isoliert in Cremes und Salben angewendet, die du in der Apotheke kaufen kannst.

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