Die Heilpflanze Breitwegerich

· 4 Juni, 2014
Bis zu einem gewissen Punkt hilft die Pflanze beispielsweise bei Husten und einer Entzündung der Bronchien, äußeren und inneren Entzündungen und auch bei Infektionen.

Heute werden wir von einer Pflanze sprechen, die uns sehr viele Vorteile für die Gesundheit bringt. Breitwegerich enthält viele Inhaltsstoffe, die für verschiedene Anwendungen benutzt werden können.

Aus diesem Grund sollten wir diese Pflanze als Heilmittel immer bei uns zu Hause haben, da sie bei vielen kleineren Beschwerden hilft, die das ganze Jahr über auftreten können.

Bis zu einem gewissen Punkt hilft die Pflanze beispielsweise bei Husten und einer Entzündung der Bronchien, äußeren und inneren Entzündungen und auch bei Infektionen.

Was ist Breitwegerich? Wo wird er angepflanzt?

Breitwegerich-Wiese

Da es sich um eine immergrüne Pflanze handelt, kannst du den Breitwegerich das ganze Jahr über entweder im Garten oder als Topfpflanze halten. Seine Blätter sind bis zu 15 cm lang und die Pflanze hat gelbliche Blüten in Ährenform.

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Der Breitwegerich (Plantago major L.) ist sehr anspruchslos und er kann ohne Probleme an den verschiedensten Stellen wachsen. So kannst du ihn auf Anbauflächen, auf gedüngtem Land sowie am Rande von Strassen finden.

Die Pflanze ist sehr resistent und braucht für ihre Anpflanzung keine speziellen Gegebenheiten.

Pflücken und Aufbewahren von Breitwegerich

Die Blätter werden im Frühling oder im Sommer gepflückt. Danach werden sie an einem schattigen und belüfteten Platz getrocknet.

Das Trocknen an der Sonne geht zwar schneller, aber so gehen auch verschiedene Eigenschaften der Pflanzen verloren. Danach werden die Blätter in einem sauberen und luftdichten Behälter aufbewahrt.

Zusammensetzung und Eigenschaften des Breitwegerichs

Das breite Anwendungsgebiet von Breitwegerich ist gerechtfertigt, denn erhält eine Menge an wertvollen Wirkstoffen. Hier sind einige davon aufgelistet:

 

  • Der Pflanzenschleim hilft gegen Atemwegserkrankungen.
  • Das Tannin ist dafür verantwortlich, dass die Pflanze als Adstringens benutzt werden kann.
  • Ölsäure und Linolsäure (Ölsäuren wie Omega 9 und Omega 6).
  • Kaffesäure. Damit ist die Pflanze eine natürliche Quelle an Antioxidantien, die eine interessante Anwendung haben, worauf wir später noch eingehen werden.
  • Weiter enthält die Pflanze auch Alkoloide (Plantagonin und Indikain), Flavoide und Vitamin C. Damit wird zusätzlich auch unser Immunsystem gestärkt.

Anwendungen des Breitwegerichs

Breitwegeriche

  • Der Breitwegerich hilft, Blutungen zu stoppen und fördert die Wundheilung. Die Pflanze hat also eine interessante Wirkung als Hämostatikum: sie beschleunigt die Gerinnung der Wunde, sowohl äußerlich als auch innerlich (beispielsweise wenn ein Äderchen oder ein Kapillargefäß gerissen ist). Nimm täglich drei Tassen Tee aus je einem Löffel der getrockneten Pflanze.
  • Die Anwendung des Breitwegerichs ist besonders bei Personen mit einem schwachen Abwehrsystem empfehlenswert. Sie trägt zur Vermehrung der Antikörper bei und stärkt so das Abwehrsystem (immunomodulatorische Eigenschaften).
  • Breitwegerich wird auch bei Halsschmerzen oder einem entzündeten oder wunden Mund sowie bei Heiserkeit eingesetzt. Die Pflanze hat eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung. Zudem wirkt der Breitwegerich schleimlösend und hilft so, die Atemwege wieder frei zu bekommen. Die Pflanze hilft also bei Husten, Hals- und Rachenentzündungen und Bronchitis. Dazu bereiten wir am besten einen hausgemachten Sirup zu: Die Blätter der Pflanze mahlen, dann in Wasser aufkochen und filtern. Die Flüssigkeit dann mit der gleichen Menge Zucker mischen. Täglich drei Löffel von diesem Sirup einnehmen.
  • Weiter kannst du die Pflanze für eine verminderte Produktion von Aflatoxinen benutzen. (Das sind Toxine, die durch Pilze der Art Aspergillus hervorgerufen werden). Dank der darin enthaltenen Kaffeesäure kann man die Aflatoxine um bis zu 95% reduzieren.
  • Breitwegerich ist auch ein guter Feuchtigkeitsspender. Fünf Gramm der getrockneten Blätter in einem Liter Wasser kochen und täglich drei Tassen davon trinken.

Weitere Anwendungen

  • Der Breitwegerich hilft bei Durchfall, Kolitis und Enterokolitis. Bei Magengeschwüren nutzen wir seine schmerzlindernde Wirkung. Er enthält zahlreiche entspannende Eigenschaften (dafür verantwortlich ist unter anderem die Viskose, die eine lokale Stelle schützt, ähnlich wie die Schleimhäute unserer Membrane). Ein Löffel getrocknete Blätter pro Tasse verwenden und den Tee dreimal täglich trinken.

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  • Die Samen der Pflanzen helfen uns bei Verstopfung. Diese werden zusammen mit viel Wasser eingenommen, am besten mindestens zwei Liter am Tag. Wir empfehlen, dreimal täglich einen Löffel der Samen mit viel Wasser einzunehmen.
  • Die Pflanze hat zudem eine harntreibende Wirkung. Dazu werden einige Löffel vom bereits erwähnten hausgemachten Sirup eingenommen.
  • Weiter ist der Breitwegerich ein großartiges Mittel bei Wunden. Er desinfiziert Schnitte und Wunden und fördert die Wundheilung. Auch bei Dermatitis, Blasen und Pusteln ist er sehr empfehlenswert. Die Heilwirkung verdankt er vor allem seinem hohen Gehalt an Tannin und Allantoin. Diese Wirkstoffe fördern den Zellwachstum der Haut und so werden schneller neue Zellen gebildet. (Die Kosmetikindustrie benutzt ihn für Regenerationscreme). Lege ein gut gewaschenes Blatt Breitwegerich auf die Wunde, um den Blutfluss zu stoppen. So kann das Infektionsrisiko gesenkt werden.
  • Er hilft auch bei Otitis.
  • Bei Verbrennungen und Sonnenbrand.
  • Bei Insektenstichen
  • Weiter entspannt der Breitwegerich die Augen. Dazu fünf Löffel der getrockneten Blätter in einem Liter Wasser aufkochen. Die Flüssigkeit wird als Augenbad benutzt und hilft, Augen von Müdigkeit, Rötungen und Entzündungen zu befreien.

Aufgrund all dieser heilenden Eigenschaften sollte der Breitwegerich auf jeden Fall einen festen Platz in unserer natürlichen Hausapotheke haben.

  • Samuelsen, A. B. (2000). The traditional uses, chemical constituents and biological activities of Plantago major L. A review. Journal of Ethnopharmacology. https://doi.org/10.1016/S0378-8741(00)00212-9
  • Onoda, Y., Schieving, F., & Anten, N. P. R. (2008). Effects of light and nutrient availability on leaf mechanical properties of Plantago major: A conceptual approach. Annals of Botany. https://doi.org/10.1093/aob/mcn013