Genu varum oder O-Beine: Woher kommen sie und wie werden sie behandelt?

O-Beine sind ein Zustand, bei dem die natürliche oder anatomische Ausrichtung der Knie beeinträchtigt ist. Kinder mit O-Beinen haben eine übertriebene Biegung, die die Knie trennt und die Knöchel und Füße näher zusammenbringt.
Genu varum oder O-Beine: Woher kommen sie und wie werden sie behandelt?

Letzte Aktualisierung: 08. Mai 2021

O-Beine sind ein Zustand, bei dem die natürliche oder anatomische Ausrichtung der Knie beeinträchtigt ist. Kinder mit O-Beinen haben eine übertriebene Biegung, die die Knie trennt und die Knöchel und Füße näher zusammenbringt.

Der technische Name ist Genu varum. Er kommt vom lateinischen genu, was “Knie” bedeutet, und varus, was “weg von der Mittellinie des Körpers” bedeutet.

O-Beine sind bei Babys bis zu einem Alter von eineinhalb Jahren normal. Sie beginnen im Alter von 12 Monaten oder wenn sie zu laufen beginnen.

Wenn sich die Beine zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr nicht begradigen oder wenn sie sogar noch krummbeiniger werden, solltest du zum Kinderarzt gehen. Hier erfährst du, wie du ein Kind mit O-Beinen beurteilen kannst.

Gibt es weitere Symptome?

Manchmal gehen Kinder mit O-Beinen mit nach innen gedrehten Zehen. Dies wird als “konvergenter Gang” bezeichnet und kann eine Ursache für häufiges Stolpern sein.

Dieses Problem löst sich normalerweise ohne Komplikationen von selbst, wenn die Kinder älter werden. Wenn die O-Beine jedoch bis ins Teenageralter andauern, können sie Schmerzen in den Knöcheln, Knien oder Hüften verursachen.

Hauptursachen für O-Beine

Babys kommen krummbeinig zur Welt, weil sie während der Entwicklung im Mutterleib in einer bestimmten Position geboren werden. Einige der Knochen haben sich beim Wachstum im Mutterleib ein wenig gedreht, um in einem so kleinen Raum Platz zu finden.

Diese Krümmung wird als “physiologischer Unterschenkel” bezeichnet. Es wird als normales Merkmal des Wachstums und als natürlicher Entwicklungsprozess angesehen.

Bei einigen Kindern können O-Beine auch durch Brüche verursacht werden, die nicht richtig verheilt sind.

Genu varum oder O-Beine
Die Form der unteren Gliedmaßen ist bei jeder Person anders und die Knie können eher von der Mittellinie weg oder auch näher zur Mittellinie bewegt werden.

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Wie werden O-Beine diagnostiziert?

Um festzustellen, ob ein Kind mit O-Beinen dieses Merkmal als Teil seiner Entwicklung hat, muss der Arzt erst einmal die gesamte Anamnese überprüfen. Tests werden normalerweise nicht durchgeführt, wenn das Kind unter 2 Jahre alt ist.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung werden also folgende Schritte durchgeführt:

  1. Den Abstand zwischen beiden Knien messen, während das Kind auf dem Rücken liegt.
  2. Beobachten, wie das Kind geht, um Ganganomalien feststellen zu können.

Wenn es keine Beschwerden gibt und die Beine des Kindes fast symmetrisch gebeugt sind, wird der Arzt lediglich empfehlen, es weiter zu beobachten. So können Eltern die Entwicklung ihres Kindes verfolgen und feststellen, ob sich die Krümmung mit der Zeit verbessert.

Nur in manchen Fällen ist es notwendig, das Kind von einem Orthopäden beurteilen zu lassen. Der Orthopäde wird folgende Punkte überprüfen:

  • Ob sich die Beine nicht natürlich aufrichten
  • Ob die Wölbung asymmetrisch ist (jedes Bein hat einen anderen Grad der Wölbung)
  • Weitere Symptome wie Schwäche, Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Gehen und Laufen

Falls der Arzt diese Punkte bejaht, wird er bei Verdacht auf Morbus Blount eine Röntgenaufnahme anordnen. Bei diesem Syndrom dreht sich das Schienbein nach innen. Es handelt sich um eine Wachstumsstörung unbekannter Ursache, die sich mit der Zeit sogar verschlimmern kann.

Eine weitere Ursache für O-Beine ist eine Rachitis. Bei Kindern mit dieser Störung liegt ein Vitamin-D-Mangel vor. Um diesen feststellen zu können, wird der Orthopäde Blutuntersuchungen anfordern.

Wie behandelt man O-Beine?

Sobald der Arzt festgestellt hat, dass die Verkrümmung physiologisch ist, ist keine Behandlung erforderlich. Die Beine werden sich mit der Zeit selbst korrigieren, wenn das Kind wächst. Ein Besuch beim Arzt alle 6 Monate wird empfohlen, um sicherzustellen, dass die Beine sich von selbst aufrichten.

Es gibt zwei Arten der Behandlung, um O-Beine zu korrigieren. Die eine beinhaltet orthopädische Hilfsmittel und die andere eine Operation.

Nicht-chirurgische Behandlung

Einige Kinder benötigen möglicherweise orthopädische Schuhe oder Schienen. Dies ist Kindern vorbehalten, die eine starke Verkrümmung aufweisen oder an Morbus Blount leiden.

Bei Patienten mit Rachitis werden in der Regel Vitamin D und Kalzium verordnet. Außerdem empfiehlt man eine vermehrte Sonneneinstrahlung.

Chirurgische Behandlung

Der Orthopäde kann feststellen, ob der Grad der Verkrümmung eine Operation erfordert. Wenn es sich um einen Fall von Morbus Blount handelt, ist es wahrscheinlicher, dass eine Operation notwendig ist.

Diese Operation kann bereits im jungen Alter durchgeführt werden. In besonderen Fällen kann sie auch nach Abschluss des Wachstums durchgeführt werden. Diese Entscheidung hängt vom Schweregrad der Wölbung und dem erzielbaren Nutzen ab.

O-Beine
Die Behandlung dieses Zustands hängt vom Schweregrad ab und davon, ob eine zugrunde liegende Erkrankung oder ein physiologischer Prozess dahinter steckt.

Genesung und Prognose

Da es ein Teil der Entwicklung sein kann, gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen für O-Beine. Wie oben erläutert, handelt es sich bei vielen Kindern nur um eine Phase des Erwachsenwerdens.

Eine vermeidbare Ursache ist allerdings eine Rachitis. Um ihr vorzubeugen, müssen die Kinder mehr Zeit draußen in der Sonne verbringen, natürlich mit entsprechenden Schutzmaßnahmen.

Wenn es sich um einen Fall von physiologischen O-Beinen handelt, ist die Prognose gut. In den meisten Fällen korrigieren sie sich von selbst und es gibt keine Probleme beim Gehen.

Wenn die O-Beine sehr schlimm sind und nicht behandelt werden, können sie im Erwachsenenalter zu Arthrose in den Knien oder Hüften führen.

O-Beine sind nicht immer eine Erkrankung

Kinder mit physiologischen O-Beinen müssen nicht aktiv irgendetwas verändern. Sie können normal gehen, laufen und spielen. Sie können wie alle anderen Kinder in ihrem Alter aktiv sein.

Behalte einfach ein Auge auf ihr Wachstum und ihre Entwicklung. Einen Arzt solltest du dann aufsuchen, wenn dein Kind die Beine nicht auf natürliche Weise strecken kann oder wenn zusätzliche Beschwerden auftreten.

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