Verschiedene Arten der Dystonie bei Kindern

22 März, 2021
Dystonie ist die dritthäufigste Bewegungsstörung im Kindesalter. Daher ist es wichtig zu wissen, worum es sich bei ihr handelt und wie man sie diagnostiziert.

Bei Dystonie handelt es sich um eine Bewegungsstörung, die unwillkürliche Muskelkontraktionen verursacht. Diese Kontraktionen führen zu Muskelzuckungen und sich wiederholenden Bewegungen. Dieses Krankheitsbild kann durch eine genetische Mutation, eine Störung oder ein Medikament verursacht werden. Manche Menschen erben sie also, während andere sie als Folge einer anderen Krankheit oder der Einnahme bestimmter Medikamente entwickeln.

Bei Kindern kommt sie relativ häufig vor. Laut der Spanischen Gesellschaft für Neurologie (SEN) ist Dystonie die dritthäufigste Bewegungsstörung im Kindesalter. In diesem Artikel erklären wir, worum es sich bei ihr handelt und wie man sie diagnostiziert.

Arten von Dystonie bei Kindern

Dystonie

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Je nach Anzahl der betroffenen Körperteile können diese Arten von Dystonien im Kindesalter fokal, segmental, multifokal oder generalisiert auftreten. Experten klassifizieren sie außerdem nach ihrer Ursache:

Hereditäre (primäre) Dystonie

Sie ist die häufigste Form der Dystonie im Kindesalter und hängt mit bestimmten Gendefekten zusammen. Innerhalb dieser Form können wir hervorheben:

  • Die isolierte generalisierte Dystonie: Dieser Typ ist nicht mit anderen neurologischen Symptomen verbunden. Das hier am häufigsten veränderte Gen ist das DYT1-Gen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 12 Jahren, und es ist wichtig zu wissen, dass die meisten Symptome in den Beinen auftreten.
  • Dopa-sensitive Dystonie: Diese Form wird auch Segawa-Syndrom genannt und ist eine der wenigen, die Ärzte behandeln können. Sie beginnt etwa im Alter von 6 Jahren mit einer Gehstörung und tritt häufiger bei Mädchen auf. Darüber hinaus können die Symptome im Laufe des Tages schwanken.

Vorübergehende entwicklungsbedingte Dystonie

  • Gutartige Säuglingsdystonie: Diese Form wird bei Säuglingen im Alter von 3 bis 8 Monaten beobachtet. Sie hat keinen Einfluss auf die psychomotorische Entwicklung des Kindes. Tatsächlich normalisieren sich die Umstände in der Regel wieder, wenn das Kind ein Jahr alt wird.
  • Gutartiger paroxysmaler Torticollis: Dieser Typ ist eher selten und geht mit Erbrechen und einer Unsicherheit beim Gehen einher. Dieser Zustand bessert sich jedoch meist nach dem fünften Lebensjahr.

Hereditäre degenerative Dystonie

Diese Formen werden durch die Mutation von am Stoffwechsel beteiligten Genen hervorgerufen und sind wesentlich komplexer. Krankheitsbilder wie das Lesch-Nyhan-Syndrom und die Niemann-Pick-Krankheit stechen hier hervor.

Sekundäre Dystonie

Hierbei handelt es sich um Dystonien, die durch andere zugrundeliegende Erkrankungen entstehen. Sie können als Folge von Infektionen, Tumoren, strukturellen Defekten, Toxinen, Medikamenten usw. auftreten. Daher ist es wichtig, die Ursache richtig zu erkennen und zu behandeln.

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Dystonie diagnostizieren

Zunächst einmal sollten Ärzte eine sekundäre Dystonie ausschließen. Dazu führen sie toxikologische Untersuchungen sowie bildgebende Verfahren durch und erheben eine umfassende Anamnese des Patienten. Unter den bildgebenden Verfahren stechen die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie hervor.

Ergänzend sollten die Ärzte auch Stoffwechsel- und Genanalysen durchführen. Auch ein Elektromyogramm oder ein Elektroneurogramm gehören zu den Untersuchungen. Auf diese Weise können die Ärzte eine passende Prognose stellen und die geeignete Behandlungsmethode definieren.

Behandlung

Bei generalisierter Dystonie verabreichen Ärzte zunächst Anticholinergika; zwei der häufigsten sind Trihexyphenidyl und Benztropin. Diese reduzieren die Spasmen, indem sie bestimmte Nervenimpulse blockieren.

Allerdings können sie auch zahlreiche Nebenwirkungen wie etwa Verwirrung, Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen, Schwindel o.ä. hervorrufen. Ein mildes Anxiolytikum, wie z. B. Clonazepam, kann oft helfen. Wenn die generalisierte Dystonie schwerwiegend ist oder nicht auf Medikamente anspricht, dann kann eine tiefe Hirnstimulation durchgeführt werden.

Kindern mit dopasensitiver Dystonie geht es deutlich besser, wenn sie mit Levodopa plus Carbidopa behandelt werden. Wenn die Symptome nur einen oder wenige Körperteile betreffen, können Ärzte Botulinumtoxin in die überaktiven Muskeln injizieren. Das schwächt die Muskelkontraktion, beeinträchtigt aber nicht die Nerven.

Fazit

Es ist wichtig, einen Kinderarzt zu konsultieren, wenn du bei deinem Kind unkontrollierte Muskelbewegungen bemerkst. Es kann durchaus sein, dass es eine Bewegungsstörung wie z. B. Dystonie hat.

Diese Erkrankung verschwindet in der Regel nach einigen Monaten wieder, ohne dass es zu Folgeschäden kommt. Dennoch solltest du sie nicht ignorieren, denn eine Dystonie, die bis ins Erwachsenenalter andauert, kann zu dauerhaften Behinderungen führen.

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