Athetose: Wissenswertes über diese Bewegungsstörung

27 September, 2019
Wir sprechen heute über eine relativ seltene Bewegungsstörung, die durch neurologische Krankheiten verursacht wird. Insbesondere kommt es dazu durch anatomische oder funktionelle Schäden der Basalganglien. 

Als Athetose wird eine Bewegungsstörung bezeichnet, die an unfreiwilligen, langsamen Bewegungen der Hände und Füße zu erkennen ist. Diese Pathologie ist eine seltene Folge bestimmter neurologischer Krankheiten. Insbesondere sind dafür anatomische oder funktionelle Schäden der Basalganglien verantwortlich.

Was sind die Basalganglien?

Athetose durch geschädigte Basalganglien
Die Basalganglien bezeichnen eine Gruppe von Endhirn- und Zwischenhirnkernen im zentralen Bereich des Gehirns.

Als Basalganglien bezeichnet man eine Gruppe von Endhirn- und Zwischenhirnkernen, die aus grauer Substanz geformt werden und sich im zentralen Gehirnbereich befinden. Sie zeichnen sich durch eine große Menge an Verbindungen zu anderen Gehirnstrukturen aus.

Sie umfassen im engeren Sinne den Nucleus caudatus (Schweifkern) und den Nucleus lentiformis (Linsenkern) mit dem Putamen und dem Globus pallidus (Pallidum).

Diese Gehirnstrukturen sind an der Durchführung und Erhaltung der motorischen Aktivitäten beteiligt. Wenn es zu einer anatomischen oder funktionellen Beeinträchtigung kommt, da beispielsweise ein Mangel oder ein Übermaß an Neurotransmittern vorhanden ist, entstehen unkontrollierbare, abnormale Bewegungen, zum Beispiel in den Extremitäten.

Störungen der Basalganglien

Die meisten Störungen der Basalganglien stehen mit funktionellen Beeinträchtigungen in Verbindung. Dies ist auf ein Defizit oder ein Zuviel bestimmter Neurotransmitter zurückzuführen, was zu einer elektrischen Hypo- oder einer Hyperaktivität in dieser Gehirnregion führt. In der Folge wird die motorische Aktivität betroffener Personen beeinträchtigt.

Verschiedenste Krankheiten können dazu führen: Chorea, Dystonie, Zittern oder Athetose. Als Chorea  bezeichnet man plötzliche, unwillkürliche Bewegungen, die meist wiederholt, kurz und unregelmäßig auftreten.

Die Bewegungen können relativ schnell erfolgen. Sie beginnen für gewöhnlich in einem bestimmten Körperbereich, breiten sich dann jedoch unerwartet und brüsk auf andere Regionen aus. Oft sind sie kontinuierlich vorhanden.

Bei Chorea sind meist das Gesicht, der Mund, der Rumpf und die Extremitäten von diesen unkontrollierbaren Bewegungen betroffen.

Hemiballismus ist eine Bewegungsstörung, die nicht unterdrückbar ist und schleudernde Bewegungen der Arme oder Beine auslöst. Die Bewegungen sind intensiver und größer als bei Chorea.

Als Athetose bezeichnet man ebenfalls Bewegungsstörungen, die durch verschiedenste Krankheiten entstehen, jedoch langsam und in Schraubenform erfolgen. Das Vorhandensein dieser Störungen ist bei der Diagnose wichtig. Zu beachten ist dabei, dass Chorea und Athetose gleichzeitig vorhanden sein können. Bei dieser neurologischen Störung spricht man dann von einer Choreoathetose, die durch Hyperkinese in Armen und Beinen, aber auch im Gesicht zu erkennen ist.

Es handelt sich in der Regel um Symptome, die durch verschiedene Störungen verursacht werden.

Noch ein interessanter Artikel: Ungesunde Ernährung schädigt das Gehirn

Was ist Athetose?

Was ist Athetose?
Verschiedene Gehirnstörungen können zu unfreiwilligen, langsamen Bewegungen führen. Man bezeichnet dies als Athetose.

Diese Bewegungsstörungen werden in zwei Arten klassifiziert: Hyperkinesien und Hypokinesien, je nachdem, wie die Beweglichkeit beziehungsweise Motorik beeinträchtigt wird.

Als Hypokinese bezeichnet man eine Bewegungsarmut, wie sie beispielsweise bei der Parkinson-Krankheit, bei neurodegenerativen Störungen oder bei sekundärem Parkinsonismus auftritt. Diese Krankheiten gehen mit bestimmten Symptomen einher, die jedoch oft durch Arzneimittel oder organische Gründe ausgelöst werden. So können zum Beispiel Medikamente, Infektionskrankheiten, Traumata oder ein Hydrocephalus dafür verantwortlich sein.

Als Hyperkinesien bezeichnet man eine Reihe von evidenten Anzeichen, wie etwa Zittern, Chorea, Dystonie, Ticks oder Myoklonien. Was die Athetose von anderen Bewegungsstörungen differentziert (die auch als langsame Chorea bezeichnet wird), ist, dass betroffene Patienten unfähig sind, den Körper in einer bestimmten Position zu halten. Die Bewegungen sind langsam, konstant und unvermeidbar.

In der Regel manifestieren sich die Bewegungen in den Extremitäten (Hände und Beine), der Zunge und im Halsbereich, doch sie können auch in jedem anderen Körperbereich auftreten. Die für diese Störung charakteristischen langsamen Bewegungen unterscheiden sich deutlich von anderen Bewegungsstörungen wie Chorea. Trotzdem gibt es auch klinische Ähnlichkeiten und Mischformen, wie die bereits erwähnte Choreoathetose.

Dieser Ausdruck wird für verschiedene degenerative Krankheiten, wie Huntington, verwendet, die sehr gefürchtet sind, da der Verlauf der Krankheit nicht aufzuhalten ist.

Hast du diesen Beitrag schon gelesen? 65-jährige Frau versichert, dass sie Morbus Parkinson riechen kann

Andere Ursachen für Athetose

Es gibt auch andere mögliche Ursachen für Athetose, wie etwa Infektionen des Zentralnervensystems (zum Beispiel Encephalitis). Diese stehen mit diffusen und ernsten Schäden des Gehirngewebes in Verbindung. Dadurch kommt es häufig zu den beschriebenen Bewegungsstörungen.

Andererseits können auch Autoimmunstörungen wie Lupus erythematodes mit dieser Art von neurologischen Beeinträchtigungen einhergehen. Doch dies ist nicht die typischste Form dieser Krankheit.

Betroffene Patienten benötigen eine langfristige Behandlung mit Immunsuppressiva wie Steroiden. In der Folge kann es zu einer größeren Tendenz zu Infektionen des Nervensystems kommen. Auch Bewegungsstörungen können auftreten, ganz ähnlich wie dies bei einer Encephalitis der Fall ist. 

  • Delfino, L; Gauna, A. (2010). COREA AGUDA COMO PRESENTACIÓN DE LA ENFERMEDAD DE GRAVES. RAEM.
  • Willshaw Z, M. E., Atria R, A., & Ferrer D, S. (2009). Hipertiroidismo y coreatetosis. Revista Chilena de Pediatría. https://doi.org/10.4067/s0370-41061986000600023
  • Buriticá, O. (2004). Discinesias tardias 10. Asociación Colombiana de Neurología.