Gefahren und Gegenanzeigen von Spirulina

1 November, 2020
Spirulina ist als Nahrungsergänzungsmittel sehr beliebt. Diese Alge wird zwar von vielen als Supernahrungsmittel betrachtet, doch es darf nicht vergessen werden, dass sie nicht für jeden vorteilhaft ist. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

In den letzten Jahren ist Spirulina als Nahrungsergänzungsmittel immer beliebter geworden. Diese Alge ist für ihre Vorteile bekannt, doch auch Gefahren und Gegenanzeigen müssen berücksichtigt werden. Du möchtest mehr über dieses Thema erfahren? Dann lies weiter!

Die Alge Spirulina besiedelt bevorzugt alkalinische Salzsseen, ist jedoch auch in Süßwasser zu finden. Sie verbreitet sich in subtropischen und tropischen Gewässern, vor allem in Mittelamerika, Afrika, Südostasien und Australien. Sie zeichnet sich durch eine hohe Konzentration an Nährstoffen aus und wird deshalb von vielen als Superlebensmittel betrachtet. Trotzdem bedeutet dies noch lange nicht, dass sie ohne Kontrolle oder von jedem als Nahrungsmittelergänzung genutzt werden sollte.

Welche Nährstoffe liefert die Alge Spirulina?

In der Antike verzehrten bereits Azteken und Inkas diese Alge, doch erst in den letzten Jahren wurde Spirulina wieder neu entdeckt. Heute ist dieses Nahrungsergänzungsmittel als Pulver, in Kapselform, flüssig und in Tablettenform erhältlich.

Spirulina ist reich an Protein und enthält wichtige essenzielle Fettsäuren, Antioxidantien, Mineralien, wie Eisen, Kupfer und Zink, sowie die Vitamine A, E und Vitamine des B-Komplexes.

Vorteile von Spirulina

Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass diese Alge aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe bestimmten Krankheiten vorbeugen kann und das Immunsystem stärkt. Zu den bekanntesten Vorzügen gehören folgende:

Spirulina
Spirulina ist eine Alge, die aufgrund ihrer Nährstoffe als Superlebensmittel betrachtet wird.

Spirulina: Welche Vorsichtsmaßnahmen sind wichtig und welche Gegenanzeigen müssen berücksichtigt werden?

Zwar ist dieses Nahrungsergänzungsmittel für die meisten Menschen sicher, doch nicht immer ist sie zu empfehlen. Es ist wichtig, mögliche Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen zu berücksichtigen. Anschließend nennen wir fünf Situationen, in denen du vorsichtig sein solltest.

1. Menschen mit Blutgerinnungsstörungen

Spirulina hat gerinnungshemmende Effekte. Dies bedeutet, dass sie die Wirkung der Blutplättchen verlangsamt, welche Verletzungen der Blutgefäße verschließen. Die Blutgerinnung wird dadurch also beeinträchtigt.

Patienten, die Medikamente mit derselben Wirkung einnehmen, da sie zum Beispiel an Krankheiten wie Vorhofflimmern leiden oder einen Schlaganfall hatten, müssen auf Spirulina verzichten. Menschen mit Blutgerinnungsstörungen können durch die Einnahme dieser Alge an Hämatomen oder intensiven Blutungen leiden.

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2. Schwangere Frauen und Babys, die gestillt werden

Es gibt keine gesicherten Daten über die Wirkung von Spirulina während der Schwangerschaft. Allerdings ist bekannt, dass diese Alge mit Toxinen oder Schwermetallen belastet sein kann.

Eine Schwermetallvergiftung ist eine ernste Situation, die verschiedene Organe beeinträchtigen kann. Das Gehirn, die Nieren und die roten Blutkörperchen reagieren sehr empfindlich auf Schadstoffe, die mittelfristig die Gefahr für verschiedene Krankheiten erhöhen.

Wenn die werdende Mutter Schwermetalle aufnimmt, können diese die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen. Deshalb ist während der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit Vorsicht geboten. Du solltest in dieser Zeit am besten ganz auf dieses Nahrungsergänzungsmittel verzichten.

3. Patienten mit Autoimmunkrankheiten sollten mit Spirulina sehr vorsichtig sein

Es ist richtig, dass die Alge das Immunsystem stärkt, doch in manchen Fällen ist dies keinesfalls ein Vorteil. Bei Krankheiten wie Multiple Sklerose, Lupus, rheumatoider Arthritis und anderen Autoimmunkrankheiten kann Spirulina die Symptome verstärken und den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Deshalb solltest du in diesen Situationen darauf verzichten.

4. Allergie auf Spirulina

Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass Spirulina Allergene enthalten kann. Es besteht deshalb die Möglichkeit, allergische Reaktionen mit unterschiedlicher Auswirkung zu experimentieren. Erst nach der ersten Einnahme der Alge kann man wissen, ob eine Allergie vorliegt. Allerdings sollten Menschen, die an anderen Allergien leiden, besonders vorsichtig sein.

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5. Patienten mit Phenylketonurie müssen mit Spirulina vorsichtig sein

Phenylketonurie ist eine relativ seltene Erbkrankheit, bei der eine Störung des Aminosäurestoffwechsels vorliegt. Patienten, die daran leiden, sollten deshalb auf Algen verzichten, da diese die Aminosäure Phenylalanin enthalten. Wenn sie Spirulina (oder andere Lebensmittel mit dieser Aminosäure) verzehren, leiden sie an verschiedenen Symptomen.

Spirulina
Spirulina ist als Pulver, in Kapsel- oder Tablettenform erhältlich.

Kurze Zusammenfassung der Vorsichtsmaßnahmen und Gegenanzeigen

Spirulina ist ein Nahrungsergänzungsmittel, kein Medikament. Der Konsum in der empfohlenen Menge ist für gesunde Menschen sicher. In bestimmten Situationen ist jedoch Vorsicht geboten, da diese Alge kontraindiziert sein könnte.

Mögliche Nebenwirkungen sind Ausschläge oder Juckreiz, Durst, Verstopfung, Magenschmerzen und Schwindel. Es handelt sich zwar um ein Produkt, das reich an Proteinen, essenziellen Fettsäuren und anderen Nährstoffen ist, doch dies bedeutet nicht, dass es keine Nebenwirkungen verursachen kann.

Dass ein Produkt natürlich ist, bedeutet nicht automatisch, dass es in jeder Situation unschädlich ist. Aus diesem Grund solltest du auf jeden Fall zuerst deinen Arzt konsultieren, wenn du an einer Krankheit leidest, schwanger bist oder dein Baby stillst, oder wenn du auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagierst. Dein Arzt kann dich beraten und entscheiden, ob Spirulina für dich infrage kommt oder nicht.

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