Glycerinzäpfchen gegen Verstopfung

28 September, 2020
Glycerinzäpfchen kommen häufig bei vorübergehender und sporadischer Verstopfung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zum Einsatz. Erfahre heute alles, was du darüber wissen solltest. 

Glycerinzäpfchen kommen bei gelegentlicher Verstopfung zum Einsatz, da sie schnell und direkt wirken. Der Wirkstoff Glycerin (Glycerol) macht den Stuhl gleitfähiger und löst die Verstopfung, greift dabei jedoch nicht direkt in die natürliche Verdauung ein. Erfahre heute mehr darüber.

Wie wirken Glycerinzäpfchen?

Suppositorien mit dem Wirkstoff Glycerin zeichnen sich durch zwei unterschiedliche Wirkmechanismen aus:

  • Sie reizen die Schleimhäute im Rektum, beeinträchtigen jedoch die Darmwände nicht. Dieser Effekt erzielt die Kontraktion des Rektums, was den Stuhlgang begünstigt.
  • Osmotischer Effekt: Glycerol nimmt Wasser auf und macht den Stuhl weicher und gleitfähiger. Er kann so einfacher abtransportiert werden.

Die Wirkung von Glycerinzäpfchen macht sich nach ungefähr 15 Minuten bis zu einer Stunde nach der Verabreichung bemerkbar. Das Glycerol wird praktisch zur Gänze mit dem Stuhl wieder ausgeschieden.

Wie wirken Glycerinzäpfchen?

Glycerinzäpfchen: Indikationen

Die Verwendung von Glycerinzäpfchen empfiehlt sich bei gelegentlicher Verstopfung.

Was ist Verstopfung

Im Allgemeinen spricht man von Verstopfung, wenn die Frequenz des Stuhlgangs unter dreimal pro Woche liegt. Der Stuhl ist hart, die Entleerung erfolgt nur durch starkes Pressen und es sind oft auch Schmerzen vorhanden.

Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer, vor allem Frauen zwischen 20 und 35 und ab 60 Jahren.
Je nachdem, wie lange dieser Zustand andauert, unterscheidet man folgende Typen:

Chronische Verstopfung kann dieselben Ursachen wie gelegentliche Verstopfung haben, ist jedoch längere Zeit vorhanden. Sie könnte jedoch auch auf Verdauungsbeschwerden und bestimmte Krankheiten zurückzuführen sein.

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Haben Glycerinzäpfchen Nebenwirkungen?

Haben Glycerinzäpfchen Nebenwirkungen?

Wenn du Glycerinzäpfchen zu häufig oder über längere Perioden verwendest, könnte dies zu Reizdarm führen. In manchen Fällen können dadurch auch Symptome wie Juckreiz, Brennen und Reizungen im rektalen Bereich führen.

Die Verwendung von Suppositorien mit Glycerin ist bei einer Allergie auf Glycerol kontraindiziert. Auch bei Hämorrhoiden, Symptomen für eine Darmobstruktion, Blinddarmentzündung oder andere Darmkrankheiten musst du darauf verzichten.

Welche Vorteile haben Suppositorien mit Glycerin?

Die wichtigsten Vorteile dieses Arzneimittels sind:

  • Effiziente Wirkung bei gelegentlicher Verstopfung
  • Schnelle Wirkung
  • Lokale Wirkung

Im Allgemeinen ist die empfohlene Dosis bei Erwachsenen ein Zäpfchen pro Tag. Du solltest die Behandlung nicht länger als 6 bis 7 Tage lang durchführen.

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Gegenanzeigen

Glycerinzäpfchen haben folgende Gegenanzeigen:

  • Überempfindlichkeit auf darin enthaltene Substanzen
  • Veränderungen des Magen-Darm-Transits: In manchen Fällen kann eine Störung im Darmtransit vorliegen, zum Beispiel eine intestinale Obstruktion.
  • Bauchschmerzen unbekannten Ursprungs: Wenn du an Bauchschmerzen leidest, die Ursachen jedoch nicht klar sind, solltest du keine Glycerinzäpfchen anwenden, ohne zuvor den Arzt zu konsultieren. Die Verwendung von Abführmitteln kann in diesem Fall eine noch unbekannte Krankheit verstecken.

Außerdem dürfen Glycerinzäpfchen nicht verabreicht werden, wenn Krankheiten vorhanden sind, bei denen die Stimulation der intestinalen Peristaltik gefährlich sein könnte.

Glycerinzäpfchen sind nur eine vorübergehende Lösung

Die Verwendung von Suppositorien mit Glycerin ermöglicht die vorübergehende Behandlung von Verstopfung auf schnelle und direkte Weise. Bevor du jedoch auf diese Hilfe zurückgreifst, solltest du deine Lebensgewohnheiten verändern. Vergiss nicht, dass die Zäpfchen keine Lösung für die Ursache sind, sondern nur die Symptome behandeln. Lasse dich deshalb immer ärztlich untersuchen und beraten!

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