Erdnuss-Haut essen: Alles, was du wissen musst

Erdnüsse mit Haut sind eine gesunde Wahl. Anstatt sie zu entfernen, solltest du sie nutzen und sie essen. Hier erfährst du die Gründe dafür!
Erdnuss-Haut essen: Alles, was du wissen musst
Maria Patricia Pinero Corredor

Geschrieben und geprüft von der Ernährungswissenschaftlerin Maria Patricia Pinero Corredor.

Letzte Aktualisierung: 25. August 2022

Erdnüsse gehören zu den appetitlichsten Snacks und aus diesem Grund sind eine Vielzahl von Produkten auf den Markt gekommen, die Erdnüsse enthalten. Es ist jedoch nicht leicht, die Menschen zum Verzehr von Erdnuss-Haut zu bewegen, da die Industrie diesen Teil der Nuss eliminiert.

Die gängigste Darreichungsform ist komplett geschält und mit viel Salz, ungeachtet der antioxidativen Eigenschaften der rötlichen Haut. Die Erdnuss-Haut ist ein Nebenprodukt, das als minderwertig gilt und deshalb weggeworfen oder als Tierfutter verwendet wird.

Allerdings bietet auch diese Haut verschiedene Vorteile. Zum Beispiel enthält sie phenolische Verbindungen, die die Gesundheit fördern. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Vorteile des Verzehrs von Erdnuss-Haut.

Was ist eine Erdnuss?

Der wissenschaftliche Name der Erdnuss lautet Arachis hypogaea. Obwohl sie wegen ihrer holzigen Schale für eine Nuss gehalten wird, ist sie eigentlich eine Hülsenfrucht. Sie ist unter anderem mit Erbsen, Linsen, Kichererbsen und Bohnen verwandt.

Als Samen der Hülsenfrucht entwickelt sich die Erdnuss in einer Kapsel, die Schale genannt wird. In einer ganzen Erdnuss macht die Schale etwa 30 %, der Samen etwa 70 % und die Erdnuss-Haut zwischen 3 und 3,6 % aus.

Obwohl sie ursprünglich aus Südamerika stammt, wird sie heute auf allen Kontinenten angebaut. Der Großteil wird in Asien, Afrika, Südamerika und Nordamerika angebaut.

Aufgrund ihres hohen Fettgehalts ist sie die sechstwichtigste Ölsaat der Welt. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist sie wegen ihres Nährwerts als Öl- und Eiweißquelle wichtig.

Erdnusss-Haut - Erdnüsse in der Schale und mit der Haut

Nährwerte

Der Erdnusskern ist nahrhaft. Er enthält 44 bis 54 % Fett. Sein Eiweißgehalt ist 2,7-mal höher als der von Rindfleisch und bis zu 16-mal höher als der von Milch.

Seine biologische Wertigkeit ist geringer als die von tierischem Eiweiß, da ihm mehrere essentielle Aminosäuren fehlen. Es wird jedoch zu 90 % problemlos verdaut.

Außerdem enthält die Erdnuss verschiedene Arten von Kohlenhydraten, darunter 3 % Ballaststoffe. Der größte Teil entfällt auf Saccharose und Stärke, die einen niedrigen glykämischen Index haben.

Darüber hinaus zeichnet sich die Erdnuss durch ihren Gehalt an Vitamin E, B-Vitaminen, Pantothensäure und Folsäure aus. Erdnüsse gehören mit 16 Milligramm pro 100 Gramm zu den niacinreichsten Saaten. Das Rösten erhöht die Konzentration.

Des Weiteren liefern Erdnüsse Zink, Phosphor, Kalium und Magnesium. Wegen ihres hohen Ölgehalts kommen sie für die Herstellung von Erdnussbutter, Süßigkeiten, Snacks und als Verdünnungsmittel für Fleischprodukte, Suppen und Desserts zum Einsatz.

Bioaktive Verbindungen in Erdnuss-Haut

Pro Kilogramm geschälter Erdnusskerne fallen schätzungsweise 35 bis 45 Gramm Erdnuss-Haut an. Die meisten Sorten haben eine rosafarbene oder rote Haut.

Viele der darin enthaltenen Pigmente gehören zur Gruppe der Flavonoide, wie z.B. Anthocyane. Auch phenolische Verbindungen sind in höheren Konzentrationen als in grünem Tee enthalten, die sich beim Rösten oder Toasten der Erdnuss konzentrieren.

Nach Angaben mehrerer Fachleute gehören zu den Phenolen Chlorogensäure, Kaffeesäure, Cumarsäure, Ferulasäure und Stilbene, wie Resveratrol (das auch in Weintrauben enthalten ist). Sie alle haben eine antioxidative Wirkung, nicht nur durch das Abfangen freier Radikale, sondern auch durch ihre reduzierende Wirkung.

Resveratrol und Flavonoide sind die aktivsten Phenole in Erdnüssen und beugen einigen Krankheiten vor . Sie sind in der gesamten Erdnuss enthalten, von der Frucht bis zur Haut und sogar in der Schale.

Erdnuss-Haut-Extrakte gelten als potenzielle Quelle für natürliche Antioxidantien.

Erdnuss-Haut enthält Resveratrol

Resveratrol ist ein antioxidatives Polyphenol, das auf seine schützende Wirkung gegen Herzkrankheiten, degenerative Krankheiten wie Alzheimer, systemische Entzündungen und Krebs untersucht wurde.

Der Resveratrolgehalt von Erdnüssen ist ähnlich hoch wie der von Traubensaft und dreimal höher, wenn Erdnüsse mit der Haut geröstet werden. Obwohl weitere Studien erforderlich sind, weisen einige Autoren darauf hin, dass die Substanz als chemopräventives Mittel gegen verschiedene Arten von bösartigen Tumoren wirkt.

Lies auch diesen Artikel: Phytochemikalien: Was ist das?

Die in Erdnuss-Haut enthaltenen Phenolsäuren und Flavonoide

Erdnüsse und ihre Haut sind außergewöhnliche Quellen für funktionelle Verbindungen, wie z. B. Phenolsäuren. Insbesondere enthalten sie einen hohen Anteil an p-Cumarsäure, die den Gesamtgehalt an Antioxidantien um bis zu 22 % erhöht. Außerdem hat geröstete Erdnuss-Haut eine höhere antioxidative Kapazität als geröstete Erdnüsse ohne Haut.

Eine hohe Zufuhr von Flavonoiden soll auch vor Herzerkrankungen und Krebs schützen. Die Arten von Flavonoiden sind die gleichen, die auch in grünem und schwarzem Tee, Äpfeln, Rotwein und Sojabohnen vorkommen.

Mit anderen Worten: Wenn du Erdnüsse mit Haut isst, bekommst du mehr Antioxidantien. Einige Studien haben gezeigt, dass die Zugabe von 0,5 bis 2,5 % der Haut zu einem Lebensmittel die antioxidative Kapazität des Lebensmittels um 30 % erhöht, ohne seine Akzeptanz zu beeinträchtigen.

Wann ist beim Verzehr von Erdnüssen Vorsicht geboten?

Trotz der gesundheitlichen Vorteile von Erdnüssen und ihrer Verwendung als funktionelle Zutat mindert der Verzehr mit Haut nicht ihre allergene Wirkung. Daher solltest du bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen, vor allem, wenn du zum ersten Mal Erdnuss-Haut verzehrst.

Es scheint, dass die Arachin- und Conarachin-Proteine die Hauptallergene der verschiedenen Erdnusskerne sind. Diese sind im Samen und nicht in der Haut konzentriert. Sie stehen in Zusammenhang mit der Wirkung von Immunglobulin E und anderen histaminfreisetzenden Anaphylatoxinen.

Zu den Allergiesymptomen können folgende gehören:

  • Erbrechen
  • Diarrhöe
  • Anaphylaktischer Schock
  • Urtikaria und Ekzeme
  • Bronchospasmus und Asthma
  • Entzündungen der Lippen, des Gesichts und des Rachens

Ein weiteres mögliches Problem, auf das man achten sollte, ist eine Lebensmittelvergiftung, da das Produkt oft mit dem Pilz Aspergillus flavus kontaminiert ist, der giftiges Aflatoxin produzieren kann.

Erdnusss-Haut - Frau lehnt Erdnüsse ab
Eine Erdnussallergie verringert sich nicht, wenn man auch die Erdnuss-Haut verzehrt. Das Risiko einer Reaktion ist das gleiche wie beim Verzehr von Erdnüssen ohne Haut.

Sollte man Erdnuss-Haut essen?

Erdnüsse sind eine großartige Nahrungsquelle und eine gesunde Zutat für die gesamte Bevölkerung. Die Erdnuss-Haut ist eine Ressource zur Gewinnung von Polyphenolen und trägt positiv zur Gesundheit bei.

Daher ist die Vermarktung von Erdnussprodukten mit Haut weiterhin empfehlenswert, da sie einen hohen Gehalt an antioxidativen Verbindungen, wie z. B. Resveratrol, aufweist.

Um den Antioxidantien-Gehalt der Haut zu erhöhen, sollte man sie 10 Minuten im Ofen rösten. Wenn möglich, solltest du die geröstete Haut auch für andere Zubereitungen verwendet, z. B. für Suppen oder Smoothies. Denn auf diese Weise kannst du deine Ballaststoffaufnahme erhöhen.


Alle zitierten Quellen wurden von unserem Team gründlich geprüft, um deren Qualität, Verlässlichkeit, Aktualität und Gültigkeit zu gewährleisten. Die Bibliographie dieses Artikels wurde als zuverlässig und akademisch oder wissenschaftlich präzise angesehen.


  • FAO (Organización de las Naciones Unidas para la Alimentación y la Agricultura). 2020. FAO: Perspectivas por sectores principales. Producción de cultivos (en línea). Consultado 29 oct. 2020. Disponible en http://www.fao.org/3/y3557s/y3557s08.htm#TopOfPage.
  • Vollmann, J; Rajcan, I. 2009. Oil Crops y Peanuí. London New York. Primera edición. Springer (ed). 548 p. ISBN 978-0-387-77593-7.   Disponible en: https://www.springer.com/de/book/9780387775937
  • Al-Khayri, JM; Jain, SM; Johnson, DV. 2019. Advances in plant breeding strategies: nut and beverage crops y Peanut (Arachis hypogaea L.) breeding. Primera edición. Cham, Switzerland. Springer Nature Switzerland AG (ed). 573 p. ISBN 978-3-030-23111-8. Disponible en: https://vdoc.pub/documents/advances-in-plant-breeding-strategies-nut-and-beverage-crops-volume-4-4tram5cfov30
  • Arya, S. S., Salve, A. R., & Chauhan, S. (2016). Peanuts as functional food: a review. Journal of food science and technology53(1), 31–41. https://doi.org/10.1007/s13197-015-2007-9
  • Rudolf JL, Resurrección AV. Obtención de resveratrol en granos de maní mediante la aplicación de estrés abiótico. J Química alimentaria agrícola. 2006; 53 :10186–10192. doi: 10.1021/jf0506737.
  • Juan ME, Vinardell MP, Planas JM (2002) La administración oral diaria de dosis altas de trans-resveratrol a ratas durante 28 días no es dañina. The J Nutr 132(2):257–260 . Disponible en: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11823587
  • Chen SIRTI proyecta contra la toxicidad de amiloide-b dependiente de microglía mediante la inhibición de la señalización de NF-kB. J Biol Chem. 2005; 280 (48):40364–40374. doi: 10.1074/jbc.M509329200. Disponible en: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16183991
  • Gagliano N, Aldini G, Colombo G, Rossi R, Colombo R, Gioia M, Milzani A, Dalle-Donne I. El potencial del resveratrol contra los gliomas humanos. Medicamento contra el cáncer. 2010; 21 : 140-150. doi: 10.1097 / CAD.0b013e32833498f1. Disponible en: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20010425
  • Delmas D, Lançon A, Colin D, Jannin B, Latruffe N (2006) El resveratrol como agente quimiopreventivo: una molécula prometedora para combatir el cáncer. Curr Drug Targets 7(4):423–442. Disponible en: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16611030
  • Lopes RM, Agostini-Costa TDS, Gimenes MA, Silveira D (2011) Composición química y actividades biológicas de especies de Arachis. J Agri Food Chem 59(9):4321–4330. Disponible en: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21425852
  • Francisco ML, Resurrección AV. Componentes funcionales en maní. Crit Rev Food Sci Nutr. 2008; 48 (8):715–746. doi: 10.1080/10408390701640718. Disponible en: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18756396
  • Adriano Costa de Camarg, Carolina Maldonado Martins Vidal, Solange Guidolin Canniatti-Brazaca, Fereidoon Shahidi. Fortification of Cookies with Peanut Skins: Effects on the Composition, Polyphenols, Antioxidant Properties, and Sensory Quality. J. Agric. Food Chem. 2014, 62, 46, 11228–11235. https://doi.org/10.1021/jf503625p
  • Achar PN, et al. Estudios microscópicos sobre granos de maní comerciales infectados con Aspergillus flavus en Georgia. Ecotoxicol Environ Saf. 2009; 72 :2115–2120. doi: 10.1016/j.ecoenv.2009.04.002. Disponible en: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19443032

Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.