Phytochemikalien: Was ist das?

Eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung enthält genügend Phytochemikalien, um die Gesundheit zu fördern. Außerdem verstärkt und verbessert die Kombination verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe in ein und demselben Lebensmittel deren Wirkung. Aber was genau sind Phytochemikalien eigentlich?
Phytochemikalien: Was ist das?
María Vijande

Geschrieben und geprüft von der Pharmazeutin María Vijande.

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Phytochemikalien oder sekundäre Pflanzenstoffe in Lebensmitteln sind viel häufiger, als du vielleicht denkst. Es handelt sich um Stoffe, die von Natur aus in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Viele Forscherinnen und Forscher untersuchen sie derzeit wegen ihrer gesundheitlichen Vorteile, vor allem wegen ihrer antioxidativen Wirkung und ihrer möglichen Rolle bei der Krebsvorbeugung.

Phytochemikalien sind selbst keine Nährstoffe und haben daher keine energetische oder ernährungsphysiologische Funktion. Deshalb nennen wir Lebensmittel, die sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, funktionelle Lebensmittel, da sie einen gesundheitlichen Nutzen haben.

In einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung finden wir eine ausreichende Menge an sekundären Pflanzenstoffen, die unserer Gesundheit zugute kommen. Auch die Kombination verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe in einem Lebensmittel verstärkt und verbessert ihre Wirkung.

Funktionen der sekundären Pflanzenstoffe in Lebensmitteln und ihre Vorteile

Phytochemikalien - Himbeeren

Phytochemikalien oder sekundäre Pflanzenstoffe sind dafür verantwortlich, den Speisen Farbe, Geruch und Geschmack zu verleihen. Carotinoide zum Beispiel sind Pro-Vitamin-A-Bestandteile, haben also ähnliche Funktionen wie dieses Vitamin.

Zu den Funktionen, die den Phytochemikalien zugeschrieben werden, gehören die Erhaltung einer guten Sehkraft sowie die Integrität des Knochen- und Epithelsystems. Außerdem regen sie in der Stillzeit die Milchproduktion an.

Mehrere sekundäre Pflanzenstoffe haben eine ausgeprägte antioxidative Funktion. Aus diesem Grund tragen sie dazu bei, Entzündungen zu reduzieren. Außerdem wirken sie schützend bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Phytochemikalien sind auch für ihren möglichen Zusammenhang mit der Vorbeugung von bestimmten Tumoren oder der Krebsentwicklung bekannt. Sie erfüllen diese Funktion, indem sie potenziell giftige oder schädliche Stoffe in ungefährliche umwandeln.

Einige Verbindungen wirken auch an der Aufrechterhaltung des Immunsystems mit. Es versteht sich daher von selbst, dass den sekundären Pflanzenstoffen viele positive Eigenschaften zugeschrieben werden.

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Merkmale von Phytochemikalien in Lebensmitteln

Phytochemikalien - verschiedene pflanzliche Lebensmittel

Sekundäre Pflanzenstoffe sind Elemente, die nur im Pflanzenreich vorkommen und in sehr geringen Mengen vorhanden sind. Viele von ihnen sind jedoch noch nicht erforscht.

Bedenke, dass Phytochemikalien keine Nährstoffe sind. Es gibt keine Krankheiten, die durch eine unzureichende Aufnahme verursacht werden, aber sie verstärken die Wirkung anderer Nährstoffe.

Außerdem sind sie für unseren Körper nicht essentiell wie Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine oder Mineralien. Da es sich um Antioxidantien handelt, haben sie eine vorbeugende und heilende Wirkung auf den Körper.

Arten von Phytochemikalien

Die gebräuchlichste Klassifizierung von sekundären Pflanzenstoffen ist die nach ihrer molekularen Struktur sowie nach ihren Nahrungsquellen:

1. Phenole

In der Gruppe der Phenole wiederum gibt es die folgende Einteilung:

  • Flavonoide: Kommen in Früchten wie Kirschen, Äpfeln, Trauben, Acerola, Tee, Zwiebeln und Paprika vor. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem: Anthocyane, Catechine, Isoflavone, Tannine, Rutin und Quercetin.
  • Phenolsäuren: Phytinsäure, Gallussäure, Chlorogensäure, Vanille und andere. Einige ihrer reichhaltigsten Quellen sind Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Tee und Artischocken.
  • Nichtflavonoide Polyphenole: Zum Beispiel Resveratrol oder Lignane, die in Rotwein, Leinsamen, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse enthalten sind.

2. Terpene

Wir können die Terpene in zwei Gruppen einteilen:

  • Carotinoide: Wie Lycopen, Alpha-Carotin, Lutein, Beta-Carotin oder Capsaicin, die man in Karotten, Kürbissen, Orangen, Mangos, Spinat, Tomaten, Wassermelonen, Grapefruits, roten Paprika oder Papayas findet.
  • Nicht-Carotinoide: Dazu gehören Phytosterine, Saponine oder Limonoide. Pflanzliche Öle wie Sojabohnen und angereicherte Lebensmittel wie Maniok und Quinoa sind einige Beispiele für Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an phytochemischen Nicht-Carotinoiden.

3. Thiole

Diese Gruppe wird auch als die Gruppe der Schwefelkomponenten bezeichnet, weil sie diese Mineralien enthält:

  • Indole: Lebensmittel wie Kohl, Rosenkohl, Blumenkohl, Spinat oder Brokkoli enthalten besonders viele Indole.
  • Glucosinolate: Die Nahrungsquellen dieser Gruppe sind Kreuzblütler, wie Rosenkohl, Rotkohl, Brokkoli, Blumenkohl oder Radieschen.
  • Schwefelorganische Verbindungen: Sind in Knoblauch enthalten.

4. Tocopherole

Diese Gruppe von Phytochemikalien wirkt wie Vitamin E. Ihre Hauptquellen sind Pflanzenöle, Nüsse, grünes Blattgemüse und Vollkorngetreide.

Abschließende Gedanken zu Phytochemikalien

Die Pharmaindustrie stellt bereits einige Phytochemikalien synthetisch her. Diese Nahrungsergänzungsmittel ersetzen jedoch nicht die Notwendigkeit einer Ernährung, die reich an Getreide, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten ist. Vergiss nicht, diese in deinen täglichen Speiseplan aufzunehmen!

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