Empfehlungen für ältere Menschen in der Quarantäne

21 Mai, 2020
Menschen über 65 sind besonders gefährdet, an Covid-19 zu erkranken. Deshalb müssen sie die empfohlenen Vorsorgemaßnahmen besonders strikt einhalten. Wir laden dich heute ein, mehr über dieses Thema zu erfahren.

Die Corona-Pandemie verbreitet sich weiterhin auf der ganzen Welt, wobei insbesondere ältere Menschen gefährdet sind, daran zu erkranken. Das Krankheitsbild ist bei Menschen über 65 Jahren meist ernster. Deshalb benötigt diese Risikogruppe besonderen Schutz.

Epidemiologen empfehlen vielerorts eine Quarantäne und Bewegungseinschränkungen, welche die Infektionskurve abflachen sollen. Das Ziel ist also, die Ausbreitung zu hemmen, um damit Zeit zu gewinnen. Denn so kann sich das Gesundheitssystem besser an die schwierige Situation anpassen und ein Zusammenbruch kann verhindert werden.

Die derzeitige Corona-Pandemie nahm ihren Ursprung im Dezember 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan. In China wurden über 80.000 infizierte Personen gezählt, doch inzwischen hat sich die Krankheit auf der ganzen Welt mit drastischen Folgen verbreitet. 

Zwar liegt die Sterblichkeitsrate bei COVID-19 im Allgemeinen bei ungefähr 3 bis 4 Prozent, doch bei Menschen Über 65 Jahren und vor allem bei über 80-Jährigen erreicht die Sterblichkeit rund 15 Prozent (wobei diese Daten stark variieren und noch nicht definitiv bestätigt werden können).

Warum ist die Quarantäne wichtig?

Mit einer (freiwilligen oder obligatorischen) Quarantäne, an die sich die ganze Bevölkerung und vor allem alle älteren Menschen halten sollten, wird bezweckt, die Infektionsrate zu reduzieren. Indem die Infektionskurve abgeflacht wird, hat das Gesundheitssystem mehr Spielraum und Zeit, um kranke Menschen zu betreuen, auch wenn sich im Endeffekt dieselbe Anzahl an Menschen ansteckt, allerdings in einem längeren Zeitraum. 

Eines der Hauptziele der Isolierung ist außerdem, die gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu schützen. Die Daten weisen darauf hin, dass vor allem Menschen über 65 an ernsten Konsequenzen leiden können. Auch Menschen mit chronischen Krankheiten und einem geschwächten Immunsystem sind stärker gefährdet.

Die Quarantäne ist also eine soziale Verantwortung vielmehr als eine gesetzliche Bestimmung, die in verschiedenen Ländern zum Tragen kommt. Auch junge Menschen, die keine Krankheiten haben, müssen diese Verantwortung übernehmen, um gefährdete Menschen zu schützen: Freunde, Nachbarn, Familienangehörige oder Bekannte, die sich in einer Risikogruppe befinden.

Empfehlungen für ältere Menschen in der Quarantäne
Menschen über 65 zählen zur Risikogruppe und sind deshalb besonders gefährdet.

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Was sollten ältere Menschen während der Quarantäne berücksichtigen?

Die Vorsorgemaßnahmen, die ältere Menschen während der Quarantäne beachten sollten, sind den allgemeinen Empfehlungen sehr ähnlich. Doch sie sollten sich besonders strikt daran halten. Die soziale Isolierung schützt vor einer möglichen Ansteckung und Erkrankung durch Covid-19, was für diese Risikogruppe besonders wichtig ist.

Ältere Menschen müssen also auf jeden Fall zu Hause bleiben. Sie sollten das Haus nur dann verlassen, wenn dies tatsächlich unumgänglich ist. Auf keinen Fall sollten sie sich in geschlossenen Räumen zusammen mit anderen Menschen aufhalten. Am besten lassen sie sich von Familienangehörigen oder jüngeren Nachbarn die nötigen Lebensmittel nach Hause bringen.

Auch das regelmäßige Händewaschen ist sehr wichtig. Am besten wirken Wasser und Seife, um vorzubeugen, Desinfektionsgel ist im Normalfall nicht nötig. Falls die älteren Personen Besuch erhalten, sollte sich dieser unbedingt sofort bei der Ankunft die Hände gründlich waschen und möglichst wenige Dinge berühren.

Doch wie bereits erwähnt, sollte Besuch nur falls unbedingt nötig stattfinden. Während der Quarantäne sollte jeder unnötige Kontakt mit anderen vermieden werden. Kinder haben oft keine oder nur sehr schwache Symptome, können die Krankheit jedoch übertragen. Deshalb ist vom Besuch der Enkelkinder abzuraten.

Die Quarantänevorschriften und Bewegungseinschränkungen sind nicht in allen Ländern gleich strikt. Trotzdem sollten ältere Personen vorsorgen und Medikamente, die sie benötigen, für mindestens einen Monat auf Vorrat zu Hause haben. Denn die Vorschriften können jederzeit strikter werden. Am besten lassen sich ältere Menschen von Familienangehörigen versorgen, um den Gang zur Apotheke nicht selbst vornehmen zu müssen.

ältere Menschen in Quarantäne
Ältere Menschen sollten während der Quarantäne keine Besuche empfangen. Kontakte sind nur dann anzuraten, wenn es gar nicht anders geht.

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Was können andere für die älteren Menschen tun?

Menschen, die sich nicht in einer Risikogruppe befinden, müssen sich in dieser schwierigen Zeit besonders intensiv um ältere Personen kümmern. Sie können ihnen Lebensmittel oder Medikamente bringenum zu verhindern, dass sie selbst das Haus verlassen müssen.

Wenn du Familienangehörige über 65 Jahren hast, ist es auch wichtig, diese aufzumuntern, sich während der Isolierung physisch und mental zu beschäftigen. Sie können zu Hause Gymnastik machen und ihr Gehirn mit Rätseln oder mit einer angenehmen Lektüre beschäftigen.

Wenn du feststellst, dass ein älterer Mensch mögliche Symptome aufweist, die auf eine Corona-Ansteckung hinweisen, solltest du umgehend die zuständige Gesundheitsstelle anrufen. Zu den anfänglichen Symptomen gehören Fieber, Husten und Müdigkeit.

Wir alle müssen in dieser weltweiten Krise Verantwortung und Solidarität zeigen. Ältere Menschen sind besonders stark von dieser Krankheit betroffen und benötigen deshalb auch besondere Pflege. 

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