Einfluss von Videogames auf Jugendliche

24 Oktober, 2019
In Bezug auf die bei Jugendlichen so beliebten Videogames gibt es ein paar Vorschläge und Empfehlungen für die Eltern. So können sie zum Beispiel gemeinsam mit den Kindern spielen. Und sie sollten auch über die Spiele sowie deren Inhalte mit ihren Teenagern reden. Außerdem braucht es natürlich auch eine gewisse Kontrolle. Erfahre mehr darüber in diesem Artikel!

Es gibt ein allgemein geltendes Vorurteil, das besagt: Videogames haben negativen Einfluss auf Jugendliche. Jedoch ist es dabei durchaus von entscheidender Bedeutung, genau hinzuschauen und sich zu fragen: Wie viel dieser Wahrnehmung ist im Bereich der Mythen anzusiedeln? Und was davon trifft tatsächlich zu?

Zunächst sei gesagt, dass bei Videogames, wie eigentlich bei allen anderen Technologien auch, Folgendes gilt: Entscheidend ist, was man damit macht und wie man damit umgeht. Dabei sind natürlich verschiedene Variablen von Bedeutung, zum Beispiel das Alter der Nutzer oder wie viel Zeit man mit den Spielen verbringt. Auch die Themen der Videogames spielen eine große Rolle. Aber ebenso sind andere Eigenschaften der Nutzer – in diesem Fall Teenager – relevant.

Teenager und Videogames: Eine Beziehung, die eine Untersuchung wert ist

Natürlich gibt es bereits zahlreiche Studien zu diesem Thema. Auf der einen Seite gibt es solche, die gezeigt haben, dass bestimmte Videospiele eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten bringen können und mitunter auch zur Fähigkeit beitragen, Probleme zu lösen, sowie Informationen zu verarbeiten. Doch auf der anderen Seite stehen auch andere, nicht weniger maßgebliche Untersuchungen, die vor möglichen Risiken warnen.

So weist zum Beispiel die US-amerikanische Forschungseinrichtung für Kinder- und Jugendpsychiatrie American Academy of Child and Adolescent Psichiatry, AACAP auf Folgendes hin:

«Im Durchschnitt verbringen bei kleinen Kindern die Mädchen mehr als eine Stunde am Tag mit Videogames und die Jungen mehr als zwei Stunden. Bei Jugendlichen sieht die Lage so aus, dass diese oft sogar noch mehr Zeit als jüngere Kinder mit Videospielen verbringen.»

Jugendlicher spielt Videogames

Die Sucht nach Computerspielen kann eine Reihe von Problemen für Jugendliche mit sich bringen. Insbesondere für ihr Verhalten.

Darüber hinaus weisen die Forscher der AACAP darauf hin, dass Videogames sehr komplex und realistisch geworden sind. Manche der Spiele finden auch online statt. Das führt dazu, dass Kinder und Jugendliche Kontakt mit ihnen unbekannten Erwachsenen sowie Gleichaltrigen kommen. Dieser Umstand erfordert von den Eltern besondere Aufmerksamkeit.

Einige Spiele haben tatsächlich positive und erzieherische Inhalte. Doch finden sich in vielen der beliebtesten Spiele auch negative Aspekte: Denn sie fördern Gewalt gegen Mensch und Tier und sie weisen diskriminierende Züge auf. Auch sieht man immer wieder geschlechtsspezifische Gewalt und ebenso eine Zunahme von bestimmten Stereotypen. Dadurch wird ein Fortbestehen von bestimmten negativen Stigmata verstärkt.

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Mögliche Auswirkungen von Videogames auf Jugendliche: Die wichtigsten Aspekte

Wenn es um die möglichen Auswirkungen von Videogames auf Teenager geht, richten sich die Bedenken vor allem auf folgende Aspekte: Zum einen, welche Folgen es hat, wenn die Jugendlichen übermäßig viel Zeit mit dieser Art von Spielen verbringen. Und zum anderen geht es auch um den Grad der Intensität, mit der sich die jungen Menschen mit den Figuren und Rollen der Videogames identifizieren. Während sie zugleich Schwierigkeiten aufweisen, die Dauer ihrer Spielzeit zu kontrollieren.

Mögliche negative Auswirkungen von übermäßigem Spielen von Videogames

Natürlich treten nicht immer alle der unten genannten negativen Folgen des übermäßigen Spielens von Computerspielen auf. Dennoch ist es gut, über sie Bescheid zu wissen:

  • Die betreffenden Teenager verbringen weniger Zeit mit ihren Freunden und der Familie.
  • Außerdem haben sie zu wenig Zeit für schulische Dinge. Aber auch für ihre normalen Freizeitaktivitäten.
  • Es kommt auch dazu, dass die Jugendlichen sich weniger bewegen. Das führt mitunter zu Bewegungsmangel, da sie mehr Zeit sitzend verbringen. Das kann wiederum Folgen auf ihr Gewicht haben. In extremen Fällen bis hin zu Fettleibigkeit.
Jugendlicher spielt Videogames auf dem Sofa

Neben Verhaltensproblemen kann die Abhängigkeit von Videogames auch zu Bewegungsmangel führen. Das hat wiederum Folgen für die Gesundheit.

Was kannst du also tun?

  • Zunächst ist es wichtig, dass sowohl die Familie als auch die Bildungseinrichtungen eine bessere Nutzung von Videospielen fördern. Dabei geht es darum, die schädigenden Auswirkungen einzuschränken und zugleich dafür zu sorgen, dass die Vorteile dieser Spiele in den Vordergrund treten.
  • Weitere Vorschläge und Empfehlungen, die Eltern befolgen sollten, sind: Sie sollten sich darum bemühen, gemeinsam mit den Kindern zu spielen und dabei auch über die Inhalte der Videogames zu reden. Ebenso ist das Ausüben einer gewissen Kontrolle wichtig. Gerade was die Online-Kontakte der Teenager in dieser Spielwelt angeht.
  • Darüber hinaus ist eine weitere effektive Maßnahme das Festlegen von bestimmten Spielzeiten. Dazu müssen die Eltern dann natürlich auch sicherstellen, dass diese eingehalten werden.

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Verschiedene Arten von Videogames

Natürlich gibt es zahlreiche verschiedene Computerspiele. So zum Beispiel die so genannten Plattformspiele, auch Jump ’n‘ Run genannt. Bei dieser Art Spiele muss man von einer Ebene bzw. Plattform zur nächsten gelangen. Dabei muss man unterschiedliche Hindernisse überwinden, um das nächste Level zu erreichen.

Einige dieser Videogames können die Denkgeschwindigkeit fördern. Denn die Handlung schreitet in einem rasanten Tempo voran. Aber gerade deshalb verursachen sie bei den Nutzern auch eine große Müdigkeit. Diese verhindert dann eine richtige Konzentration bei darauf folgenden Tätigkeiten.

Daneben gibt es heute auch solche Spiele, die unter den so genannten E-Sport fallen. Dabei geht es um den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen. Auch Wii Sports, eine Sportsimulation für die Wii-Spielkonsole, ist sehr beliebt. Darüber hinaus gibt es Planspiele.

Aber es finden sich auch viele Spiele, in denen man schießt und kämpft. Letztere sind vielleicht die, die den Videogames ihren schlimmen Ruf eingebracht haben. Es gibt Studien, die besagen, dass diese Art von Spielen bei Kindern mit bereits vorhandener Tendenz zu Gewalt diese noch verstärken.

Zusammenfassend lässt sich also sagen:

  • Videogames sind heute einfach eine Wirklichkeit und aus dem Alltag der meisten Teenager nicht mehr wegzudenken. Daher hat es wenig Sinn, sie verbieten zu wollen. Vielmehr sollte man sich um eine angemessene Beaufsichtigung bemühen. Dies sollte in der Art geschehen, dass die Eltern ihren jugendlichen Kindern begleitend zur Seite stehen. Damit diese von früh auf einen vernünftigen und sicheren Umgang mit den Technologien erlernen.
  • Auch sollte man dafür sorgen, dass die oft heraufbeschworenen Mythen von den rein negativen Auswirkunge von Videogames auf Teenager entlarvt werden.
  • Zudem sollten Mütter und Väter auch den Austausch mit anderen Eltern sowie den Lehrkräften und ausgebildetem Personal aus dem Gesundheitsbereich suchen. Denn dadurch kann man hilfreiche Informationen und Tipps zu diesem Thema bekommen.
  • American Academy of Child and Adolescent Psichiatry, AACAP, www.aacap.org
  • Ana Ramos. „El uso de los videojuegos en los niños, ¿benefician o perjudican?, agosto 2013 en lamenteesmaravillosa.com
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  • Saquib N, Saquib J, Wahid A, et al. Video game addiction and psychological distress among expatriate adolescents in Saudi Arabia. Addict Behav Rep. 2017;6:112–117. Published 2017 Sep 28. doi:10.1016/j.abrep.2017.09.003
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