Das Syndrom der verbrühten Haut oder das Lyell-Syndrom: Ursachen und Symptome

Das Syndrom der verbrühten Haut ist eine heikle Erkrankung, die in der Regel Kinder unter 6 Jahren betrifft. Sie muss frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden, um einen tödlichen Ausgang zu vermeiden.
Das Syndrom der verbrühten Haut oder das Lyell-Syndrom: Ursachen und Symptome

Letzte Aktualisierung: 29 Mai, 2021

Das Syndrom der verbrühten Haut ist eine Hauterkrankung, die als Reaktion auf eine Staphylokokken-Hautinfektion auftritt. Das Hauptmerkmal dieser Pathologie ist die Bildung von Blasen und die anschließende Ablösung der Haut.

Dieses Problem betrifft meist Säuglinge oder Kinder unter 6 Jahren. Tatsächlich tritt dieses Syndrom nur sehr selten bei Erwachsenen auf, es sei denn, es liegt eine Schwäche des Immunsystems oder Nierenversagen vor.

Was verursacht das Syndrom der verbrühten Haut?

Syndrom der verbrühten Haut - Kind mit Pocken
Das Syndrom der verbrühten Haut wird durch Staphylokokken verursacht, welche eine giftige Substanz absondern, die die Haut angreift.

Das Syndrom der verbrühten Haut, auch Lyell-Syndrom genannt, resultiert aus einer Hautinfektion durch Bakterien der Staphylococcus-Familie. In den meisten Fällen ist der Erreger Staphylococcus aureus.

Diese Mikroorganismen scheiden eine toxische Substanz aus, welche die Haut angreift und dazu führt, dass sich die obere Schicht der Epidermis vom Rest der Haut löst. Infolgedessen platzen die Blasen und die Haut sieht aus als wäre sie verbrüht.

In den meisten Fällen tritt zunächst ein einzelner Infektionsherd auf, der häufig unbemerkt bleibt. Allerdings solltest du wissen, dass sich das Syndrom der verbrühten Haut nach dem Ausbruch meist schnell weiterentwickelt. Manchmal geschieht dies aber auch erst mehrere Tage nach der Erstinfektion.

Das Lyell-Syndrom ist ansteckend. Außerdem hat die Zahl der Staphylokokken-Infektionen seit den 1970er-Jahren weltweit zugenommen. Nach Schätzungen ist Staphylococcus aureus bei 30 bis 50 % der gesunden Erwachsenen nachweisbar.

Welche charakteristischen Merkmale hat dieses Syndrom?

Obwohl das Syndrom der verbrühten Haut mehrere charakteristische Symptome aufweist, erlebt jedes Kind diese Erkrankung in der Regel unterschiedlich. Am häufigsten manifestiert sich zu Beginn Fieber, das von einer Rötung der Haut begleitet wird.

Darüber hinaus beginnt das Lyell-Syndrom normalerweise mit einem isolierten Geschwür, das sich verkrustet. Bei Neugeborenen tritt die Wunde normalerweise im Windelbereich oder in der Nähe des Nabelstumpfes auf. Bei älteren Kindern entsteht das erste Geschwür hingegen fast immer im Gesicht. Im Gegensatz dazu kann es sich bei Erwachsenen an jedem Körperteil entwickeln.

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Das Geschwür entwickelt sich und wird innerhalb von 24 Stunden scharlachrot. Kurz darauf beginnen sich flüssigkeitsgefüllte Blasen zu bilden. Diese platzen sehr leicht auf und lassen die Haut feucht und verbrüht aussehen, als ob eine Verbrennung aufgetreten wäre. Andere häufige Symptome sind folgende:

  • Berührungsschmerzen in den betroffenen Bereichen
  • Schüttelfrost
  • Schwächegefühl
  • Flüssigkeitsverlust
  • Nikolski-Phänomen. Wenn die Haut mit leichtem Druck gerieben wird, lösen sich die oberen Hautschichten ab. Nach zwei oder drei Tagen ist die gesamte Hautoberfläche davon betroffen.

Welche Behandlungsoptionen gibt es für das Lyell-Syndrom?

Syndrom der verbrühten Haut - Mutter und Kind beim Arzt
Beim Auftreten von Symptomen solltest du sofort einen Arzt aufsuchen.

Das Syndrom der verbrühten Haut wird anhand des klinischen Krankheitsbildes und durch einen Nachweis des Toxins diagnostiziert. Darüber hinaus ist in manchen Fällen eine Hautbiopsie erforderlich, um die Krankheit zu bestätigen, da diese in ihren frühen Stadien Erkrankungen wie Scharlach, Erythema multiforme, dem Kawasaki-Syndrom und anderen sehr ähnlich ist.

Sobald der Arzt die Diagnose bestätigt hat, muss die Behandlung normalerweise im Krankenhaus stattfinden. Diese Behandlung ähnelt dem Vorgehen bei Verbrennungen und erfolgt tatsächlich häufig auch in diesem Fachbereich der Klinik. Am häufigsten wenden Fachleute die folgenden Maßnahmen an:

  • Verabreichung von Antibiotika gegen Staphylokokken. Diese erfolgt entweder oral oder intravenös, abhängig vom jeweiligen Zustand des Patienten. Das Ziel besteht darin, jede Art von Infektion zu verhindern.
  • Intravenöse Gabe von Flüssigkeiten. Der Patient verliert viel Körperflüssigkeit durch die offene Haut. Daher sind Maßnahmen erforderlich, um eine mögliche Dehydration zu verhindern.
  • Hautschützende Maßnahmen. Dazu gehört die Verwendung von Cremes und Salben zur Stärkung der Hautbarrierefunktion. Außerdem kommen Feuchtigkeitscremes zum Einsatz.
  • Weitere lindernde Maßnahmen. Dies kann beispielsweise die Anwendung von kalten Kompressen auf der Haut sein, um die Schmerzen des Patienten zu lindern.

Die Behandlung kann je nach Alter des Patienten, allgemeinem Gesundheitszustand, Schweregrad des Zustands, Toleranz gegenüber Medikamenten, Erwartungen oder Präferenzen variieren. In der Regel beginnt die Haut 10 Tage nach Beginn der Behandlung zu heilen.

Was du sonst noch über das Syndrom der verbrühten Haut wissen solltest

Wenn das Kind oder der Erwachsene rechtzeitig behandelt wird, treten im Allgemeinen keine Komplikationen auf. Das größte Risiko besteht darin, dass sich eine tiefere Hautinfektion entwickelt: Cellulitis. Darüber hinaus könnte sich der Infektionszustand verschlimmern und in den Blutkreislauf gelangen, was eine Septikämie verursachen würde.

Des Weiteren besteht bei den Patienten das Risiko einer Dehydration oder eines Elektrolytungleichgewichts. Auch das auftretende Fieber erfordert eine angemessene Kontrolle, insbesondere bei Säuglingen. Wenn das Kind oder der Erwachsene jedoch frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird, ist die Prognose normalerweise günstig. Wenn der Patient aber nicht richtig behandelt wird, kann das Syndrom der verbrühten Haut tatsächlich auch zum Tod führen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass du sofort einen Arzt aufsuchen solltest, wenn du Blasen auf der Haut entdeckst, die mit Fieber und einem oder mehreren der oben genannten Symptome einhergehen.

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