Oraler Herpes: Symptome und Behandlung

Oraler Herpes ist eine häufige Erkrankung, die jeden betreffen kann, sowohl Erwachsene als auch Kinder. Die Symptome sind leicht zu erkennen. Erfahre mehr darüber!
Oraler Herpes: Symptome und Behandlung

Letzte Aktualisierung: 06. April 2021

Oraler Herpes wird oft als “Fieberblasen” oder “Fieberbläschen” bezeichnet, da beim Erreichen des schmerzhaften Höhepunkts viele Bläschen um den Mund entstehen, die zudem unschön aussehen.

Diese Krankheit wird durch ein Virus verursacht und ist stark infektiös. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation würde ein weltweiter Test zum Nachweis von oralem Herpes bei etwa 67 % der erwachsenen Bevölkerung ein positives Ergebnis liefern. Das bedeutet auch, dass eine Person positiv getestet werden kann, obwohl sie noch nie Symptome hatte.

Oraler Herpes: wie breitet sich das Virus aus

Das Herpes-simplex-Virus HSV-1 verursacht oralen Herpes. Dieser Erreger gehört zu der als Herpesviridae bekannten Virenfamilie. Ebenfalls zu dieser Familie gehört das HSV-2, das auch als Genitalherpes bekannt ist.

Generell befallen diese Viren unterschiedliche Körperregionen:

  • HSV-1 hält sich hauptsächlich im Mundbereich auf.
  • HSV-2 befällt die Genitalregion und verursacht Genitalherpes.

Beide Viren werden durch Kontakt mit einer infizierten Person übertragen, auch wenn diese keine sichtbaren oder aktiven Verletzungen aufweist. Anders ausgedrückt: Eine Person kann eine andere Person anstecken, auch wenn diese zum Zeitpunkt des Kontakts keine sichtbaren Bläschen hat.

Natürlich ist eine Virusübertragung viel wahrscheinlicher, wenn die Person bereits Bläschen hat. Die größte Übertragungswahrscheinlichkeit besteht jedoch, wenn eine dieser Blasen platzt und sich die darin enthaltene Flüssigkeit ausbreitet. Das liegt daran, dass die Flüssigkeit in der Blase einer der größten Überträger der Herpes-simplex-Viren ist.

Um es klar zu sagen: Herpes ist hoch ansteckend. Eine infizierte Person kann HSV-1 durch einen Kuss, aber auch durch das Teilen von Küchenutensilien auf eine andere Person übertragen. HSV-2 hingegen wird hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen.

Streng genommen trifft diese Unterscheidung jedoch nicht immer zu. Zum Beispiel könnte sich jemand durch Oralsex mit Genitalherpes anstecken, aber Symptome im Mundbereich haben, so als ob es sich um oralen Herpes handeln würde.

Oraler Herpes-Virus

Oraler Herpes: Symptome

HSV-1 durchläuft mehrere Phasen. Je nachdem, in welchem Stadium sich das Virus befindet, sind die Symptome unterschiedlich.

Die übliche Entwicklung von oralem Herpes ist wie folgt:

  • Brennendes Gefühl: Bis zu einem Tag vor dem Auftreten von Blasen kann eine angesteckte Person ein Jucken, Brennen oder Kribbeln um die Lippen herum spüren.
  • Sichtbare Bläschen: In der zweiten Phase zeigen sich sichtbare Bläschen. Orale Herpesbläschen enthalten eine klare Flüssigkeit und befinden sich auf oder in der Nähe der Lippen. In diesem Stadium kann es auch zu Fieber kommen.
  • Die Blasen platzen auf: Nach etwa 4-7 Tagen nach dem Auftreten der Blasen platzen diese auf und geben Flüssigkeit ab. An der Stelle, an der sich die Blase befand, entsteht eine Wunde, die sich später verkrustet.
  • Vollständiges Abklingen: Etwa fünfzehn Tage bis einen Monat nach den ersten Symptomen geht der Schorf weg und sollte keine Narbe hinterlassen. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Entwicklung typischerweise beim ersten Ausbruch am längsten anhält und bei späteren Ausbrüchen schneller abläuft.

Behandlungsmöglichkeiten

Unbehandelt durchläuft Mundherpes seinen natürlichen Entwicklungszyklus, wie wir ihn oben beschrieben haben. Nach einigen Tagen, Wochen oder höchstens einem Monat sollten die Anzeichen der Erkrankung ohne Narbenbildung verschwinden.

Dann ruht das Virus im peripheren Nervensystem und kann in der Zukunft mit ähnlichen, weniger lange andauernden Symptomen möglicherweise wieder auftreten.

Herpes-Behandlung

Antivirale Medikamente wie Aciclovir oder Valaciclovir haben sich als das beste Mittel gegen oralen Herpes erwiesen. Sie können jedoch nur die Dauer des Ausbruchs verkürzen. Bis heute gibt es keine Heilung von Herpes.

Trotz der Wirksamkeit der antiviralen Medikamente bleibt HSV-1 im peripheren Nervensystem vorhanden und kann daher in Zukunft wieder ausbrechen.

Antivirale Medikamente gibt es als Tabletten zum Einnehmen oder als Cremes zum Auftragen auf die Haut. Die orale Einnahme ist wirksamer als die äußerliche Anwendung. Außerdem hängt die Wirksamkeit davon ab, wie früh eine Person mit der Behandlung begonnen hat.

Idealerweise sollte eine Person das Virostatikum in dem Moment einnehmen, in dem sie einen Juckreiz oder ein Brennen verspürt, oder spätestens, wenn ein Bläschen erscheint.

Wenn die Symptome schmerzhaft werden, können auch niedrig dosierte Schmerzmittel helfen. Sowohl Ibuprofen als auch Paracetamol sind wirksame Hilfsmittel, um Schmerzen zu lindern.

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