Cholesterin in Meeresfrüchten und anderen Lebensmitteln

11 August, 2020
Omega-3-Fettsäuren können den Lipidspiegel positiv beeinflussen und das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verringern. 

Wie auch in anderen Lebensmitteln tierischen Ursprungs ist in Meeresfrüchten Cholesterin enthalten. Doch dies ist nicht besorgniserregend. Noch bis vor wenigen Jahren lautete die Empfehlung, den Konsum von cholesterinhaltigen Lebensmitteln zu begrenzen. Denn man ging davon aus, dass diese den LDL-Cholesterinspiegel  (schlechtes Cholesterin) im Blut beeinflussen könnten. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass dies nicht der Fall ist.

Aus diesem Grund sind aktuelle Ernährungsleitfäden viel weniger restriktiv was Cholesterin anbelangt. Auch wenn insbesondere mehrfach ungesättigte Fettsäuren vorteilhaft sind, muss die Kontrolle von gesättigten Fettsäuren oder Lebensmitteln mit Cholesterin nicht so strikt sein, wie bisher empfohlen.

Cholesterin und kardiovaskuläre Krankheiten

Der Zusammenhang von Cholesterin und dem kardiovaskulären Risiko wird angezweifelt. Tatsächlich hängt die Wahrscheinlichkeit, dass sich in den Blutgefäßen Ablagerungen bilden, mit der Oxidation einer kleinen Fraktion von LDL-Cholesterin zusammen, wie aus einem in der Zeitschrift Current Medicinal Chemistry veröffentlichten Artikel hervorgeht.

Aus diesem Grund konzentrieren sich moderne Ernährungsempfehlungen auf die Vermeidung dieses oxidativen Prozesses. Deshalb sind Gemüsesorten, die besonders reich an antioxidativen Phytonährstoffen sind, besonders zu empfehlen. 

Allerdings kann es vorteilhaft sein, den Lipidspiegel zu verbessern, um Marker zu reduzieren, die mit der metabolischen Gesundheit im Zusammenhang stehen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man auf jedes cholesterinhaltige Lebensmittel verzichten muss. Aber es empfiehlt sich, diese Lebensmittelgruppe in bescheidenen Maßen in den Ernährungsplan aufzunehmen.

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Transfette vermeiden, um den Cholesterinspiegel zu regulieren

Um den HDL-Cholesterinspiegel zu erhöhen (gutes Cholesterin), dem kardioprotektive Eigenschaften zugeschrieben werden, solltest du unbedingt den Konsum von Transfetten kontrollieren. Du solltest also möglichst auf Fertigprodukte, Frittiertes und Paniertes verzichten.

Wenn Pflanzenöle hohen Temperaturen ausgesetzt werden, entstehen gesundheitsschädliche Substanzen. Bei regelmäßigem Konsum können diese den Lipidspiegel beeinträchtigen und auch komplexe Krankheiten auslösen, wie aus einem in der Zeitschrift Cardiology veröffentlichten Artikel hervorgeht.

Cholesterin in Meeresfrüchten und Frittiertem

Lebensmittel, die den Lipidspiegel verbessern können

Bestimmte Lebensmittel wirken sich zwar negativ auf die kardiovaskuläre Gesundheit und den Lipidspiegel im Blut aus, doch andere wiederum können beide Faktoren verbessern.

Ein Beispiel dafür sind Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren, welche systemische Entzündungen lindern. Diese Fettsäuren sind vor allem in Fettfisch und Trockenfrüchten zu finden. Es empfiehlt sich, diese regelmäßig zu verspeisen, um die Gesundheit zu fördern.

Wie bereits erwähnt, ist es auch von größter Wichtigkeit, antioxidative Lebensmittel regelmäßig in den Ernährungsplan einzubauen. Damit kann die Oxidation des LDL-Lipoproteins verhindert werden, was sich sehr positiv auf die Gesundheit auswirkt. Es empfehlen sich rote Früchte und Waldbeeren, wie zum Beispiel Heidelbeeren.

Cholesterin in Meeresfrüchten

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Mach dir keine zu großen Sorgen wegen Cholesterin

Lebensmittel mit Cholesterin sollten dir keine allzu großen Sorgen bereiten, wenn es darum geht das kardiovaskuläre Risiko zu reduzieren und auch nicht, wenn du deinen Lipidspiegel verbessern möchtest. Sowohl Hühnereier als auch Meeresfrüchte sind in einer vielseitigen, gesunden Ernährung kein Problem.

Wenn du allerdings erhöhte Harnsäurewerte hast, musst du mit Meeresfrüchten vorsichtig sein!

Unter normalen Umständen sind Meeresfrüchte gesund, denn sie liefern hochwertiges Protein. Deshalb sind sie sowohl für Sportler als auch für Menschen mit Bewegungsmangel wichtig. 

Gesunde Ernährung für gute Lipidwerte

Es ist richtig, dass über Cholesterin und den Zusammenhang mit kardiovaskulären Krankheiten noch Zweifel bestehen. Doch es ist auf jeden Fall wichtig, die Lipidwerte im Rahmen des Möglichen zu optimieren. Deshalb solltest du antioxidative Lebensmittel regelmäßig in die Ernährung einbauen. Auch entzündungshemmende Nahrungsmittel sind sehr wichtig.

Es ist außerdem eine gute Idee, Fertigprodukte möglichst zu meiden. Frisches Obst und Gemüse sollten in der Ernährung die Protagonisten sein. Doch auch Meeresfrüchte und andere tierische Lebensmittel sind Teil einer gesunden und vielseitigen Ernährung. Ihr Cholesteringehalt wird das kardiovaskuläre Risiko nicht negativ beeinflussen.