5 Gewohnheiten, die einen Migräneanfall auslösen können

10 Dezember, 2020
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die häufig von wiederkehrenden, bohrenden und sehr intensiven Kopfschmerzen begleitet wird, die entweder auf einer oder auf beiden Seiten des Kopfes auftreten können. Aber auch der restliche Körper kann davon betroffen sein. In diesem Artikel erfährst du mehr über Gewohnheiten, die unter Umständen einen Migräneanfall auslösen können.

Weißt du, was einen Migräneanfall auslösen kann?

Ein Migräneanfall kann durch bestimmte Ereignisse, Lebensmittel oder Veränderungen im Körper verursacht werden. Diese Ereignisse sind als Trigger (Auslöser) bekannt. Obwohl diese Trigger nicht direkt eine Migräne auslösen, können sie dich dennoch anfälliger dafür machen, dass du einen solchen Anfall erleidest, wenn du diese Erkrankung hast.

Daher kann es sehr hilfreich sein, wenn du diese riskanten Gewohnheiten kennst. Denn dann kannst du sie in deinem alltäglichen Leben beachten und vermeiden, um einen erneuten Migräneanfall zu verhindern. In diesem Artikel nennen wir dir 5 Gewohnheiten, die einen solchen Anfall auslösen könnten.

Lies einfach weiter und erfahre mehr darüber!

Was genau ist Migräne?

Migräneanfall - Frau fasst sich an den Kopf

Nicht bei allen Kopfschmerzen handelt es sich um Migräne. Und auch nicht jede Migräne wird von Kopfschmerzen begleitet. Eine Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die in den meisten Fällen von wiederkehrenden, bohrenden und sehr intensiven Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, die meistens eine Seite des Kopfes betreffen. Allerdings können auch beide Seiten davon betroffen sein.

Der Schmerz schwillt meist plötzlich stark an, wobei vorab oder währenddessen weitere visuelle, neurologische oder gastrointestinale Symptome auftreten können.

Gewohnheiten, die einen Migräneanfall auslösen können

In einer Studie mit 200 Migränepatienten identifizierten mehr als 90 % der Patienten wenigstens einen mit ihrer Migräne im Zusammenhang stehenden Auslöser. Die häufigsten waren physischer oder emotionaler Stress (77 %), Menstruation (72 %), Aufenthalt in sehr grellem oder flackernden Licht (65 %) und verschiedene Gerüche (61 %).

Damit wollen wir uns nun etwas eingehender beschäftigen.

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1. Alkoholkonsum kann einen Migräneanfall auslösen

Eine Befragung von mehr als 2.000 niederländischen Patienten ergab, dass viele von ihnen Alkohol vermeiden, weil er einen Migräneanfall auslösen kann. 78 % der Patienten, die Alkohol tranken, gaben an, dass insbesondere Rotwein ein Trigger für derartige Attacken sei.

Die Autoren der Studie, die im European Journal of Neurology veröffentlicht wurde, wiesen darauf hin, dass Alkohol ein Trigger für Migräne ist, da dies auf etwa ein Drittel der Menschen zutrifft, die von Migräne betroffen sind. Darüber hinaus erwähnten sie, dass sowohl die jeweilige Alkoholmenge als auch die Zeit, die bis zum Auftreten einer Migräneattacke verstreicht, individuell verschieden sind.

2. Stress

Migräneanfall - gestresste Frau
Angst und Stress werden in den meisten Studien als Hauptauslöser für Migräne genannt.

Stress ist der häufigste Auslöser für einen Migräneanfall. Aber letztendlich hat fast jeder Mensch schon einmal stressige Zeiten und Ängste in seinem Leben erlebt. Stress ist eine Antwort auf einen emotionalen Reiz (typischerweise eine Bedrohung) in einer bestimmten Situation und Angst ist die Reaktion auf den Stress.

Zweifelsohne haben Migränepatienten häufig auch Schwierigkeiten damit, sich an Phasen der Veränderung anzupassen. Darüber hinaus neigen sie vermehrt unter Ängsten oder Angststörungen. Menschen, die an Migräne leiden, sind häufig perfektionistisch und anspruchsvoll. Daher besteht auch ein klarer Zusammenhang zwischen Migräne und Angstzuständen.

3. Auch schlechter Schlaf kann einen Migräneanfall auslösen

Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Schlaf und Migräne, der viele Aspekte umfasst. Ein Trigger ist eine Veränderung im Schlafrhythmus, entweder durch zu viel oder mangelnden Schlaf.

Nahezu die Hälfte der Migränepatienten haben Probleme damit, einzuschlafen oder durchzuschlafen: 38 % schlafen in der Nacht im Durchschnitt 6 Stunden oder weniger. Und im Zusammenhang mit dieser Erkrankung steigt die Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen signifikant an, denn 71 % leiden beim Aufwachen unter Kopfschmerzen.

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4. Bestimmte Lebensmittel

Migräneanfall - Käse
Käse und viele gehärtete oder verarbeitete Produkte sind reich an biogenen Aminen, welche mögliche Auslöser für Migräneattacken sind.

Obwohl es keine schlüssigen Studien gibt, die genau aufzeigen, wie ein bestimmtes Produkt Migräne oder andere Arten von Kopfschmerzen verursachen kann, deuten einige Untersuchungen darauf hin, dass bei jenen Lebensmitteln das höchste Risiko besteht, die große Mengen einer bestimmten Substanz, den sogenannten biogenen Aminen, enthalten.

Zwei dieser Amine, Tyramin und Histamin, stehen hierbei besonders in Verdacht. Sie finden sich in:

  • Verarbeiteten Fleischprodukten
  • Konserven und geräucherten Lebensmitteln
  • Erdnüssen
  • Avocados
  • Alkoholischen Getränken
  • Meeresfrüchten
  • Käse

5. Rauchen

Tabak ist einer der auslösenden Faktoren für Kopfschmerzen, insbesondere im Zusammenhang mit Migräne. Das ergab eine Studie, die aufzeigt, dass Raucher häufiger unter Migräneanfällen leiden. Diese Studie wurde in der Zeitschrift The Journal of Headache and Pain veröffentlicht.

Darüber hinaus wiesen die Forscher darauf hin, dass die Dosierung eine wichtige Rolle dabei spielt. Nach verschiedenen Interviews, die in diesem Zusammenhang geführt wurden, tritt ein Migräneanfall ab fünf Zigaretten täglich auf.

Abschließend empfehlen wir dir, ein Migränetagebuch zu führen. Denn so kannst du die Risikofaktoren, die zu einer Migräne führen, bewerten und überwachen. In diesem Tagebuch kannst du aufschreiben, an welchem Tag und unter welchen Umständen du einen Migräneanfall erlitten hast. Außerdem solltest du noch weitere Informationen notieren, die damit in Zusammenhang stehen.

  •  L. López-Mesonero, S. Márquez, P. Parra, G. Gámez-Leyva, P. Muñoz y Julio Pascual. “Smoking as a precipitating factor for migraine: a survey in medical students”. The Journal of Headache and Pain 10(2):101-103, abril de 2009.
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