Zöliakie-Diät: Was musst du wissen?

22 September, 2020
Die Prävalenz von Zöliakie liegt bei 1%, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die grundlegende Behandlung besteht in einer glutenfreien Ernährungsweise.

Die Zöliakie-Diät zählt heutzutage zu den beliebtesten Diäten überhaupt. Leider liegt das nicht an einer stärkeren Sensibilisierung für Zöliakie, sondern daran, dass viele glauben, dass diese Ernährungsweise für alle Menschen geeignet und sogar gesünder ist.

Zöliakie-Patienten leiden unter einer immunologischen Intoleranz gegenüber Gluten aus Gerste, Weizen oder Roggen. Diese Unverträglichkeit löst beim Verzehr von Gluten eine Entzündung der Darmschleimhaut aus. In einigen Fällen weisen die Betroffenen, je nach Genetik, auch eine Empfindlichkeit gegenüber Hafer auf.

Die Behandlung besteht darin, dauerhaft auf Gluten zu verzichten, da der Verzehr zu Durchfall, Fettstuhl und Bauchschmerzen führen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich an einige Vorgaben zu halten, die wir dir in diesem Artikel erklären werden.

Welche Lebensmittel sind bei einer Zöliakie-Diät erlaubt?

Glutenhaltige Lebensmittel

Gluten ist ein Protein, das in Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Derivaten vorkommt. Daher muss bei einer Zöliakie-Diät auf alle Lebensmittel auf Basis dieser Getreidesorten verzichtet werden. Zu den häufigsten zählen:

  • Brot und andere Produkte aus Weizen, Gerste, Roggen, Hafer oder Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen)
  • Pasta: Suppennudeln, Makkaroni, Spaghetti, Lasagne etc
  • Verarbeitete Lebensmittel, die Mehl enthalten: Kartoffelpüree aus der Packung, Fertigsoßen, Tütensuppen etc.
  • Kuchen und Gebäck
  • Fermentierte Getränke auf Weizenbasis: Bier, Likör usw.
  • Stärke, modifizierte Stärke, Kartoffelstärke

Lebensmittel, die Gluten beinhalten können

Diese Lebensmittel enthalten von Natur aus kein Gluten. Da sie jedoch Spuren enthalten könnten, sind sie nur erlaubt, wenn der Hersteller auf dem Etikett versichert, dass dieses Protein nicht enthalten ist.

  • Gummibärchen
  • Frittierte oder geröstete Trockenfrüchte
  • Nougat, Marzipan und Sandgebäck
  • Cremes in Beuteln, Gewürze, Dressings
  • Fleisch- oder Fischkonserven
  • Hoch verarbeiteter Käse: Schmelzkäse, Lightkäse, portionierter Käse etc.
  • Milchdesserts: Flan, Pudding, aromatisierter Joghurt usw.
  • Aromatisierte Süßstoffe: Schokoladeneis und Vanilleeis.

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Lebensmittel, die kein Gluten enthalten

  • Milch und Milchprodukte: Naturjoghurt, Butter, Sahne, Naturkäse etc.
  • Fisch und frische oder eingefrorene Meeresfrüchte ohne Panade
  • Frisches und gefrorenes Fleisch ohne Panade: Schinken (mindestens 95% Fleischanteil), Hähnchen- oder Putenbrust etc.
  • Hülsenfrüchte oder Derivate: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Soja etc.
  • Kaffee, Tee, zuckerhaltige Getränke
  • Öl, Salz, Weinessig, Gewürze
  • Unbehandelte Trockenfrüchte
  • Obst und Gemüse
  • Reis und Mais
  • Eier
Glutenfreie Lebensmittel bei Zöliakie-Diät

Allgemeine Empfehlungen für eine Zöliakie-Diät

  • Keine Lebensmittel ohne Etiketten kaufen. Der Hersteller ist dazu verpflichtet, anzugeben, ob in seinen Produkten Allergene enthalten sind.
  • In Bars und Restaurants fragen, wie die Gerichte zubereitet werden, die du bestellst und lieber nicht essen, falls diese Information nicht bereitgestellt werden kann.
  • Bei einer Zöliakie-Diät sollte der Verzehr von industriell verarbeiteten Lebensmitteln eingeschränkt werden.
  • Auch einige Medikamente können Gluten enthalten. Daher ist es wichtig, dass du vor der Einnahme bei deinem Arzt oder Apotheker nachfragst. Außerdem solltest du dir die Packungsbeilage sorgfältig durchlesen.
  • Vor allem für Patienten, bei denen die Diagnose erst vor kurzem gestellt wurde, kann es hilfreich sein, sich bei Vereinen von Zöliakie-Patienten zu informieren.
  • Lies die Etiketten und verzichte auf Lebensmittel mit folgenden Inhaltsstoffen: Pflanzenprotein, Malz, Malzsirup, Stärke, Grieß, Fasern, Aromen, Hefe etc.

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Tipps für eine Zöliakie-Diät

Für die richtige Durchführung einer Zöliakie-Diät ist es wichtig, einige Tipps zu befolgen. Von der richtigen Vorbereitung der Lebensmittel bis hin zum richtigen Kochen. Fehler bei der Vorbereitung können zu einer Verunreinigung der Lebensmittel führen und Verdauungsbeschwerden bei den Patienten hervorrufen.

  • Benutze verschiedene Küchengeräte, wenn du gleichzeitig Gerichte mit und ohne Gluten zubereitest.
  • Glutenfreie Lebensmittel sollten außerdem nicht in Öl gebraten werden, in dem zuvor glutenhaltige oder panierte Lebensmittel mit Mehl gebraten wurden.
  • Es empfiehlt sich, die Zubereitung der Gerichte für die ganze Familie so weit wie möglich anzupassen, falls nur ein Familienmitglied unter Glutenunverträglichkeit leidet. Auf diese Weise lässt sich vermeiden, dass es beim Kochen zur Kontamination kommt.

Es ist äußerst wichtig, von Anfang an alle Empfehlungen des Arztes zu befolgen und keine Maßnahmen ohne vorherige Rücksprache mit ihm durchzuführen.

Alle, die zwar nicht mit Zöliakie diagnostiziert worden sind, aber eine Zöliakie-Diät machen möchten, sollten wissen, dass es Experten zufolge nicht vorteilhaft ist, auf glutenhaltige Lebensmittel zu verzichten, wenn diese gut vertragen und verdaut werden können, da sich im Laufe der Zeit eine Unverträglichkeit entwickeln kann.

Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt zurate gezogen werden, damit dieser entsprechende Tests durchführen kann.

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