Wofür ist Glukose gut?

20 Januar, 2020
Das wichtige Molekül Glukose macht allen Zellfunktionen überhaupt erst möglich. Tritt Glukose jedoch in erhöhter Konzentration im Blut auf, kann dies zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes führen.

Jeder hat schon einmal von Glukose gehört, oft im negativen Kontext der Zuckerkrankheit. Allerdings wissen nur wenige Näheres über dieses Molekül und welche Rolle es in unserem Organismus spielt.

Glukose ist eines der wichtigsten Moleküle für die Vitalfunktionen des Organismus, denn sie ist Hauptenergielieferant für unsere Körperzellen. Das heißt, sie dient ihnen als Nährstoff und verschafft ihnen so die nötige Energie, um alle ihre Funktionen ausüben zu können.

Bei der Glukose handelt es sich um eine Form von Zucker, die als freies Molekül (wie zum Beispiel Fruktose in Früchten) oder als Polysaccharide in andere Moleküle gebunden vorkommt. Die bekanntesten Polysaccharide sind Stärke und Glukogen, die unter anderem in Reis und Fleisch vorkommen.

Es ist wichtig zu wissen, dass Glukose in praktisch all unsere Verdauungsprozesse eingebunden ist. In diesem Beitrag erklären wir, wozu Glukose gut ist und welche Probleme in Zusammenhang damit auftreten können.

Was macht Glukose eigentlich?

Fruktose und Glukose Zucker

Glukose wird mit den Nahrungsmitteln aufgenommen und seine Hauptfunktion besteht darin, die Zellen mit der nötigen Energie zu versorgen.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich in erster Linie um einen Energielieferanten, der über die Nahrung aufgenommen wird. Im Laufe des Verdauungsprozesses wird die Glukose frei und verteilt sich auf alle Körperzellen.

Die Nährstoffe eines jeglichen Nahrungsmittels, das vom Körper aufgenommen wird, seien es Fettsäuren, Proteine oder Kohlenhydrate, gelangen über das Blut zur Leber. Dort findet eine Reihe komplexer Reaktionen statt, durch die letztendlich alle Nährstoffe in Glukose umgewandelt werden.

Anschließend gelangt die Glukose in die Blutbahn und so zu allen Teilen des Körpers. Ihm Rahmen der Prozesse, die Hauptbestandteil  unseres Stoffwechsels sind, nutzen die Zellen das Molekül als Energielieferanten.

Auf die Art und Weise erhalten die Zellen Nahrung und können durch die Glukose all ihre Funktionen ausüben. Daher ist dieses Molekül an Prozessen wie der Zellteilung, der Geweberegenerierung, der Muskelbewegungen, der Nervensignale etc. beteiligt.

Welche gesundheitlichen Probleme bringt Glukose mit sich?

Auch wenn wir, wie bereits erwähnt, nicht ohne Glukose leben können, stehen mit diesem Molekül auch einige Krankheiten in Verbindung. Die wichtigste und bekannteste ist Diabetes. Bei dieser Erkrankung produziert der Körper kein Insulin oder ist dagegen resistent.

Insulin ist ein Stoff, der der Glukose das Durchdringen der Zellwände in das Innere der Zellen ermöglicht. Es ist sozusagen der „Schlüssel“ zur Glukose. Wenn unser Organismus nicht in der Lage ist, es zu produzieren oder zu verwenden, bleibt ein Großteil der Glukose im Blut zurück.

Das hat zur Folge, dass die Zellen geringere Mengen des Moleküls zur Verfügung haben. Außerdem besteht die Gefahr von Gewebeschäden in vielen Teilen des Körpers. Am meisten beeinträchtigt sind normalerweise die Blutgefäße, das Herz und die Nieren.

Leider ist Diabetes eine Krankheit mit vielen Faktoren, das heißt, sie hat unterschiedliche Auslöser wie z. B. Bewegungsmangel oder ungesunde Ernährung, was bewirkt, dass es heutzutage immer mehr Fälle davon gibt.

Um das Krankheitsrisiko einzuschränken, ist es sehr wichtig, regelmäßig die Glukosewerte im Blut zu messen. Außerdem müssen wir uns unsere Lebensgewohnheiten bewusst machen und entsprechend versuchen zu ändern.

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Wie misst man Glukose?

Blutzucker messen Diabetes risiko

Den Blutzuckergehalt kann man mit einem Blutzuckermessgerät oder im Rahmen einer Blutuntersuchung oder Urinanalyse messen.

Heutzutage gibt es etliche Methoden, um den Blutzuckergehalt zu bestimmen. Der normale Glukosewert liegt unter 100 mg/dl auf nüchternem Magen. Ist er höher, kann das also bedeuten, dass die Glukose nicht mehr in ausreichendem Maße in das Innere der Zellen gelangt.

Um den Blutzuckergehalt zu messen, kannst du ein Blutzuckermessgerät benutzen. Es handelt sich hierbei um einen Apparat, mit dem man mit Hilfe eines Bluttropfens in Sekundenschnelle ein Messergebnis hat; man muss nur kurz mit einer kleinen Nadel in einen Finger stechen. Außerdem kann man den Blutzuckergehalt auch über eine Blutanalyse oder eine Urinprobe, die die von den Nieren ausgeschiedene Menge an Glukose misst, bestimmen.

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Schlussfolgerung

Bei der Glukose handelt es sich um ein lebenswichtiges Molekül. Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Konzentration im Blut kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Deshalb ist es wichtig, den Blutzucker hin und wieder bzw. im Falle eines erhöhten Diabetesrisikos regelmäßig zu messen.

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