Wie oft sollte eine Blutuntersuchung durchgeführt werden?

17 Oktober, 2019
Eine Blutanalyse ist eine einfache Unteruschung, die präzise Ergebnisse liefert. In bestimmten Lebensabschnitten empfehlen Ärzte, das Blut untersuchen zu lassen. Erfahre heute mehr über dieses Thema. 

Viele denken zwar, dass eine Blutuntersuchung nicht nötig ist, weil sie gesund sind. Doch auch für gesunde Menschen sind regelmäßige  Blutanalysen sehr wichtig, denn es geht um eine grundlegende Vorsorgemaßnahme, um mögliche Krankheiten baldmöglichst zu erkennen und behandeln zu können.

Verschiedene feste Bestandteile im Blut verändern sich bereits, bevor sich bestimmte Symptome zeigen und auf ein Problem hinweisen. Dieser Vorteil wird in der Prävention genutzt, um zukünftige Komplikationen zu verhindern.

Wenn der Arzt eine routinemäßige Blutuntersuchung verlangt, sucht er nach Anzeichen auf mögliche Krankheiten, die in einem bestimmten Alter häufig auftreten. Sollte eine chronische Krankheit vorliegen, hilft die Blutanalyse dem Arzt, die Entwicklung zu kontrollieren und die Effizienz der Behandlung zu verfolgen. 

Das Blut dient uns als Mittel zum Zweck, um den internen Zustand des Köpers besser zu analysieren. Denn es handelt sich um eine sehr schnelle und einfache Untersuchungsmethode. Die Kosten einer Laboruntersuchung des Blutes halten sich im Rahmen, insbesondere dann, wenn man die wissenschaftlich nachgewiesenen Vorteile berücksichtigt.

Im Allgemeinen ist es bei gesunden Menschen ausreichend, einmal im Jahr eine Blutprobe zu untersuchen. Sollte jedoch eine Krankheit vorliegen, verkürzt sich dieser Zeitraum, insbesondere am Anfang der Behandlung.

Was verrät uns eine Blutuntersuchung?

Eine Blutanalyse umfasst die Bewertung der Anzahl und Beschaffenheit der einzelnen festen Bestandteile und ihr Vergleich mit den jeweiligen Referenzwerten. Das Blut, das über Venen und Arterien in unserem Körper zirkuliert, wird dabei biochemisch untersucht. 

Zwar ist das Blut flüssig, doch es enthält auch feste Bestandteile. Die Zusammensetzung sieht wie folgt aus:

  • Feste Bestandteile, die auch als Sediment oder Blutkuchen der Blutzellen bezeichnet werden. Dazu gehören Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutzellen oder Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen).
  • Der flüssige Anteil wird als Blutplasma bezeichnet. 
Blutuntersuchung
Blutanalysen werden regelmäßig durchgeführt, um mögliche Anzeichen auf Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Außerdem sind sie auch notwendig, um die Entwicklung bereits vorhandener Krankheiten zu verfolgen.

Die biochemische Analyse kann sich auf die festen Bestandteile, das heißt auf die Blutzellen konzentrieren. Dabei wird zum Beispiel die Anzahl der roten Blutkörperchen ermittelt, die in einer gewissen Blutmenge vorhanden ist. Auch die Ermittlung der Werte der weißen Blutzellen und der Blutplättchen gehört zum Standard.

Darüber hinaus kann durch die Betrachtung im Mikroskop die Form der Blutzellen beobachtet werden. So können beispielsweise die Erythrozyten kleiner oder größer sein, Deformitäten oder andere Abweichungen aufweisen, die auf eine Krankheit hinweisen.

Im flüssigen Anteil des Blutes, dem Plasma, kann eine Vielzahl an Parametern bewertet werden. Zu den am häufigsten gehören Zucker, Kreatinin, Urea, Harnsäure und Fette. Darüber hinaus kann auch die Ioneenkonzentration von Natrium, Magnesium oder Kalium gemessen werden.

Die Blutprobe kann auch Aufschluss über den Hormonhaushalt geben. Häufig werden beispielsweise die Werte der Schilddrüsenhormone analysiert. 

Nicht weniger wichtig ist die Untersuchung auf Infektionskrankheiten oder das Vorhandensein von Antikörpern gegen bestimmte Krankheiten.

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Blutuntersuchung in bestimmten Lebensabschnitten

In jedem Lebensalter sind unterschiedliche Blutuntersuchungen wichtig, die als routinemäßige Vorsorge vorgenommen werden. Der Arzt entscheidet also je nach Alter des Patienten, welche biochemischen Analysen erforderlich sind. 

Diese Protokolle wurden weltweit und auch in jedem Land festgelegt, um die häufigsten Krankheiten in jedem Alter zu verhindern oder möglichst früh zu erkennen. Man geht davon aus, dass wenn die allgemeine Bevölkerung auf bestimmte Blutwerte untersucht wird, damit Todesfälle reduziert und die Lebensqualität verbessert werden kann. 

Zwischen 20 und 35

Zwar sind in diesem Alter weniger Krankheiten als in anderen Lebensabschnitten festzustellen, doch die Blutuntersuchung ist trotzdem grundlegend, um zukünftige Beschwerden zu verhindern. Krankheiten, die frühzeitig entdeckt werden, sind weitaus einfacher in der Behandlung.

Die Laborroutine umfasst in diesem Altersabschnitt ein Hämogramm (Blutbild), das eine standardisierten Zusammenstellung wichtiger Befunde aus der Blutprobe umfasst. Daamit werden die Nierenfunktion, der Zustand der Leber, der Blutzuckerspiegel, die Triglyceridwerte und der Cholesterinspiegel (HDL und LDL) bestimmt.

Blutuntersuchung in der Schwangerschaft

Während des fruchtbaren Alters der Frau kann es zu einer Schwangerschaft kommen, bei der spezifische Blutanalysen erforderlich sind, um die Gesundheit der werdenden Mutter und ihres heranwachsenden Kindes in den einzelnen Schwangerschaftsabschnitten zu überprüfen.

Die Kontrolluntersuchungen umfassen mindestens eine Blutprobe in jedem Trimester. Die Standardwerte werden analysiert und außerdem wird untersucht, ob Infektionen vorhanden sind, die dem Fötus schaden könnten. Dabei geht es beispielsweise um Toxoplasmose, Syphilis, Hepatitis B oder AIDS.

Blutuntersuchung zwischen 35 und 55

In diesem Lebensabschnitt müssen vermehrte Kontrolluntersuchungen erfolgen, denn ab einem Lebensalter von 40 Jahren steigt die Gefahr für chronische Krankheiten in der Bevölkerung. Blutproben werden in dieser Lebensphase mit anderen Untersuchungen kombiniert: So sind beispielsweise bildgebende Kontrollen, wie die Mammographie, eine mikroskopische Untersuchung eines Zellabstiches des Gebärmutterhalses (Pap-Test oder Papanicolaou-Test), oder invasive Untersuchungen wie eine Kolonoskopie wichtig.

In der Regel überprüfen Ärzte auch den Hormonspiegel, insbesondere bei Frauen, die sich der Menopause nähern.

Blutuntersuchung ab einem Alter von 60 Jahren

Mit zunehmendem Alter kommt es auch immer häufiger zu Krankheiten. Viele Menschen in einem Alter von über 60 leiden an chronischen Beschwerden. Deshalb sind unter anderem regelmäßige Blutuntersuchungen wichtig, die im Normalfall nicht nur einmal im Jahr erfolgen sollten.

Blutuntersuchung
In jedem Alter werden unterschiedliche Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Damit kann bestimmt werden, ob die betroffene Person Gefahr läuft, eine der häufigen Krankheiten zu entwickeln, die für den jeweiligen Lebensabschnitt typisch sind.

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Fazit

Eine Blutuntersuchung ist Teil der regelmäßigen Vorsorgemaßnahmen, um Krankheiten möglichst früh zu erkennenSollte bereits eine Krankheit vorhanden sein, sind periodische Kontrollen der Blutwerte besonders wichtig, um diese zu kontrollieren.

Der Arzt verlangt je nach Alter und Zustand des jeweiligen Patienten bestimmte Standardanalysen oder die Untersuchung zusätzlicher Werte. Vergiss nicht, dass du damit verschiedenste Komplikationen vermeiden und deine zukünftige Gesundheit pflegen kannst.

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